Lörrach Eine Feier im Geiste Hebels

Foto vom großen Hebelfest in Lörrach 1947 von Hanns Tschira: Festumzug vor dem heutigen Dreiländermuseum. Fast 20.000 Schweizer kamen dazu nach Lörrach, weil die Grenzen für einen Tag geöffnet wurden. Foto: Sammlung Dreiländermuseum Foto: Die Oberbadische

Das Schatzkästlein des Hebelbundes steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Geburtstags der Lörracher Institution: Der Hebelbund begeht am Sonntag, 7. Mai, den 70. Jahrestag seiner Gründung.

Lörrach. Nach dem Hebelgottesdienst um 10 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche findet um 11.15 Uhr die Traditionsveranstaltung mit dem Festvortrag und der Verleihung des Hebeldanks des Hebelbundes im Dreiländermuseum statt. Die Öffentlichkeit ist hierzu eingeladen.

Nach der nationalsozialistischen Diktatur, deren Kulturpolitik auch Johann Peter Hebel zu vereinnahmen suchte, standen – sozusagen im Gegenzug – in den Jahren nach 1945 Werk und Person Hebels gerade für Humanität und Völkerverständigung.

Am 11. Mai 1947 kamen fast 20 000 Menschen aus der Schweiz über die Grenze, die erstmals wieder allen geöffnet war, um in Lörrach mit weiteren 40 000 Menschen aus dem Südbadischen das Hebelfest zu feiern. Die Feierlichkeiten führten die Bürger zusammen „im Geiste des Dichters, Kalendermachers und Kirchenmannes Johann Peter Hebel, um nach einem Jahrzehnt voll Hass, Angst und Not einen Neuanfang zu machen“, so der verstorbene Ehrenpräsident des Hebelbundes Gerhard Leser vor zwei Jahrzehnten. Im Vorfeld wurde der Hebelbund gegründet, „um das Fest zu organisieren“ (Gerhard Jung).

Als Redner für das diesjährige „Schatzkästlein“ konnte der Hebelbund den Leiter des Dreiländermuseums, Markus Moehring, gewinnen, der über die Rolle, die Hebel in der Nachkriegszeit spielte, und über die Ursprünge des Hebelbundes spricht. Der Oberbürgermeister der Stadt Lörrach, Jörg Lutz, nimmt an der Jubiläumsfeier teil und spricht ein Grußwort.

Den „Hebeldank“ erhält im Jubiläumsjahr Bettina Eichin für ihr Gesamtwerk. Die Lobrede auf die Schweizer Künstlerin hält der Präsident des Hebelbundes Volker Habermaier. Die Veranstaltung wird vom Ensinger Pianisten Thomas Habermaier umrahmt, der Werke aus der Lebenszeit Hebels (Mozart) und aus der Gründungszeit des Hebelbundes (Messiaen) zu Gehör bringt.

Im Anschluss an das „Schatzkästlein“ lädt der Hebelbund zu einem Apéro ein. Der Eintritt ist wie üblich bei den Veranstaltungen des Hebelbundes frei; um eine Spende wird gebeten.

Vor dem „Schatzkästlein“ findet ab 10 Uhr in der Stadtkirche neben dem Museum der „Hebelgottesdienst“ statt, den in diesem Jahr die Basler Münsterpfarrerin Caroline Schröder Field gestaltet. An der Orgel ist Bezirkskantor Herbert Deininger zu hören; außerdem wirkt das Ensemble „Viva Voce“ mit.

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