Lörrach Engagiert für den guten Zweck

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Von Kristoff Meller

Lörrach. Die Lörracher Bürgerstiftung steht finanziell trotz schwacher Zinslage gut da und konnte auch im vergangenen Jahr  zahlreiche Projekte   unterstützen, wie bei der Stiftungsversammlung am Mittwoch in der Volksbank Dreiländereck deutlich wurde. Während der Vorstand einstimmig wiedergewählt wurde, verabschiedete sich Gründungsmitglied Fritz Wilhelm aus dem Stiftungsrat.

„Erfreuliche Zahlen“ präsentierte Schatzmeister Roland Wetzel. Im vergangenen Jahr wurde die gemeinnützige Stiftung in einem privaten Testament mit 212 500 Euro bedacht. „Dadurch haben wir unser Gesamtvermögen auf 427 744 Euro nahezu verdoppeln können“, erklärte Wetzel. Die Spendenerträge für das Jahr 2013 beliefen sich insgesamt auf knapp 20 000 Euro, wobei die Zinserträge in Höhe von 2300 Euro „äußert bescheiden“ ausgefallen seien. Der Schatzmeister machte deutlich, dass die Stiftung angesichts der  sinkenden Zinsen darum bemüht sein müsse, das Vermögen durch weitere Spender  zu erhöhen.

In jüngster Vergangenheit engagierte sich die Stiftung unter anderem beim Projekt „Fit im Grütt“, bei welchem die Sportgeräte für das Outdoor-Fitnessstudio im Wert von 17 400 Euro  durch die Stiftung finanziert wurden, wie Vorsitzende Ute Lusche berichtete. Sehr gut angenommen werden laut Lusche auch die Bücherschränke in der Stadt, wobei in den vergangenen Wochen immer öfter Leerstellen vorhanden seien. Das Projekt sei als „Geben und Nehmen gedacht“, betonte Lusche. Mit Applaus gewürdigt wurde  Inge Gulas Ankündigung, mit dem Team der Buchschachtel Haagen die Bücherschränke in Zukunft stärker zu bestücken.

Ein „Dauerbrennthema“, so Lusche, sei die Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Hierfür konnte zum 1. Juli Ulrike Fritsch, Fachkraft für Sprachbildung, eingestellt werden (wir berichteten), die künftig Michaela Kern bei der Arbeit in den Lörracher Kindergärten unterstützt. Kern berichtete unter anderem über die erfolgreiche Wanderausstellung zweisprachiger Kinderbücher und die Schulung von Erzieherinnen.

Das Stiftungsprojekt „Wiesionen“ wurde kürzlich erneut  mit zwei Preisen ausgezeichnet (wir berichteten).  Kritik äußerte die Vorsitzende der auch  für ihre Unabhängigkeit bekannte Stiftung jedoch in Richtung  Verwaltung bezüglich dem Zustand der  Roßschwemme: „Die Stadt hat für das Projekt hohe Drittmittel erhalten und ist für den Unterhalt  verantwortlich, momentan sieht es dort aber schlimm aus.“

Bei den Wahlen wurde der  Vorstand (siehe Infoteil am Ende) einstimmig für drei Jahre wiedergewählt, beim Stiftungsrat  gibt es mit Marcel Falk und Jürgen Moser zwei neue Mitglieder. Dafür wurde Gründungsmitglied Fritz Wilhelm verabschiedet, der „Platz für Jüngere im Rat“ machen wollte. Zuvor dankte ihm Stiftungsratvorsitzender André Marker für seine „herausragende Arbeit“.

Museumsfonds
Markus Moehring, Leiter des Dreiländermuseums, konnte für den Museumsfonds der Bürgerstiftung von Zustiftungen in Höhe von rund 32 000 Euro berichten.  Der Fonds diene dem „langfristigen Erhalt von Kulturgut“, erklärte Moehring. Zum derzeit aktuellen Ausstellungsthema Erster Weltkrieg besitze das Museum beispielsweise „die umfangreichste Sammlung am Oberrhein“. Die Zinserträge in Höhe von knapp 9000 Euro wurden vor allem für Restaurierungen und  für den Ankauf von Objekten zur  „gezielten Schließung von Lücken“ (Moehring) in der Sammlung genutzt.

Schubert-Durand-Stiftung
Gudrun Schubert berichtete über die Arbeit der Schubert-Durand-Stiftung, die sich vor allem in der Frauenbildung und Sprachförderung von Migrantinnen engagiert. Aktuelle Projekte sind beispielsweise die Einzelförderung von türkischen Mädchen an  Realschulen und spezielle Elternkurse für Mütter mit Migrationshintergrund in Kindergärten. Sorge bereitet Schubert jedoch die zunehmende Islamisierung in Lörrach. „Da entsteht eine Parallelgesellschaft“, warnte Schubert vor solchen Aktivitäten auch in der Lerchenstadt.

Stiftungsvorstand: Ute Lusche (Vorsitzende), Frank Hovenbitzer (Stellvertreter), Roland Wetzel (Schatzmeister) und Karsten Kleine

Stiftungsrat: André Marker (Vorsitzender), Hubert Bernnat (Stellvertreter), Andreas Berlin, Inge Gula, Günther Heck, Klaudia Klein, Marcel Matt, Gudrun Schubert, Diana Stöcker, Gisela Talke, Marcel Falk (neu) und Jürgen Moser (neu).

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