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Theater: Salzert-Brettli eröffnet neue Spielzeit mit „Miss Sophies Erbe“

„Dinner for One oder Der 90. Geburtstag“. Wer kennt diesen stets am Silvestertag ausgestrahlten Fernsehsketch nicht? Das Salzert-Brettli setzt die Geschichte um Miss Sophie und den Butler James jetzt in der Komödie „Miss Sophies Erbe“ von Andreas Wening fort.

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Zur Erinnerung: Miss Sophie feierte ihren 90. Geburtstag und hatte dazu ihre längst verblichenen guten Freunde eingeladen. Der Butler James musste stellvertretend für die vier fiktiven Gäste mit Miss Sophie anstoßen, was nicht ohne Folgen blieb.

Beim Salzert-Brettli geht die Story aber weiter. Miss Sophies Notar Harry Ross (Martin Schade) hat die Nachkommen der alten Freunde der inzwischen verstorbenen Miss Sophie zur Testamentseröffnung eingeladen. Auf der Bühne ist es fast wie im richtigen Leben. Die Erben gönnen sich nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Entsprechend boshaft sind die Dialoge.

Nacheinander treffen die exaltierten und überkandidelten potenziellen Erben ein. Die Operettendiva Ludmilla Stroganoff (Gabi Nicklas), die ihren Zenit als Sängerin schon lange überschritten hat, reist mit ihrer Assistentin Gundula von Knorpsheim (Doris Specker) an. Richard Pommeroy (Michael Scheibel) steht bereits in engem Kontakt zu dem Notar. Den sehr auf seine äußere Wirkung bedachten Modemacher Siegfried Roy Toby (Kevin Hils) spricht augenscheinlich mehr das eigene Geschlecht an. Als ausgesprochen geldgierig outet sich Gilla Winterbottom (Giannina Paolazzi), die als junge Frau einen über 80 Jahre alten Mann geheiratet hat und nun auf dessen Ableben wartet.

Zu heftigen Verwicklungen trägt der Butler Paul (Tom Kaltenbach) bei, der gleich von mehreren Personen als Lustobjekt begehrt wird. Die Köchin Magda (Rivanna Mrugalla) offenbart, dass auch die verstorbene Miss Sophie kein Kind von Traurigkeit gewesen ist.Der große Knaller des Stücks ist schließlich die Testamentseröffnung. Diese gibt der Handlung eine völlig neue Wendung. Aber davon soll hier nichts verraten werden.

Regisseur Paul Jürgens hat ganze Arbeit geleistet. Geschliffen und makellos ist seine Dialogregie, die von flottem Tempo und guter Verständlichkeit bestimmt ist. Das von Jürgens und dem technischen Leiter Günter Lörracher konzipierte Bühnenbild unterstützt die Darsteller. Die Komödie verspricht zwei humorvolle, entspannende Stunden.

„Dinner for One“ ist einer der beliebtesten Fernsehsketche, der seit über 45 Jahren alljährlich am Silvesterabend vom Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird. Der Sketch ist die am häufigsten wiederholte Sendung des Fernsehens weltweit und erhielt bereits 1988 einen entsprechenden Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Um der Silvestertradition zu folgen wird das Salzert-Brettli am Silvestertag, 31. Dezember, um 20 Uhr eine weitere Aufführung mit anschließender Silvesterparty und Feuerwerk geben. Diese Vorstellung ist bereits ausverkauft. Per E-Mail: „theatergruppe@salzert-brettli.de“ kann man sich auf einer Warteliste registrieren.  Weitere Vorstellungen finden bis zum 16. November jeden Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr im Max-Josef-Metzger-Haus, Röttelblick 4, statt. Ferner wird an den Sonntagen 3. und 10. November um 16 Uhr gespielt. Karten können unter www.salzert-brettli.de/reservierung.html oder unter Tel. 07621/43366 von 18 bis 20 Uhr reserviert werden.

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