Von Asia Lomartire

Lörrach. In einer Umfrage der mobilen Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach Stiftung im Jahr 2015 kam heraus, dass sich Lörrachs Jugendliche einen Ort wünschen, an dem sie sich ohne Konsumzwang treffen können. „Sie brauchen Plätze, die sie in ihrer Freizeit nutzen und selbst gestalten können“, erklärt Jan Funke, Fachbereichsleiter der Jugendarbeit und Streetworker. „Obwohl man heutzutage das Gefühl hat, Jugendliche kaum zu sehen, gaben 72 Prozent der Befragten an, sich in ihrer Freizeit im öffentlichen Raum zu befinden. Es ist schwierig einen Platz für sie zu finden, da Bürger einerseits Verständnis zeigen, aber durch Angst vor Lärm lieber solche Orte nicht vor ihrer Türe möchten“, erzählt Funke.

Die Befragten wünschten sich laut der in Kooperation mit der Stadt durchgeführten Umfrage einen zentralen Platz, der mit Bus und Bahn erreicht werden kann. Der Aichelepark erfüllt alle diese Eigenschaften und befindet sich außerdem weder auf dem „Präsentierteller“, noch in der Nähe von Anwohnern, die sich gestört fühlen könnten, so Funke. Darum ist er der ideale Ort für den neuen „Kubus“ der mobilen Jugendarbeit. In unmittelbarer Nähe zur Villa Aichele bietet dieser halboffene Bau den Jugendlichen Schutz vor Regen und eine offene Terrasse auf insgesamt 16 Quadratmetern. Unterstützt wird das Projekt von der Hieber Stiftung mit 2000 Euro.

Der Kubus wurde in Zusammenarbeit mit Jugendlichen gebaut und gestaltet: „Unsere Hauptzielgruppe sind 14- bis 21-Jährige, die von der Ausgrenzung bedroht sind. Wir möchten Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, einen Platz in der Stadt zu haben, für den sie die Verantwortung tragen“, erklärt Patric Waldhecker, der den Bau für die mobile Jugendarbeit betreut hat. Jugendliche halten sich laut Waldhecker schon jetzt im Kubus auf und nutzen ihn auf jede erdenkliche Art und Weise. „Natürlich ist uns bewusst, dass Obdachlose den Platz auch als Unterschlupf nutzen werden, obwohl das nicht unsere Zielgruppe ist, haben wir dadurch die Möglichkeit auf ein respektvolles Miteinander“, meint Waldhecker. „Wir sehen den Kubus als Prozess – etwas Lebendiges, das sich weiterentwickelt und sind gespannt, wie im Sommer der Platz genutzt wird“, ergänzt Funke.

Offiziell eingeweiht wird der Kubus am Freitag, 9. März, um 15 Uhr.