Lörrach Ein steiniger, aber lohnender Weg

Markus Greiß
Die Unterstützung afghanischer Frauen, die hier mit Gudrun Schubert (2.v.r.) und Diana Stöcker (M.) für die Kameras posierten, bildet einen Schwerpunkt der Stiftungsarbeit. Foto: Markus Greiß

Von Markus Greiß

Lörrach. Die Schubert-Durand-Stiftung hat am Samstagnachmittag im Werkraum Schöpflin ihre Jubiläumsfeier nachgeholt, die sie eigentlich schon 2020 zum 15-jährigen Stiftungsbestehen begehen wollte. Als Vertreter der Kreis-, Landes- und Bundespolitik gratulierten Marion Dammann, Jonas Hoffmann und Diana Stöcker der Stiftung für ihre Verdienste. Diese fördert Mädchen und Frauen, die aus dem islamischen Kulturkreis kommen.

Im Namen der afghanischen Frauengruppe, die aktuell einen Schwerpunkt der Stiftungsarbeit bildet, dankte Somayeh Hassariy dem Team um Stiftungsgründerin Gudrun Schubert. Die Mitarbeiterinnen hätten den Frauen geholfen, sich trotz aller Sorgen um das eigene Land „zu integrieren, mit Energie weiterzugehen und mutig zu bleiben“. Hassariy war 2016 nach Deutschland emigriert und wenige Monate später mit der Stiftung in Kontakt gekommen, die viel Energie in die Ausbildungsförderung von Mädchen und Frauen steckt. Auch dank dieser Unterstützung hat sie unlängst ihre Berufsausbildung abgeschlossen.

Wie schwierig die Situation vieler Landsleute ist, die seit der erneuten Machtergreifung der Taliban aus Afghanistan zu fliehen versuchen, hob die Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker (CDU) in ihrer Rede hervor. Sie sei schon seit Jahren mit der Schubert-Durand-Stiftung verbunden. Weil sich diese aktuell dafür einsetzt, gefährdete Afghanen aus dem Einflussbereich der Taliban nach Deutschland zu holen, stehe sie als MdB noch immer häufig in Kontakt mit den Lörracher Stiftungsmitarbeitern.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Hoffmann, der seit zwei Jahren im Stiftungskuratorium sitzt, berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen am Hindukusch. 2010 habe er in Afghanistan Frauen IT- und Englischunterricht erteilt. Jetzt sei er erschüttert, wie dort „Monat für Monat Frauenrechte mit Füßen getreten werden“.

Die Kreis-Chefin ordnet ein

Landrätin Marion Dammann dankte der Schubert-Durand-Stiftung für die „jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit seit 2005“ und jenen „Mädchen und Frauen, die die Angebote annehmen können“. Für viele sei Integration ein steiniger Weg, müssten sie sich doch oft nicht nur mit Sprachbarrieren, sondern auch mit Vorurteilen oder aber mit Hindernissen in der eigenen Familie auseinandersetzen.

Laut Dammann ist Integration keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiges Aufeinanderzugehen. Mit ihrer Integrationsarbeit leiste die Stiftung einen „unverzichtbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben und zur Stärkung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“.

Zum Ende des offiziellen Teils der Feier verabschiedete Gudrun Schubert ihre langjährige Mitarbeiterin Melahat Ulec in den Ruhestand. Seit 2007 hat sie türkischen Frauen in allen Belangen als Ansprechpartnerin gedient, Elternkurse auf Türkisch veranstaltet, zweisprachige Lesungen durchgeführt und Frauenfrühstücke organisiert. Bei orientalischen Spezialitäten und Live-Musik des Dambura-Spielers Hosseini Mohammad Hossein klang das Fest aus.

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