Lörrach - „Wenn die so weiter machen, können sie gleich Lametta dran hängen.“ Der leicht spöttische Kommentar eines Besuchers zeigt: Das Aufstellen des 30. Lörracher Narrenbaums am Samstag auf dem Alten Markt war nichts für Ungeduldige. Die Narrengilde zelebrierte die Eröffnung der Straßenfasnacht bei frühlingshaften Temperaturen mit viel Ausdauer.

 

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Rund eineinhalb Stunden nachdem die Abordnungen der Cliquen und das Fuhrwerk mit dem Baum aus dem Hauinger Wald den Platz erreicht hatte, setzen die 25 starken Männer unter der Leitung der beiden Bammert Matthias Spinner und Markus Guggemos um 12.25 Uhr zwischen zwei Windböen zum „finalen Stoß“ an. Für einmal herrschte kurze, angespannte Stille auf dem Platz, als der 25 Meter lange Baum im Loch versenkt wurde, in dem bis vor gut einem Monat noch der Weihnachtsbaum steckte. „Ist er nicht ein Traum, unser Narrenbaum...“, stimmte Obergildenmeister Jörg Roßkopf sogleich an.

 

Indes setzt auch die Narrengilde inzwischen auf Nachhaltigkeit: Der bereits zum 25. Mal von Silvia Hertel (Lerchenclique) gebundene Kranz an dem wenig später die kleinen Puppen der Gildenfiguren aufgehängt wurden, besteht aus Resten des Weihnachtsbaums.

Neuer Baumkletterer

 

Die Ehre, den riesigen Kranz kurz unterhalb des Wipfels in schwindelerregender Höhe zu befestigen, wurde in diesem Jahr erstmals Alexander Greiner zu teil. „Früher flog ein Güggel hinauf, nun kriecht eine Schnecke den Stamm hoch“, spielte Obergildenmeister Jörg Roßkopf auf die Cliquenzugehörigkeit der Baumkletterer an. Denn viele Jahre lang war diese anspruchsvolle Arbeit die Aufgabe von Thomas Prick (Güggelclique), dieses Mal sicherte er seinen Kollegen von der Schnägge Clique Düllige.

 

Begleitet wurde das Baumstellen von den Auftritten der Guggemusiken „Ohreputzer“, „Ranzepfiffer“ und der Gugge 53, die mit ihren Klängen die viele Besucher bei Laune hielten. Dazu konnten sich alle Kinder kostenlos einen Klöpfer am Pfadfinder-Lagerfeuer grillen.

 

Gut gelaunt und mit ausgefallenem Hutschmuck, die Feder mit „rheinischer Länge“ misst 1,5 Meter, präsentierte sich Protektorin Monika Neuhöfer-Avdic. Das Thema „Bäume in der Stadt“ wolle sie nach den Diskussionen um die Weihnachtsbäume eigentlich nicht mehr vertiefen, aber eins sei sicher: „Das ist ein richtig toller Baum.“