Lörrach-Brombach (dr). Als Pädagoge ist Hansjörg Noe zahlreichen Menschen in der Region bekannt. In den vergangenen Jahren ist er indes vor allem als engagierter und versierter Geschichts- und Heimatforscher in Erscheinung getreten. Gestern vollendete er sein 75. Lebensjahr.

Geboren wurde er am 6. Januar 1942 in Mayen in der Eifel. In der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges floh seine Mutter mit zwei Kindern nach Muggenbrunn, da ihre Familie aus Freiburg stammte. Der Vater war im Krieg gefallen. 1949 bezog die Familie ein altes Schwarzwaldhaus. 1953 zog die kleine Familie nach Lörrach zu einem Bruder der Mutter, damit die beiden Buben eine weiterführende Schule besuchen konnten. So legte Hansjörg Noe 1962 am Hans-Thoma-Gymnasium das Abitur ab.

Ein Lehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg schloss sich an. 1964 trat Noe in den Schuldienst in Bad Säckingen ein. Bereits ein Jahr später wechselte er an die Albert-Schweitzer-Schule in Lörrach. Später war er Schulleiter der Neumattschule. Neben seinem Schuldienst wurde Hansjörg Noe 1966 Ausbildungslehrer und später Lehrbeauftragter der PH Lörrach und Freiburg. Er unterrichtete die Fächer Geschichte, katholische Theologie, Heimat- und Sachunterricht sowie Museumspädagogik. Zwanzig Jahre lang widmete sich der Jubilar der Ausbildung von jungen Lehrern. Er leitete zehn Jahre lang das „Staatliche Seminar für schulpraktische Ausbildung“ in Lörrach. Er war Regierungsschulrat am Oberschulamt in Freiburg und leitete 13 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung 2005 das Staatliche Schulamt in Lörrach.

Seit Beginn seiner Lehrertätigkeit arbeitete der Jubilar im Bereich der Regionalgeschichte. Drei Schlüsselerlebnisse fokussierten Noe auf die Zeit des Nationalsozialismus. Schon früh habe er das „Tagebuch der Anne Frank“ gelesen. Dann sei er auf ein Buch über die Verfolgung unter den Nazis gestoßen. Und zuletzt habe ihn die Ausblendung der Nazi-Diktatur aus dem Bewusstsein der jungen Bundesrepublik geärgert. „Ich wollte die Geschichte verorten“, sagte Noe.

Er wollte über das Leben in der Diktatur direkt vor unserer Haustür berichten. Das Thema „Nationalsozialismus im Dreiländereck“ vertiefte er seit 2008. Er veröffentlichte Bücher über Steinen, Lörrach und Maulburg. Er führte unzählige Menschen durch die Ausstellung „Lörrach und der Nationalsozialismus“

Hansjörg Noe verfasste zudem die Jubiläumsschriften „125 Jahre Oberbadisches Volksblatt“, 100 Jahre Elektrizitätsgenossenschaft Hauingen, „1250 Jahre Lörrach-Stetten“ und „1250 Jahre Rümmingen“. Doch Noe engagierte sich weit über die angeführten Veröffentlichungen hinaus, so dass die Aufzählung unvollständig bleiben muss.

Eine ganz andere Seite des Jubilars kann man bei einer der Kunstausstellungen von Hansjörg Noe kennen lernen. Eine Spezialität sind die Hinterglasmalereien auf alten Fenstern. Holzschnitte und bemalte alte Nachtkästen zieren seine Wohnung. Auch das Sticken von Bildern nach Bildvorlagen berühmter Maler gehört zu den Hobbys des Jubilars im Unruhestand.

Die Redaktion schließt sich allen Gratulanten gerne an und wünscht noch viele Jahre in Gesundheit.