Lörrach Albert-Schweitzer-Schule: Nach der Entwarnung beginnt die Aufarbeitung

Bernhard Konrad
Mittlerweile sei eine tatverdächtige Person ermittelt worden. Es habe sich, so Polizeipressesprecher Thomas Batzel, offenbar um eine nicht ernst gemeinte Drohung gehandelt.Archivfoto: Meller Quelle: Unbekannt

Von Bernhard Konrad


Lörrach.  Eine auf die Wand einer Schultoilette  geschriebene, potenziell bedrohliche  Botschaft hat am Montag an der  Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule zunächst einen Polizeieinsatz ausgelöst und in der Folge den Verzicht auf regulären Unterricht am Dienstag nach sich gezogen.

Offenbar eine nicht ernst gemeinte Drohung

Indes konnte die Polizei bereits am Dienstagmorgen  Entwarnung geben. Mittlerweile war eine tatverdächtige Person ermittelt worden. Es habe sich, so Polizeipressesprecher Thomas Batzel im Gespräch mit unserer Zeitung, offenbar um eine nicht ernst gemeinte Drohung gehandelt. Die Polizei ermittle  wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“.

Am Mittwoch soll der Unterricht „so  normal  wie möglich“  stattfinden

Am Mittwoch soll der Unterricht „so  normal  wie möglich“  stattfinden, erläuterte Schulleiter David Weber auf Anfrage unserer Zeitung: „Wobei wir insbesondere in den unteren Klassenstufen mit Klassenlehrer-Unterricht  beginnen. Es ist uns angesichts des langen Wochenendes    wichtig,  nochmals möglichst alle Schüler   vor Ort in Präsenz zu haben.“

Weber: „Wir werden diese Tage im Kollegium sehr gut nacharbeiten“

Die Schüler haben die  Vorgänge offenbar „sehr unterschiedlich wahrgenommen, wobei uns vielfach von Ängsten berichtet wurde. Auch die Eltern und Teile des Kollegiums waren   verunsichert“, beschreibt Weber die Situation. Und  weiter: „Wir haben  im Team der Beratungslehrer, Schulsozialarbeiter und   seelsorgerisch Verantwortlichen auch  abgesprochen, wie wir   mit den Schülern altersgerecht die Vorfälle aufarbeiten und Sorgen sowie Ängste  aufgreifen.  Wir nehmen die Belastungssituation sehr ernst. Unser Vorgehen ist mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle rückgebunden.“

Es habe sich gezeigt, wie eine solche Lage bei allen Beteiligten auf vielerlei Ebenen – emotional, physisch, arbeitstechnisch –   zu einer enormen Belastung führen könne: „Wir werden diese Tage im Kollegium sehr gut nacharbeiten.“

Polizei konnte eine Gefahrenlage nicht mit Sicherheit ausschließen

Am Montag hatte sich  Weber mit einem Schreiben an die Eltern der Schüler gewandt, nachdem die  betreffenden Sätze entdeckt worden waren. Sie ließen  theoretisch auf die Androhung einer Gewalttat schließen, sagte Batzel. Die hinzugezogene Polizei konnte eine Gefahrenlage nicht mit Sicherheit ausschließen, so dass die entsprechenden Konsequenzen gezogen wurden.

Abschlussprüfungen mit Polizeipräsenz

Die für Dienstag vorgesehenen Abschlussprüfungen konnten dagegen mit Polizeipräsenz stattfinden. „Bewusst war uns und der Schulaufsicht, dass ungeachtet ’objektiv sicherer Verhältnisse’  Schüler  emotional so belastet sein könnten, dass eine Prüfungsteilnahme nicht möglich sein würde. Deshalb hatten wir  Erziehungsberechtigten und Schülern  die Teilnahme freigestellt. Im Falle der Nichtteilnahme greift automatisch der Nachtermin“, so Weber.

In enger und  wertvoller Weise durch Polizei und Schulaufsicht unterstützt

Die Abschlussschüler seien indes überwiegend angetreten. „Wir sind zu Beginn nochmals explizit und beruhigend auf die Situation eingegangen. Die Prüfungen konnten anschließend in ruhiger und angemessener  Form beginnen“, betont der Schulleiter.  Von den anderen Schülern   waren erwartungsgemäß nur wenige zur  Schule gekommen.  Kinder und Jugendliche, die dennoch kamen, wurden von  Lehrkräften betreut. Weber abschließend: „Wir wurden  in enger und  wertvoller Weise durch die Polizei sowie die Schulaufsicht unterstützt.“

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