Lörrach Eine Tonne CO2 sparen

Zusammen boxen sie symbolisch eine Tonne CO2 weg (v. l.) Britta Staub-Abt (Stadt Lörrach, Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz), Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic, Herbert Sitterle und Océane Delin (Grandparents und Fridays for Future). Rechts Michael Bilharz. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Lörrach - Michael Bilharz vom Verein „3 fürs Klima“ radelt in hundert Tagen 6000 Kilometer durch Deutschland und wirbt für die „Klimawette“. Am Dienstag machte er in Lörrach Station. Ziel der Wette: Bis zur Klimakonferenz von Glasgow Anfang November erklären sich eine Million Menschen bereit, pro Jahr eine Tonne CO2 zu sparen.

Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic begrüßte Michael Bilharz mit seinem Lastenrad und seiner symbolischen grauen CO 2-Tonne auf dem Alten Markt. Aktuell werde auf der Erde so viel CO 2 freigesetzt, dass mit einer Erwärmung von zwei bis 2,5 Grad zu rechnen sei, sagte er. Wenn in Glasgow keine drastischen Maßnahmen beschlossen würden, sei das 1,5-Grad-Ziel von Paris Geschichte.

Die Folgen der Erderwärmung, wie Dürren, Waldbrände und Starkregen mit Überschwemmungen, nehmen schon heute zu. Daher radelt Bilharz, der normalerweise den CO 2-Rechner des Umweltbundesamtes betreut, durch ganz Deutschland und wirbt für die Klimawette. Eine Million Menschen – 1,5 Prozent der Bevölkerung – will er dafür gewinnen, jeweils eine Tonne des Klimagases einzusparen. In Lörrach wären dies 739 Menschen. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müsste in Deutschland jede Person diese Menge einsparen. Aktuell erzeugt jede Person im Durchschnitt elf Tonnen.

Auch Fridays for Future Lörrach wies mit Plakaten auf das 1,5-Grad-Ziel hin. Der Schüler Felix Hofmann ermutigte die Leute mit Klimasongs, aktiv zu werden. Einzelne Passanten hörten zu. Trotz aller Dringlichkeit warb Bilharz dafür, mit der Klimawette einen CO 2-ärmeren Lebensstil sportlich anzugehen.

Der Verein „3 fürs Klima“ macht Vorschläge, wie die Beteiligten ihren eigenen CO-Fußabdruck verkleinern können oder wie sie Ausstoß durch Spenden kompensieren können. Die Spenden gehen an Organisationen, die zum Beispiel Solarenergie in Äthiopien und Kenia fördern oder CO-Zertifikate in Europa aufkaufen und stilllegen. Wenn außerdem alle Beteiligten drei oder vier Bekannte für die Klimawette gewinnen, habe man schnell eine Million Menschen zusammen, warb Bilharz.

Auch Städte können bei der „Städteliga“ in einem sportlichen Wettbewerb um den größte CO 2-Einsparung pro Einwohner treten. Auf einer speziellen Internetplattform, dem CO 2-Avatar, können alle Beteiligten ihren aktuellen CO 2-Fußabdruck und ihre Erfolge errechnen.

„Lörrach nimmt die Klimawette an“, versicherte Monika Neuhöfer-Avdic. Zusammen mit Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt- und Klimaschutz, mit Océane Delin und Herbert Sitterle (Fridays und Grandparents for Future) stieß sie symbolisch die graue CO 2-Tonne um.

Staub-Abt berichtete über Klimaschutzprojekte in Lörrach: das Stadtradeln, den runden Tisch Klima, das Projekt „Lörrach reduziert seinen CO 2-Fußabdruck“, das im Juni mit zehn Bürgergruppen startete. Über die Internetseite des Rathauses ist der CO 2-Rechner des Umweltbundesamtes erreichbar. Dort kann jeder seinen CO 2-Fußabdruck ermitteln.  www.dieklimawette.de

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