Lörrach Endlich wieder gemeinsam feiern

Adrian Steineck

Mit Diana Stöcker als neuer und zugleich bisheriger Protektorin, die aber als gewählte Bundestagsabgeordnete in Berlin weilte, ist die Lörracher Fasnacht in die Saison 2021/22 gestartet. Wenngleich coronabedingt vieles noch in der Schwebe ist – der Auftakt der Kampagne mit der Losung „...und witer goht’s“ geriet beim traditionellen Schnägge essen gewohnt scharfzüngig und amüsant.

Von Adrian Steineck

Lörrach. Mit einem gleich sechsfachen „Friss’n wäg, d’r Schnägg“, dem Gruß in der Lörracher Fasnacht, begrüßte Oberzunftmeister Andreas Glattacker die Besucher im voll besetzten Lasser-Saal. Man habe solche geselligen Anlässe in der vergangenen Fasnachtssaison allzulange entbehren müssen, sagte Glattacker.

Dass die vergangenen Wochen und Monate den spitzen Federn aus der Narrenzunft und Narrengilde einige Steilvorlagen geboten haben, machte Glattacker schon nach wenigen Sekunden klar. Getreu dem Motto der Imagekampagne für Baden-Württemberg „The Länd“ sei er jetzt wohl als Tüllinger ein „Highländer“, spielte er auf den bekannten Fantasyfilm aus den 1980er-Jahren an und erntete dafür zum ersten Mal Szenenapplaus.

Es gab noch viele Male spontane Begeisterung im Saal der Brauerei Lasser. Es traten neue Gesichter wie auch gestandene Fasnächtler auf. Als Neuzugang stellte sich Norman Meier vor, der künftig für die Internetaktivitäten der Lörracher Narrenzunft verantwortlich zeichnet und einen launigen Einstand gab. Zunftmeister Klaus Ciprian-Beha erinnerte an die vielen „ersten Male“ im Lauf seines Lebens, etwa den Umstand, dass er als frischgebackener Rentner zum ersten Mal flexibel sein muss: „S’Esse wird düürer. Gas wird dürrer. Miete wird dürrer. Zum Glück bliebt mini Rente gliech.“ Andreas „Kucki“ Kuck sprach über seine ausgefallenen Haare und darüber, dass der „Lock-Down“ bei ihm schon einige Jahre zurückliegt. Karl-Heinz Sterzel kam zu dem Schluss: „Erst wenn’s Klopapier dauerhaft und zuverlässig in de Regale lit, isch die Pandemie vorbei.“

Als Gastredner traten der frühere Kanderner Bürgermeister Bernd Winterhalter und der Basler Felix Drechsler ans Mikrofon. Der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz, dem traditionell das Schlusswort vorbehalten blieb, ging auf das bei der Stadt Lörrach neu gegründete „Amt für öffentlichen Humor und Heiterkeit“ ein.

Schlussworte und Ausblick

Er ernannte Oberzunftmeister Andreas Glattacker zum Amtsleiter, und das, obwohl sich sogar CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet beworben habe und ein Seminar „zum Zeitpunkt des richtigen Lachens bei Trauer- und Gedenkfeiern“ hätte halten wollen. Der stellvertretende Obergildenmeister Michi Lindemer stellte gemeinsam mit Glattacker und Dieter Weber, der die Plakette entworfen hat, die neue Fasnachtslosung „...und witer goht’s“ vor. Man plane, dass die Zunftabende mit 2G und einer Besucherzahl von 150 stattfinden, sagte Lindemer.

Protektorin der Fasnacht 2022 ist weiterhin Diana Stöcker, die am „ölfte ölfte“ 2020 wegen der ausgedünnten Fasnachtssaison für zwei Jahre verpflichtet worden war. Die frischgebackene Bundestagsabgeordnete weilte in Berlin, ließ aber Grußworte verlesen.

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