Lörrach „Eine Stiftung, die ihresgleichen sucht“

Auch sie wurden am Samstag gefeiert: Mitarbeiter und Helfer der Jugendarbeit in der Dieter-Kaltenbach-Stiftung mit Vorstandsmitglied Frieder Kaltenbach (2.v.r.) und Fachbereichsleiter Jan Funke (7.v.r.). Foto: Beatrice Ehrlich

Lörrach - „Eine Stiftung, die ihresgleichen sucht“ – dieses Lob von Oberbürgermeister Wolfgang Dietz aus Weil am Rhein ist nur eines von vielen, die anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der offenen und mobilen Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung zugesprochen werden.

Trotz der Hitze ist am frühen Samstagnachmittag eine große Runde auf dem Stiftungsgelände in Stetten zusammengekommen, um den runden Jahrestag zunächst in zahlreichen Grußworten gebührend zu würdigen und danach gemeinsam zu feiern.

Als langjähriger Jugendarbeiter und Vertreter des fünfköpfigen Vorstands der Dieter-Kaltenbach-Stiftung erinnert Frieder Kaltenbach an die Anfangsjahre des Brombacher Jugendtreffs im Keller des Brombacher Schlosses. Damals war der Wunsch aufgekommen, die zentrale Anlaufstelle für Jugendliche des SAK in der Innenstadt – damals noch in der Alten Feuerwache – durch die Einrichtung weiterer, dezentraler Treffpunkte zu ergänzen.

Nach und nach kamen weitere Jugenräume in Tumringen, Hauingen und Haagen sowie Angebote in Rheinfelden und Weil am Rhein hinzu. Dort hatten Jugendliche von nun an die Möglichkeit, sich außerhalb von Schule und Familie zu treffen, gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen und erste Schritte in die Selbständigkeit zu erproben. Mitarbeiter der Dieter-Kaltenbach-Stiftung unterstützten sie, wenn nötig, bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder beim Verfassen einer Bewerbung.

Manche, wie der 20-jährige Etnik Dresh und der 21-jährige Cüneyt Tatli, die später aus ihrer Perspektive an die Zeiten im Jugendraum erinnern, haben später selbst die Jugendleiterausbildung durchlaufen und übernehmen heute selbst Verantwortung – für sich selbst, aber auch für andere. „Ohne die Kaltenbach-Stiftung wäre ich nicht so geworden, wie ich heute bin“ – auch aus diesem Satz von Etnik Dresh spricht große Anerkennung. Für die Anliegen der Jugendlichen habe man bei der Kaltenbach-Stiftung stets ein offenes Ohr vorgefunden, sind sich die beiden einig.

Der darauf folgende Applaus gilt nicht nur ihnen, sondern auch den Mitarbeitern, die während der Reden als helfende Hände im Hintergrund bleiben, aber an ihren eigens entworfenen hellgrauen Jubiläums-T-shirts bestens zu erkennen sind. Bei Jan Funke als Fachbereichsleiter Jugendarbeit bei der Stiftung laufen die Fäden für Organisation und Ablauf des Jubiläumsfests zusammen.

Während Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic auf ihre eigenen Erfahrungen in einem kirchlichen Jugendraum auf dem Dorf zurückblickt, die sie stark geprägt hätten, zählt Elke Zimmermann-Fiscella, Dezernentin für Soziales und Jugend beim Landratsamt Lörrach, Beispiele auf von Jugendlichen, die durch die Angebote der Jugendarbeiter aufgefangen werden in schwierigen Zeiten. Nicht nur für Kinder und Jugendliche, die von Armut, Trennungen oder Schulproblemen betroffen sind seien die Jugendräume eine „zentrale Sozialisationsinstanz“. Die Kaltenbach-Stiftung habe sich zu einer echten Marke in diesem Bereich entwickelt.

Aus Stuttgart überbrachte Christiane Hillig Glückwünsche der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg und verwies auf vielfältige Herausforderungen durch die veränderten Rahmenbedingungen im Leben Jugendlicher heute.

Zum anschließenden, bunten Fest mit Pizza, Grillgut und Getränken konnten die Verantwortlichen zu ihrer großen Freude auch viele „Ehemalige“ auf dem Stiftungsgelände begrüßen.

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