Lörrach Ein Fenster voller Fasnacht

Lörrach - Neben dem Narrenbaum und diversen Girlanden zeugt auch ein Schaufenster in der Innenstadt davon, dass trotz aller Einschränkungen durch die Corona-Pandemie die fünfte Jahreszeit angebrochen ist. Die Narrenzunft Lörrach hat im Geschäft von Zunftmeister Thomas Wagner in der Turmstraße allerlei Informationen und Objekte zu ihrer Geschichte zusammengestellt. Außerdem bietet die Zunft ihren Fans auch für zuhause etwas.

„Es ist keine Fasnacht, und trotzdem ist Fasnacht“, betont Zunftmeister Peter Quercher. Denn auch wenn die Saalfasnacht mit den stets ausverkauften Zunftabenden, die Rotssuppe und weitere Veranstaltungen coronabedingt schon im Herbst frühzeitig abgesagt wurden, möchte die Zunft wenigstens diesen „ganz kleinen optischen Anreiz“ im Schaufenster bieten, um trotz der unfreiwilligen Pause nicht ganz in Vergessenheit zu geraten.

Neben einem Bild mit historischen Dokumenten, Fotos und Eintrittskarten, grüßen auch die aktuellen Zunftmitglieder von einem Plakat. Dazu gibt es den Drochehüüler-Orden von 1974 samt Urkunde zu sehen. Dieser ging damals übrigens an das Amt für Öffentliche Ordnung wegen „Vorgehens gegen anstößige Etablissements“. Außerdem wird natürlich das Zunftmeister-Häs präsentiert.

„Wir haben die Idee der Narrengilde mit den Schaufenstern aufgegriffen“, erklärt Quercher im Gespräch mit unserer Zeitung, denn aktiv feiern könne die Zunft die „schönschde Däg“ aus Gründen der Vernunft und der Gesundheit in diesem Jahr nicht. Lediglich beim geplanten Gottesdienst am Fasnachtssonntag werde eine Abordnung anwesend sein – wenn die Narrengilde diesen durchführen darf.

„Wir haben angesichts der Unwägbarkeiten das Risiko gescheut und schon im September alles abgesagt“, sagt Quercher. Denn insbesondere die Vorarbeit und die vielen Proben für die Zunftabende sind sehr aufwendig. Eine digitale Variante, wie sie die Kollegen aus Weil am Rhein praktizieren, ist laut dem Zunftmeister auch keine Alternative: „Das ist eine gute Sache, aber wir sind eine kleine Gruppe, von denen die meisten auch noch einen Beruf haben, darum können wir eine solche Aktion nicht stemmen.“

Für das ganz private Fasnachtsvergnügen – und um die zunftabendlose Durststrecke bis 2022 zu überstehen – haben die Zunftmeister dafür das Heft „Kein Programmheft 2021“ in limitierter Auflage herausgebracht. „Der Aufbau ist identisch wie sonst beim Programmheft, nur dass dieses Mal jeder Nummer eine Seite gewidmet ist und es keine Anzeigen der Sponsoren gibt“, erklärt Quercher. Es beinhaltet unter anderem sieben Szenen mit einem „Intro“ sowie einer grafischen Darstellung. „Wir fordern den Leser auf, danach das Kopfkino einzuschalten und die Nummer einfach weiterzuspinnen.“

Dazu gibt es die üblichen Grußworte und eine Seite unter dem Motto „Narrenzunft gegen Rassismus“. Diese 2020 eingeführte Seite möchten die Fasnächtler laut Quercher „gerne beibehalten“.

Anders als das Heft kann das Schaufenster indes bislang nur aus deutlicher Distanz besichtigt werden. Denn schon während des Aufbaus ging laut Quercher eine Dachlawine runter, weshalb der Werkhof die Randbereiche der Turmstraße vorerst sicherheitshalber abgesperrt hat. Eine Steilvorlage für den Zunftmeister: „Die Mona Lisa im Louvre kann man schließlich auch nur hinter einer Absperrung und Glas bewundern.“

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