Von Sara Berg

Lörrach. Mit „Hier sind Sie richtig“ von Marc Camoletti präsentiert sich die Laientheatergruppe des Lörracher Bühnelis in der neuen Saison. Drei ansprechende Gastspiele sollen außerdem für Abwechslung sorgen.

Verwunden und verworren, ein echter Camoletti eben, soll es auch in dieser Saison sein: Zwei Mal hatte das Laientheater mit dem französischen Bühnenautoren bereits großen Erfolg. Sein bekanntestes Stück „Boeing-Boeing“ kam 2003 zur Aufführung, „Die Perle Anna“ drei Jahre darauf.

„Hier sind Sie richtig“ versetzt das Publikum ins Paris der 60er-Jahre, wo die alternde Varieté-Diva Georgette trotz finanzieller Probleme noch immer vom Ruhm vergangener Tage träumt. Weil ihre Untermieter sie in den Wahnsinn treiben, beschließt sie, sich mit ihrem Hausmädchen zu „Schäferspielchen“ aufs Land zurückzuziehen.

Während sie via Zeitungsannonce einen neuen Mieter für die Stadtwohnung sucht, geben ihre Mitbewohnerinnen jeweils eigene Gesuche auf: Die Malerin Jacqueline sucht ein Modell als Spartacus, die Musikerin Janine einen Klavierschüler, und Hausmädchen Berthe endlich den Mann für’s Leben. Eine Kette von Missverständnissen sorgt für den Charme dieser Komödie, deren Durchschaubarkeit auf eine harte Probe gestellt wird.

Für Liebhaber des Alemannischen ein kleiner Dämpfer: „Wir spielen auf Hochdeutsch, um auch Zugezogene zu erreichen – auch wenn immer wieder nach der Mundart gefragt wird“, erklärt Regisseur und Gesamtleiter Günter Geisler, der auch die Camoletti-typischen Wiederholungen aus dem Skript herausgestrichen hat, um den Schwank lebendiger zu machen.

Seit Wochen probt die Laientheatergruppe intensiv an dem komplexen Stück des französischen Wortartisten – und das in mehreren Gruppen, denn die acht Rollen sind zur Sicherheit teils dreifach besetzt. Das Bühnenbild steht, der Text sitzt noch nicht ganz. Truppen-Neuling Robin, Geisers Enkel, fiebert seinem ersten Auftritt auf den Brettern, die die Welt bedeuten, entgegen – und auch Stephanie Böhringer muss sich nach sieben Jahren Theater-Abstinenz erst einmal eingewöhnen.

Bis zur Premiere am 16. November sollen drei Gastspiele das Publikum auf die kommende Saison einstimmen. „Wir möchten unseren Zuschauern Abwechslung bieten, sind aber nur ein kleiner Verein und können daher keine TV-Giganten einladen“, erklärt Rainer Sautter, der seit vier Jahren für die Gastspiele – überwiegend regionaler Größen – zuständig ist.

Auch in dieser Saison hat er für hochkarätigen Besuch aus der Region gesorgt. Das in jeder Hinsicht grenzüberschreitende deutsch-schweizerische Kabarett „RestRisiko“ macht am 12. Oktober den Anfang und nimmt politische und gesellschaftliche Ereignisse rücksichtslos aufs Korn.

Weiter geht’s am 18. Oktober mit Christine Schmid und ihrem Programm „Auch Frauen sind keine Engel“. Die Sängerin hat sich mittlerweile in der Region eine große Fangemeinde geschaffen.

„Gut ist bös’, und bös’ ist gut“ heißt es am Tag darauf, dem 19. Oktober, wenn Bernd Lafrenz in sämtliche Rollen des berühmten Shakespeare Stücks „Macbeth“ schlüpft. Er zupft ein wenig am Kostüm, verzieht das Gesicht, verstellt die Stimme – und ist prompt ein anderer Mensch.