Lörrach „Er ist ein Brückenbauer“

Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der CDU. Foto: zVg/Kappeler

Lörrach - Das Gezerre um den Kanzlerkandidaten der CDU/CSU hat ein Ende: Nachdem sich der Vorstand der CDU mit großer Mehrheit für Armin Laschet ausgesprochen hatte, akzeptierte sein Konkurrent Markus Söder die Entscheidung: Wie haben Lörracher Kommunalpolitiker der Christdemokraten den Prozess und das Resultat wahrgenommen? Unsere Zeitung hat nachgefragt.

Ulrike Krämer (Lörracher CDU-Vorsitzende und Stadträtin): „Wir hatten zwei gute Kandidaten, aber die Entscheidung für Armin Laschet ist richtig. Er ist ein Brückenbauer und kann Kompromisse erarbeiten. Das Votum des CDU-Vorstands ist eindeutig. Der Prozess dagegen ist weniger glücklich gelaufen, das Verfahren war mühsam – und Söders Verhalten hat mir nicht behagt. Jetzt müssen wir gemeinsam für unsere Ziele kämpfen.“

Ulrich Lusche (Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat): „Armin Laschet zählt zu Unrecht zu den am meisten unterschätzten Politikern Deutschlands. Aber jetzt geht es nicht mehr um die äußeren Etiketten, sondern um Inhalte – Laschet muss jetzt liefern. Manche vergessen mitunter, dass er ein erfolgreicher Politiker ist, der gegen Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen die Wahl zum Ministerpräsidenten gewonnen hat. Mit Blick auf Markus Söder muss ich sagen: Wenn Politiker mit einer solchen Selbstverständlichkeit behaupten, sie verträten die Parteibasis, dann halte ich das für eine problematische Entwicklung.“

Petra Höfler (Stadträtin): „Der Prozess ist – na ja – suboptimal gelaufen, um es mal vorsichtig zu formulieren. Ich bin froh, dass eine Entscheidung getroffen wurde, und ich kann gut mit ihr Leben. Ich habe Respekt davor, dass es Armin Laschet mit Haltung und Stil durch die vergangenen Tage geschafft hat. Aus meiner Sicht ist das ein Zeichen von persönlichem Format und einem hohen Maß an Disziplin.“

Herbert Piorr (Brombacher Ortschaftsrat): „Ich bin seit rund 50 Jahren Mitglied der CDU und habe solch ein Trauerspiel bei der Findung eines Kanzlerkandidaten noch nicht erlebt. Wahrscheinlich wird weder die CDU noch die CSU unbeschädigt aus diesem Prozess herauskommen. Im Vergleich dazu haben die Grünen das sehr souverän gemacht.

Mein Kandidat war Friedrich Merz, aber von den nun verbliebenen Kandidaten hat Armin Laschet meine Unterstützung.“ Alfred Kirchner (Stadtrat und Haagener Ortschaftsrat): „Im Verfahren hat die CDU/CSU keinen guten Eindruck hinterlassen – im Gegensatz zu den Grünen, die das offen gestanden sehr gut gemacht haben. Ich persönliche hätte zu Söder tendiert, er stellt aus meiner Sicht einfach mehr dar als Armin Laschet. Aber beide sind Vollblutpolitiker, keine Frage. Allerdings stand mein Kandidat ohnehin nicht zur Wahl: Ich hatte auf Friedrich Merz gehofft.“

Jürgen Weltin (Hauinger Ortschaftsrat): „Schade, dass diese Prozedere so lange gedauert hat. Die Entscheidung ist nun gefallen: Armin Laschet ist ein geeigneter Kandidat, und Markus Söder hat die Entscheidung akzeptiert. Jetzt muss es gemeinsam weitergehen. Ich persönlich habe eher zu Söder tendiert, weil er im Politikbetrieb – in dem doch recht viele ältere Semester aktiv sind – etwas jünger, pfiffiger und dynamischer wirkt.“

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