Lörrach Eine unvergängliche Erinnerung

Lörrach - Der letzte Teil unserer Serie „Lörracher und ihre Tattoos“ erzählt die berührende Geschichte von Mark Renk, der sich ein Porträt seiner todkranken Tochter tätowieren ließ.

In den bislang erschienenen Folgen unserer Serie wurden die vielfältigen Gründe für das Tragen eines Tattoos – vom Burnout bis zur reinen Freude an der Körperkunst – beschrieben. Die meisten der Porträtierten ließen sich mehrfach tätowieren – etliche am ganzen Körper. Mark Renk trägt nur ein einziges Tattoo – aber dies hat eine ganz besondere Bedeutung für ihn.

„Heute hätte meine Tochter Geburtstag gehabt, deshalb kam ich auf die Idee, mich bei Ihnen zu melden“, erklärt er. Der Hintergrund: Im Jahr 2003 adoptierten Mark Renk und seine damalige Frau das Mädchen Laura aus Kolumbien. Die Adoptivtochter erkrankte 2012 an Leukämie.

So lange Überlebenschancen bestanden, versuchte der Adoptivvater, seine Tochter zu motivieren. Mark Renk gab die Hoffnung lange nicht auf – eigentlich ging er nie davon aus, dass seine Tochter tatsächlich sterben würde. Irgendwann musste die Familie dann doch erkennen, dass der Tod unvermeidlich war. Mark Renk gab seiner Tochter das Versprechen, sich ein Porträt von ihr tätowieren zu lassen: „Sie wollte es“.

„Es hingen verschiedene Bilder von Laura in ihrem Zimmer im Krankenhaus. Mit den Ärzten suchten wir gemeinsam das Porträt aus“, erzählt Mark Renk. Als die Entscheidung getroffen war, sollte das Tattoo noch zu Lebzeiten Lauras gestochen werden. Doch an dem Tag, an dem Renk den Tätowier-Termin hatte, starb seine Tochter kurz vor ihrem zehnten Geburtstag. Drei Wochen nach ihrem Tod ließ sich Mark Renk dann Lauras Porträt stechen. „Mir war es wichtig, mein Versprechen zu halten“, sagt er.

Die Momentaufnahme seiner Tochter befindet sich an seinem Unterarm und erinnert ihn täglich an sie: „Ich habe mir bewusst ihr Tattoo auf der Innenseite des Arms – zu meinem Herzen hin – tätowieren lassen.“ Über weitere Tattoos hat er seither nicht nachgedacht: „Ich traf die Entscheidung aus einem einzigen Grund heraus“.

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