Lörrach Erforschen und entdecken

Die kleinen Forscher der Kita Tumringen mit Ursula Bangert und Susanne Ehrecke Foto: Polnau Foto: Die Oberbadische

Von Elena Polnau

Lörrach. Reagenzgläser, Mikroskope und wissbegierige junge Forscher: willkommen im Kita-Labor der überbetrieblichen Kindertagesstätte in Tumringen. Nicht zuletzt aufgrund dieses Angebots gewann die Lörracher Einrichtung den bundesweit ausgeschriebenen Kita-Innovationspreis KitaStar in Gold (wir berichteten).

Nachdem das diesjährige Thema „Kita forscht!“ bekannt gegeben wurde, wusste Susanne Ehrecke, Bildungsbereichsleiterin für Natur und Umwelt, gleich: „Das passt zu uns.“ Rund 1500 Tagesstätten bewarben sich, nur 33 kamen in die engere Auswahl für den Preis. Sieben wurden in die zweite Runde gewählt, darunter auch die Tumringer Kita, die Besuch von der Jury bekam.

Diese Vorauswahl zeige den „qualitativen Unterschied“, so Burkard Pothmann, Vorsitzender des Trägervereins, den es zwischen den einzelnen Kindergärten gebe. Von Beginn an habe sich die Tumringer Kita mit dem Thema MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auseinandergesetzt. Mit der Zeit entwickelten sich auch die Räume der Einrichtung weiter: Das Labor stehe den Kindern seit 2010 zur Verfügung.

„Wir orientieren uns an den Interessen der Kinder und lassen sie erforschen, was immer ihnen gefällt. Die Zusammenhänge lassen sich oft am besten durch das Auseinander- und Zusammenbauen der erforschten Dinge begründen“, so Ehrecke.

Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Schülerforschungsnetzwerk Phaenovum soll „den Übergang zwischen Kindergarten und Schule fließend gestalten“, erläutert Kita-Leiterin Ursula Bangert. Sie ergänzt: „Den Forschergeist der Kinder wecken wir schon in unserer Kita, im Anschluss können die Kinder etwa im Phaenovum weiterforschen. Wir wollen dadurch für unsere Kinder eine neue Welt eröffnen – besonders für die Mädchen, die oftmals nichts mit Naturwissenschaften anzufangen wissen.“

Ehemalige Kita-Kinder beschrieben beim Pressetermin ihre MINT-Zeit und was sie aus ihr gelernt haben, so auch die Drittklässlerin Josèphine: „Mikroskopieren, Vulkane erschaffen oder Wassermaschinen erfinden – das sind die schönsten Erinnerungen an die Kita. Häufig kenne ich die Experimente in der Schule schon von meinem Kindergarten.“

„Oft hängen die Experimente mit der Naturpädagogik zusammen, weil die Kinder draußen in der Natur spielen und Dinge entdecken, die sie gerne erforschen würden“, erklärt Ehrecke. Das Labor sei zwar nur ein einzelnes Zimmer in der Einrichtung, jedoch lebe die Idee im ganzen Haus, auch außerhalb des Versuchsraums.

Auch die Eltern trugen einen großen Teil zum jetzigen Labor bei: „Unser Forschungsraum wurde zu einem großen Teil Elterninitiative unterstützt. Eltern, die selbst Biologen, Chemiker oder Mathematiker sind, erklärten den Kleinen mit dem nötigen Know-how und Fachkompetenz verschiedene Experimente. Wir wurden auch in echte Labore eingeladen, so konnten die Kinder sehen, dass das, was sie erforschen, wichtig für ihr weiteres Leben sein wird.“

Auch die Jury des KitaStars war vom Konzept der Kindertagesstätte beeindruckt. So verlieh man ihr am Kongress „Invest in Future“ in Stuttgart den KitaStar in Gold, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro.

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