Lörrach Ein Leben für den Jazz

Werner und Barbara BücheFoto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Lörrach (dr). Gestern vor genau 50 Jahren gaben sich Werner Büche und Barbara geborene Wiesmann das Jawort. Viele Gemeinsamkeiten und Interessen halten seither die Ehe jung und lebendig. Werner Büche ist in Lörrach und weit darüber hinaus bekannt als Vorsitzender des Jazz Club 56 Lörrach und gewissermaßen als Faktotum des „Jazztone“ am Haagensteg. Bei den vielfältigen Aufgaben wird er von seiner Frau Barbara unterstützt.

Beide Eheleute stammen aus Lörrach. Werner Büche musste indes in seinem Leben einen Schicksalsschlag verarbeiten. Seine erste Frau verstarb durch eine angeborene Krankheit ganz plötzlich und unerwartet. Da war die gemeinsame Tochter gerade sechs Jahre alt.

Längere Zeit hatte der studierte Diplomingenieur mit dem Leben abgeschlossen. Letztlich war es Kollegen geschuldet, dass er im Jahr 1968 mit einer geselligen Gruppe zum Spargelessen mit ins Elsass fuhr. Bei dieser Gelegenheit lernte er Barbara Wiesmann kennen. Ganz langsam freundete man sich an, bis am 13. Mai 1971 in Rötteln die Hochzeitsglocken läuteten. Aus dieser Ehe gingen keine Kinder hervor. Durch seine Tochter hat Werner Büche zwei Enkelkinder.

Nach seinem Maschinenbaustudium in Konstanz arbeitete Werner Büche zunächst in Basel bei einer Maschinenbaufirma. 1965 baute er in Fahrnau eine Firma für Druckmaschinen auf. Wegen Platzmangels zog die Firma bald nach Maulburg um.

Barbara Büche besuchte das HTG, die Höhere Handelsschule und die Frauenfachschule. „Eigentlich wäre ich gerne Schneiderin mit einem eigenen Atelier geworden“, gestand die Ehefrau im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber die Eltern seien dagegen gewesen.

So stieg sie in den Beruf der Buchhalterin ein. Viele Jahre arbeitete sie im Hafengebiet von Weil am Rhein. Zoll- und Steuererklärungen seien da ihr tägliches Brot gewesen. Ihrem Ehemann half sie tatkräftig bei der Organisation und der Künstlerbetreuung beim Jazztone.

Nach Hobbys braucht man bei Werner Büche nicht zu fragen. All seine freie Zeit steckt er seit über 60 Jahren in die Organisation von Jazzkonzerten. Die Lieblingsbeschäftigung von Barbara ist ihr Garten. „Viele sagen, ich hätte einen grünen Daumen“, schmunzelt sie. Früher fuhr das Ehepaar an den Wochenenden gerne zu seinem Wohnwagen. Auch Fernreisen, beispielsweise in die Karibik, haben Eindruck hinterlassen.

Die Corona-Krise verlangt dem Ehepaar derzeit einiges ab. Seit einem Jahr liegt das Jazztone am Boden. Die Miete läuft weiter und Einnahmen fehlen. Den Mitgliedern des Jazz-Clubs habe man den Beitrag für 2020 erlassen – dafür hätten diese eine Spendenaktion zu Gunsten notleidender Künstler gestartet.

Ein Konzert mit Nice Brazil wurde zunächst versuchsweise per Live-Streaming aus dem Jazztone gesendet. 283 Zuschauer waren eingeloggt. „Ein schöner und unerwarteter Erfolg, der Hoffnung macht“, so Werner Büche. Durch eine großzügige Spende des Jazzverbands Baden-Württemberg könne man jetzt an eine eigene Streaminganlage denken.

Die Redaktion gratuliert herzlich und wünscht noch viele gemeinsame Jahre in Gesundheit.

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