Brescia/Lörrach. Die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates hat das Dreiländermuseum für seine innovative Museumsarbeit ausgezeichnet. Das Lörracher Museum war mit 14 anderen Museen für den renommierten Micheletti Award 2015 nominiert worden und Thema auf einer internationalen Konferenz im italienischen Brescia. Den Preis selbst vergab die Jury schließlich nach Den Haag.

Bis in die Endrunde der letzten 15 war das Lörracher Museum gekommen: Eine Internationale Jury hatte das Dreiländermuseum für den renommierten Micheletti Award, den europäischen Museumspreis für innovative Museumsarbeit, nominiert und Museumsleiter Markus Moehring eingeladen, das Museum vor internationalem Publikum vorzustellen. Neben dem Dreiländermuseum waren weithin bekannte, große und erfolgreiche Museen für den Preis nominiert wie das Ozeaneum in Stralsund, das Mährische Museum in Brünn, das Slowenische Volkskundemuseum in Ljubljana, das Titanic in Belfast oder das Dänische Meeresmuseum in Helsingör.

Grenzüberschreitende Arbeit gewürdigt

Als vergleichsweise kleines Haus war aber auch das Dreiländermuseum in dieser Runde dabei: Für den Micheletti Award war es vor allem wegen seiner grenzüberschreitenden Arbeit nominiert worden. Als besonders innovativ und europäisch einzigartig gelten in der Museumsszene seine grenzüberschreitend ausgerichteten Ausstellungen und die beiden von ihm ins Leben gerufenen trinationalen Netzwerke: Das Netzwerk Geschichtsvereine und das Netzwerk Museen, das zuletzt 35 Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg am Oberrhein präsentiert hat. Auch viele pädagogischen Angebote des Museums gelten als innovativ, weil sie Menschen auch aus unterschiedlichen Ländern zusammenführen.

In einem Festakt zeichnete die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Gabriella Battaini-Dragoni, das Dreiländermuseum für die Nominierung aus und überreichte Museumsleiter Moehring die Urkunde. Den Preis selbst erhielt schließlich das Nationalarchiv der Niederlande in Den Haag. Mit einer großen interaktiven Ausstellung war es ihm gelungen, bei Besuchern Interesse für Archivalien zu wecken: Papier ist nicht einfach zu präsentieren. Dank eines großen Ausstellungsetats und zahlreicher Multimedia-Stationen machte seine Ausstellung Schriftstücke aber zu einem besonderen Erlebnis.

„Es ist zwar schade, dass es am Ende nicht für den europäischen Museumspreis selbst gereicht hat“, erklärte Museumsleiter Moehring nach seiner Rückkehr aus Brescia, „aber es ist schon etwas ganz Besonderes, dass unser Museum europaweit in dieser Weise überhaupt beachtet und ausgezeichnet wurde. Schon finanziell können wir ja überhaupt nicht mit den großen Häusern mithalten“, erklärte Moehring. „Aber unser spezielles Profil macht uns doch auf eine bestimmte Art einzigartig in Europa. Vermutlich ist das Besondere daran vielen in unserer Region in diesem Ausmaß gar nicht bewusst.“