Lörrach (lu). „Wir hatten nicht mal Wasser“, erinnerte Rudi Wasmer, Elektriker und Sozialarbeiter beim SAK Lörrach, an die schwierigen Anfangstage im Alten Wasserwerk. Damals hatte der SAK zusammen mit der Stadtverwaltung den Plan gefasst, vom angestammten Domizil in der Alten Feuerwache, wo man seit 1969 residiert hatte, in eben jenes Alte Wasserwerk umziehen. „Es war wie eine Expedition – Ausgang ungewiss“, betonte Wasmer. Doch letztlich ging alles gut.

Der Startschuss zum Bau des kühnen Vorhabens fiel 1998. Sechs Jahre später wurde die Fertigstellung des heutigen Kinder-, Jugend- und Kulturzentrums gefeiert wurde: vor genau zehn Jahren. Diesen ersten runden Geburtstag nutzt der SAK als Trägerverein des Alten Wasserwerks zu einer Reihe von Veranstaltungen. Am Mittwoch gab’s den Auftakt mit einer Vernissage im Dreiländermuseum mit Fotos unter dem Titel „Bauen & Leben – 10 Jahre Altes Wasserwerk“ (bis 15. Juni). Als Nächstes folgen im Alten Wasserwerk ein Open-Air am 11./12. Juli, „Lörrach spielt“ am 9. August sowie der offizielle Festakt vom 9. bis 11. Oktober.

„Wir haben eine prächtige Stätte geschaffen, einen Ort der Lebensfreude und Ausstrahlung“, freute sich Wasmer bei der Vernissage gemeinsam mit dem ehemalgen SAK-Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter und Martin Küchler, dem zweiten pädagogischen und handwerklichen Leiter des Projekts. Alle seien aufeinander angewiesen gewesen, doch alle hätten sich auf ihre Weise eingebracht. „Und so sind aus einstigen Maßnahmen-Teilnehmern gute Arbeitnehmer und Selbstständige geworden“, sieht Wasmer als einen der größten Erfolge an.

Das hatte zuvor schon Jürgen Wiesenhütter erklärt. Damals sei eine zentrale Forderung für den Umzug des SAK ins Alte Wasserwerk gewesen, dass dort zusammen mit dem Umbau zum Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum eine Beschäftigungs- und Qualifizierungs-Initiative eingerichtet wird, damit Jugendliche wieder Anschluss an die Arbeitswelt finden. Landratsamt und Arbeitsamt zogen mit. Eine große Fürsprecherin von Anfang an habe der SAK in Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm gehabt. Insgesamt habe habe man – nicht zuletzt auch dank zahlreicher Spenden – nicht nur große Resonanz in der Bevölkerung gefunden: „Wir konnten vielen Menschen auch eine Perspektive geben“, so Jürgen Wiesenhütter.

Von einer „vollkommen unkonventionellen“ Ausstellung sprach Museumsleiter Markus Moehring. Weitestgehend selbstständig habe der SAK alles selbst in die Hand genommen und die Ausstellung auf die Beine gestellt.

Auch für die Musik mit der Band „Last Exit“, einer Nachwuchsformation, die seit einiger Zeit im Wasserwerk probt, zeichnete der SAK verantwortlich. Zwei Sängerinnen und zwei Gitarristen sorgten für musikalischen Schwung bei der Vernissage.