„Wir können von einem Meilenstein für den Umweltschutz und von einer Initialzündung für den Stadtteil Tumringen sprechen“, sagte Michael Hünninger, Geschäftsführer der Gevita, beim gestrigen Pressegespräch, in dessen Rahmen die energetische Sanierung der haustechnischen Anlagen der präsentiert wurde.

Lörrach. Gemeinsam mit dem Partner „ratio Neue Energie GmbH“ will Gevitadie Energieversorgung von Grund auf erneuern und dabei neue Wege beschreiten, erläuterte der Geschäftsführer. Die Sanierung soll zu einer Initialzündung für einen weiteren Fernwärmeverbund westlich der Wiese und die sich daraus ergebenden Vorteile für den Stadtteil Tumringen werden.

Hünninger betonte, die Gevitasei zwar im originären Geschäft nicht mit Energie befasst, sondern in der Pflege und Versorgung älterer Menschen tätig. Auf insgesamt 8500 Quadratmeter Fläche stehen jedoch vier Gebäude, die bislang einzeln energetisch versorgt würden. Inzwischen sei der Aufwand für die alten Heizungsanlagen so hoch geworden, dass man sich gezwungen sah, neue Schritte zu gehen und ungewöhnliche Lösungen gesucht habe. Ziel sei es, die energetische Situation deutlich zu verbessern. Derzeit verbrauche Gevita jährlich rund zwei Millionen kWh an Gas sowie 580 000 kWh an Strom. Das entspreche der Menge von 200 Vier-Personen-Haushalten.

Man habe die KEA (Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg) und die Energieagentur des Landkreises Lörrach mit ins Boot geholt, um nach optimalen Lösungen zu suchen. Weiter wurde man in der „Ratio neue Energie GmbH“ fündig, die bereits in der Lörracher Nordstadt ein Fernwärmenetz betreibt. Schon vor Jahren seien Überlegungen angestellt worden, sich an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Ratio wird nun nach Aussagen von Geschäftsführer Michael Pilgermayer bei Gevita zunächst ein Blockheizkraftwerk (BHKW) installieren, das Strom und Wärme für die Gevita erzeugt. Weiter sei im nächsten Schritt die Installation eines zweiten BHKW geplant. Zudem plant Ratio, auf dem ehemaligen Gaba-Gelände die dortige Heizzentrale zu übernehmen und in ein Fernwärmenetz für Tumringen, für die Friedrich-Hecker Straße, den Berner Weg und Teile der Theodor-Heuss-Straße einzubinden. In einem dritten Schritt soll der Schluss mit den Fernwärmeverbund Nordstadt vollzogen werden.

Zunächst sei die Sanierung bei Gevita zwar eine Insellösung, die aber große Sogwirkung habe und zur Initialzündung werden kann, zumal auch die Turnhalle und die Tumringer Schule an ein Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen. Auch die Städtische Wohnbau hat eine Anfrage für einen Anschluss ans Fernwärmenetz für die jenseits der Freiburger Straße liegenden Wohnblöcke gestellt.

Nächste Woche soll der Vertrag zwischen Gevita und Ratio unterzeichnet werden, das erste BHKW soll bereits in der kommenden Heizperiode in Betrieb gehen. Insgesamt werden rund 600 000 Euro investiert. 2018 kommt das BHKW dazu und man rechnet 2019 damit, die Heizungsanlage auf dem Gaba-Gelände in das Netz einzubinden.

Als weiteren Schritt gab Hünninger bekannt, dass auch die komplette Beleuchtung der Gevita auf energiesparende LED-Lampen umgestellt werden soll.