Lörrach Ein „gewaltiger Einschnitt“

Es ist nicht sicher, ob der Flohmarkt im kommenden Jahr jeden Monat stattfinden kann. Foto: Archivfoto: Kristoff Meller

Lörrach - Der Lörracher Flohmarkt muss seine Fläche im kommenden Jahr aufgrund der Sanierung der Rathaustiefgarage deutlich reduzieren. Die Zahl der Standplätze verringert sich von 138 auf 60, das Jahreskarten- und das Kinderareal entfallen voraussichtlich sogar für ein Jahr komplett.

„Wir werden von Monat zu Monat auf die Situation reagieren müssen“, erklärte Marktmeisterin Anja Busse am Donnerstag im Hauptausschuss. Bekanntlich muss für die Herstellung des Tiefgaragenverbunds im Zusammenhang mit dem neuen Wohn- und Geschäftshaus „Lö“ auch die in die Jahre gekommene Rathaustiefgarage saniert werden. Diese Baumaßnahme führt jedoch zu teils „erheblichen Einschränkungen für den Flohmarkt, da das Rathausareal in dieser Zeit nicht in vollem Umfang für den Flohmarkt genutzt werden kann“, so Busse in der Vorlage. Darum könnten auch „keine festen Plätze garantiert“ werden, ergänzte sie in der Sitzung.

Davon betroffen ist insbesondere der Kinderbereich: „Wir werden diesen aus Sicherheitsgründen ein Jahr stilllegen“, sagte Busse in ihrer Präsentation. Denn laut der aktuellen Satzung müssen die Kinder in diesem Bereich ihre Ware „eigenverantwortlich“ – also ohne die Eltern – verkaufen. Für die mögliche Gefahr durch die nahe Baustelle will die Stadtverwaltung aber nicht die Verantwortung übernehmen.

Die genaue Platzzahl und der Standort des Flohmarkts können sich im kommenden Jahr von Monat zu Monat ändern. Busse: „Mal sind es vielleicht 80, mal weniger.“ Es könne auch sein, dass der Flohmarkt in manchen Monaten komplett ausfallen müsse, das will die Stadtverwaltung aber nach Möglichkeit verhindern.

„Das können wir nur mit Bedauern zur Kenntnis nehmen“, kommentierte Caroline Oursin (Grüne). „Die Stadt der Märkte ist arg gebeutelt“, stellte auch Petra Höfler (CDU) fest. Die ehemalige Marktmeisterin bat darum, noch einmal „wohlwollend zu prüfen“, ob das Kinderareal zumindest in den Sommermonaten nicht doch in den Hebelpark verlegt werden könne.

Christiane Cyperrek (SPD) äußerte als bekennender“ Flohmarktfan“ ebenfalls ihr Bedauern über den „gewaltigen Einschnitt“. Es sei sehr traurig, wenn die Kinder für ein Jahr komplett auf den Flohmarkt verzichten müssten. Wenn der Markt ausfallen müsse, so Cyperrek, dann eher im Winter, da sei sowieso „tote Hose“. Sie forderte außerdem mittelfristig ein neues Konzept für den Markt: „Der Platz ist nicht attraktiv.“ Zudem werde der Sarasinweg nach der Fertigstellung des „Lö“ wohl ebenfalls als Standort wegfallen. Sie schlug als mögliche Alternative den Platz hinter der Stadtkirche vor.

„Verlieren wir nicht die Stammkunden, wenn wir keine Jahreskarten mehr ausgeben?“, wollte Silke Herzog (Freie Wähler) wissen.

Die bisherigen Jahreskarteninhaber sollen bereits im Herbst 2020 für das Jahr 2021 angeschrieben werden, antwortete Busse.

Die Marktmeisterin betonte bezüglich einer möglichen Einsparung im Winter auch den sozialen Aspekt des Marktes: „Wir haben einige Rentner und Hartz-IV-Empfänger, die jeden Monat einen Stand anmieten.“ Gerade vor Weihnachten gebe es zudem viele Kunden, die vor Ort ihre Geschenke besorgen. Darum sei es sinnvoller, zwölf Märkte mit kleinerer Fläche durchzuführen: „Eine Regelmäßigkeit ist wichtig, und wenn wir ihn nur sechs Mal veranstalten, regnet es nachher noch vier Mal, dann haben wir nur zwei gute Märkte“, sagte Busse.

Sie versprach zudem nach einer Lösung für die Kinder in den Sommermonaten zu suchen – vielleicht könne man die Eltern vorübergehend doch einbinden.

Oberbürgermeister Jörg Lutz machte aber deutlich: „Wir werden nicht alle glücklich machen können.“ Der Hebelpark sei auf jeden Fall keine Alternative für die Kinder, da der Rasen keine zusätzliche Belastung vertrage. „Wenn es regnet, wird das eine Schlammschlacht“, betonte Lutz. Zur ebenfalls vorgeschlagenen Alternative Finanzamt-Parkplatz kommentierte Lutz: „Bis da die Verhandlungen abgeschlossen sind, ist bereits 2021.“

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