Lörrach Empfehlung: mehr Sport

Die Oberbadische
Wie sportlich sind Lörrachs Grundschüler? Das untersucht das Pilotprojekt „AGiL“. Archivfoto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Die Sport- und Bewegungsförderung beschreibt eine wichtige Aufgabe in der Entwicklung von Kindern. Darum begleitete die Stadt das bewegungsförderndes Pilotprojekt „AGiL – Aktive Grundschulen in Lörrach“ mit Erstklässlern der Fridolinschule. Es brachte wesentliche Erkenntnisse für die Kinder, Eltern und Lehrer.

Lörrach. Durch AGiL wird mittels sportmotorischer Tests die Fitness der Kinder erfasst und wissenschaftlich fundiert ausgewertet. Am 8. März wurden mit der Unterstützung der Universität Basel, der Kindersportschule Lörrach, der Bürgerstiftung Lörrach und der AOK die Sport- und Fitnesstests mit 80 Erstklässlern an der Fridolinschule durchgeführt (wir berichteten) und anschließend von Sportwissenschaftlern der Universität Basel ausgewertet.

Die Schüler durchliefen einen 20-Meter Sprint, Pendellauf (Ausdauertest), Rückwärts balancieren und seitliches Hin- und Herspringen. Ebenfalls wurden Körpergröße und -gewicht der Kinder erfasst. Mit allen Daten konnte eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die individuelle Fitness der Kinder getroffen werden.

Die Ergebnisse in Lörrach spiegeln die bundes- beziehungsweise weltweiten Entwicklungstendenzen wieder. Die Auswertung ergab, dass von den 80 beteiligten Erstklässlern fünf Prozent als übergewichtig und weitere fünf Prozent bereits als adipös gelten. „Übergewicht allgemein und insbesondere bei Kindern darf nicht unterschätzt werden, da die daraus resultierenden Folgeerkrankungen wie Typ-II-Diabetes auch in jungen Jahren eintreten können“, verweist Laura Albert, Sportkoordinatorin der Stadt, in einer Mitteilung auf die Gefahren.

Die Ergebnisse ermöglichen eine individuelle Förderung der Schüler. Je nach Fähig- und Fertigkeiten der Kinder erhielten sie Empfehlungen für eine sportliche Tätigkeit im Bereich der Bewegungsförderung, Sportförderung oder Talentförderung.

An der Fridolinschule bekamen von den 80 Erstklässlern 36 Prozent eine Empfehlung für bewegungsfördernde Maßnahmen. Hier werden Schüler mit einem motorischen oder körperlichen Förderbedarf individuell unterstützt. Mit dem neuen Schuljahr wird ein zusätzliches für diese Zielgruppe konzipiertes Sportangebot von der Kindersportschule kostenfrei angeboten. Dieses soll wöchentlich stattfinden und jedem freiwillig zur Verfügung stehen.

49 Prozent der Schüler erhielten eine Empfehlung für eine Förderung durch Sportangebote mit polysportiven Charakter. Bei diesen Angeboten handelt es sich um die Erweiterung des Sport- und Freizeithorizonts des Kindes im Bereich des Freizeit- und Breitensports.

Eine Empfehlung für eine Talentförderung zeigte sich bei 2,5 Prozent der Erstklässler. Sie beschreibt eine adäquate Förderung der Kinder, die motorisch besonders leistungsstark sind und die individuelle sportive Interessen berücksichtigt. Diese Kinder sollten über die Jahre eine zunehmend sportartbezogene Spezialisierung erhalten.

Ilona Oswalt, stellvertretende Fachbereichsleiterin Jugend/Schulen/Sport, verweist darauf, dass es sich bei den Ergebnissen um lediglich eine Grundschule handelt und somit nicht repräsentativ für die ganze Stadt zu verstehen ist. „Eine Ausdehnung der Bewegungstests auf alle Grundschulen ist daher wünschenswert und sollte im Sinne der Nachhaltigkeit jedes Jahr in der ersten Klasse durchgeführt werden.“

„Für uns als Sportstadt sind die Erkenntnisse sehr wichtig, um zielgerichtete Angebote für eine Verbesserung von Gesundheit und Fitness unserer Kinder machen zu können. Wir werden daher versuchen das Pilotprojekt zukünftig auf alle Grundschulen auszudehnen und hoffen auf eine weitere Unterstützung durch unsere Projektpartner“, betonte Bürgermeister Michael Wilke.

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