Lörrach Erdbebensicherheit und Brandschutz bei Holz

Die Oberbadische
Auf dem Lauffenmühle-Areal soll ein Gewerbegebiet entstehen. Foto: Kristoff Meller

Lörrach (ads). Neben dem Impulsreferaten (siehe oben stehenden Artikel) gab es an der ersten Lörracher Nachhaltigkeitskonferenz auch zwei Diskussionsrunden. Diese wurden von Alexander Maas, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest GmbH (WSW) moderiert.

In der ersten Gesprächsrunde sprach Maas zunächst mit Michael Kauffmann, Dezernent Ländlicher Raum beim Landratsamt Lörrach. Dieser sprach davon, dass derzeit „Zug“ in der Holzindustrie sei, da sich das Baugewerbe allmählich von der Corona-Pandemie erhole. Zugleich zeige die derzeitige Entwicklung in vielen bedeutenden Häfen, in denen der Betrieb erst wieder hochgefahren werden muss, dass die Lieferketten nicht immer gewährleistet sind.

Rolf Rombach, Präsident des Vereins Holzbau Baden, monierte, dass kleine Sägereien durch Großbetriebe „kaputtgemacht“ würden. So dürften kleine Betriebe etwa keine Dachlatten fertigen, da diese normiert werden müssten und dies nur Großsägereien dürften.

Von Maas nach der Erdbebensicherheit von Holzgebäuden gefragt, verwies Rombach auf die Elastizität von Holz: „Der Holzbau kann da was.“ Gefragt, ob er das von der Stadt Lörrach geplante klimaneutrale Gewerbegebiet in Holzbauweise für eine gute Idee halte, sagte Rombach: „Ich habe mich eher gefragt, warum nicht eher jemand auf diese Idee gekommen ist.“

Über die Brandsicherheit im Holzbau sprach Pascal Waldvogel vom Ingenieurbüro Waldvogel. Holz brenne vorhersehbar ab und sei daher aus Brandschutzsicht besser als Stahl. Allerdings müsse man sich bei Holz im Vorfeld mehr Gedanken über dieses Thema machen als bei klassischen Baumaterialien.

Tim Siemens von der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg, der erneut zugeschaltet war, sagte, dass ihm bisher keine anderen Pläne für ein klimaneutrales Gewerbegebiet in Holzbauweise bekannt sind. Insofern sei die Stadt Lörrach mit dem Lauffenmühle-Areal auf einem Pilotweg, der sicherlich auch Unwägbarkeiten und Stolpersteine berge. Aber diese werde man meistern, war er überzeugt.

Diana Wiedemann vom Verein Bauwerk Schwarzwald wurde von Maas gefragt, ob es etwas gebe, dass der Baustoff Holz im Vergleich zu klassischen Baumaterialien nicht könne. Das Einzige, was als mögliche Schwierigkeit immer wieder erwähnt werde, sei der Lärmschutz. Hier müsse man im Vergleich zu anderen Baustoffen in der Tat im Vorfeld mehr Arbeit hineinstecken.

In der zweiten Gesprächsrunde der Nachhaltigkeitskonferenz war Peter Vieregge, Geschäftsführer des in Form einer gemeinnützigen GmbH betriebenen Forschungsinstituts für Regional- und Wissensmanagement, zugeschaltet, der zuvor über die Bedeutung von Holz als Kulturwerkstoff etwa für Designmöbel gesprochen hatte. Vor Ort sprach Maas mit der Lörracher Bürgermeisterin Monika Monika Neuhöfer-Avdic und mit Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg. Neuhöfer-Avdic erzählte, wie sie als Rheinländerin den Wirtschaftsförderer für die Region Köln-Bonn gefragt habe, warum es bisher kein klimaneutrales Gewerbegebiet in Holzbauweise gebe. Dessen Antwort: „Weil Stahl zu billig ist.“

Die Ergebnisse der Nachhaltigkeitskonferenz werden jetzt dem Lörracher Gemeinderat vorgelegt.

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