Lörrach Ein Ticket, ein Euro, ein Schlamassel

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Im Ringen um die Einführung des Ein-Euro-Tickets droht eine mutige Idee zwischen den Standpunkten von RVL und Gemeinderat zerrieben zu werden. Wird das Ticket nicht in seiner ursprünglich vorgesehenen, rund um die Uhr geltenden Form eingeführt, mutiert ein bemerkenswerter Ansatz wahrscheinlich zum Negativ-Bumerang und kuriosen Marketing-Flop für alle Beteiligten: Stadt,  RVL und Gemeinderat.

Nachdem das neue Angebot von der Verwaltung in der öffentlichen Wahrnehmung quasi als sichere Offerte kommuniziert worden war und das Kommunalparlament seine Unterstützung für das Projekt signalisiert hat, kann weder die Stadt noch der RVL das Rad einfach zurückdrehen. Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass das Ticket ja zunächst in einem zwei- oder vielleicht sogar nur einjährigen Probelauf getestet werden soll: Erst dann werden belastbare Zahlen vorliegen.

Auf dieser Grundlage wäre der Bevölkerung auch zu vermitteln, warum solch ein neuartiges Angebot gegebenenfalls wieder eingeschränkt oder gar eingestellt werden müsste. Was der Bürgerschaft nicht zu vermitteln sein dürfte: Dass eine klare Idee zur Stärkung des ÖPNV ohne sie auch nur ein einziges Jahr getestet zu haben so beschnitten wird, dass sie nicht mehr sein kann, was sie sein soll: Ein großer Wurf –  kein Trippelschritt.

Projekt der SPD

Unterdessen spiegelt sich in der Debatte auch der Kommunalwahlkampf wider. Das Ticket ist im Kern ein Projekt der SPD – es wurde bislang vergeblich von den Sozialdemokraten in den Gemeinderat eingebracht. Jetzt zeichnet sich eine starke fraktionsübergreifende Mehrheit im Rat für diese Förderung des kommunalen ÖPNV ab: ok - indes scheinen es nun im Prinzip eigentlich immer schon alle gewollt zu haben.

Dass gerade Stimmen aus der Fraktion der Grünen das Anliegen zwar nicht ablehnen, aber doch  weniger nachdrücklich unterstützen und gar relativieren, ist etwas befremdlich. Dies zeigt nicht zuletzt, wie Grüne und Sozialdemokraten im Lörracher Gemeinderat auf etlichen Themenfeldern miteinander um Ideen und Kompetenzen konkurrieren.

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