Lörrach „Dynamit – sunscht wird des nüt“

Die Schloß-Düüfel kommentierten den Rücktritt von Angela Merkel: „Liebi Angela mir danke dir gärn für da Schritt. Und wenn de schomol dra bisch nimm de Lutz Jörg au grad mit“. Foto: zVg

Lörrach - Mit der Schnitzelbangg-Vernissage im Burghof-Foyer vor rund 150 Gästen haben die Lörracher Bänggler die Saison 2019 eröffnet.

Erstmals präsentierten die neun Gruppen, die sich an der diesjährigen Tour durch die Gaststätten und Vereinsheime der Stadt beteiligen, ihre Helgen und Verse. Mit dabei war auch die Friedlinger Formation „Lachsfrässer“ mit einem umjubelten Gastauftritt.

Einmal mehr zeigte sich die Vielfalt der Lörracher Fasnacht auch bei den Bängg: mit Larve und ohne, in kleiner Formation oder in großer Gruppe als Chor. Alles ist zu sehen und hören.

Auch an Themen hat das Jahr 2018 viel geboten. Dankbar greifen die Bänggler diese auf und machen sich ihre Gedanken inklusive Lokalbezug. So kommentieren die Schloss-Düüfel den Rücktritt von Angela Merkel vom CDU-Parteivorsitz „Liebi Angela mir danke dir gärn für da Schritt. Und wenn de schomol dra bisch nimm de Lutz Jörg au grad mit“.

Obwohl US-Präsident Trump nach wie vor ein Thema für die Bänggler bleibt, ist er doch nicht mehr so dominant wie früher. Liegt es vielleicht an dem Grund, den die Chruttschlämpe ausgemacht haben? „Es isch fatal und nit zum fasse: Dä große Arsch will nit uff unsere Helge passe“.

Karneval im Blut

Mit großer Kreativität werden immer wieder das Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der WM, der Jahrhundertsommer 2018 und das neue Datenschutzgesetz ins Visier genommen. Dass die diesjährige Protektorin Monika Neuhöfer-Avdic aus Köln kommt und Karneval im Blut hat, ist ebenfalls immer wieder Thema. Da wird der Lörracher Narrenruf plötzlich in „Lörrach Alaaf“ umgewandelt und „D’Rätschgosche“ schlägt gar vor, auch in Lörrach ein Dreigestirn aus Jungfrau, Prinz und Bauer zu installieren, wobei Gildenkanzellar Klaus Breitenfeld als Prinz, Zeremonienmeister und Straussi-Wirt, Michael Lindemer als Bauer und Obergildenmeister Jörg Roßkopf als Jungfrau vorgeschlagen werden. Letzterer wegen der passenden Figur.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr die eine oder andere Spitze gegen die Nachbarschaft in Basel und Weil, allerdings eher weniger als in den Vorjahren. Gerne aufgegriffen wird allerdings das sanierungsbedürftige Lörracher Rathaus. Ein Thema, bei dem die Stettemer Frösch der Meinung sind: „TNT – nur Dynamit, TNT – sunscht wird des nüt“. Auch für den dann anfallenden Bauschutt hat man bereits eine Lösung. Mit diesem könne man die Grube für das „LÖ“ neben dem Rathaus verfüllen.

Alle neun Lörracher Bängg zeigten sich in ausgezeichneter Form. Die vorgetragenen Bängg waren durchgängig auf sehr gutem Niveau und das Premierenpublikum entsprechend begeistert.

Zum Abschluss gaben sich die „Lachsfrässer“ aus Weil-Friedlingen die Ehre mit einer Auswahl der besten Verse über Lörracher Themen an der Weiler Fasnacht in den letzten 25 Jahren. Eine köstliche Idee, die aufzeigt, dass hinter der bisweilen rustikal geführten fasnächtlichen Auseinandersetzung zwischen Lörrach und Weil in Wahrheit eine tiefe fasnächtliche Freundschaft steckt. Das Publikum entließ die Weiler mit einem herzhaften Applaus und nicht ohne Zugabe.

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