Lörrach Erwartungen der Baugenossen übertroffen

Marco Fraune
Die intensive Bautätigkeit im Areal Lerchenhof neigt sich dem Ende zu. Foto: Fraune

Die Baugenossenschaft Lörrach zieht eine positive Bilanz der jüngsten Großprojekte Bebauung Areal „Lerchenhof“ sowie den Dachgeschossausbau und die Sanierung Brühlstraße mit Gesamtkosten in Höhe von 12,9 Millionen Euro. Auch angesichts der aktuellen Baupreissteigerung liegt der Fokus nunmehr auf Bestandserhaltung, Modernisierung und eine zeitgemäße Anpassung auch der Heizungsanlagen der Gebäude.

Von Marco Fraune

Lörrach. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen seien die Erwartungen „mehr als erfüllt worden“, erklärte Geschäftsführer Andreas Seiter am Dienstag bei einem Pressegespräch. Die Eigenkapitalquote liege mit 21,4 Millionen Euro erneut bei über 40 Prozent, speziell aber wegen der höheren Bilanzsumme (von 47,7 Millionen auf 53,2 Millionen Euro) falle diese prozentual etwas niedriger als im Vorjahr aus.

Zwei große Bauprojekte

Ein Extra-Lob gab es für die Geschäftstätigkeit durch den Aufsichtsratsvorsitzenden, Binzens Bürgermeister Andreas Schneucker, für die Ausgabenhöhe beim Bauvorhaben „Lerchenhof“, wo die Wohnungen schnell vergriffen waren und die neuen Mieter Mitte vergangenen Jahres eingezogen sind. Die Herstellungskosten belaufen sich hier ohne Grundstück auf zirka zehn Millionen Euro, womit rund 3500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche unterm Strich standen. Diese Zahl werde bei möglichen künftigen Vorhaben wohl nicht wieder erreicht werden, weiß Seiter um anderswo vergleichbare Herstellungskosten von aktuell nunmehr etwa 4500 Euro.

An der Brühlstraße verzögerten sich die Arbeiten aufgrund pandemiebedingter Materialengpässe und der hohen Auslastung im Baugewerbe bis Ende Frühjahr dieses Jahres. Das knapp fünf Millionen Euro teure Projekt sei nun „endlich fertig“, freut sich Seiter. „Ein wirklich tolles Gebäude“ sei realisiert worden, genau nach den vorherigen Vorstellungen.

Modernisierung und mehr

Beide Vorhaben hätten eine Punktlandung hingelegt, da im Jahr 2018 mit 12,8 Millionen Euro gerechnet wurde. Außerdem hat die Genossenschaft zusätzlich für Modernisierung und Instandsetzung des Haus- und Wohnungsbestands im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben, im Vorjahr waren es 1,9 Millionen Euro. Damit beläuft sich das Verhältnis der eingenommenen Mieten zu den Gebäudeerhaltungsaufwendungen ohne Neubaumaßnahmen im Jahr 2021 auf rund 25 Prozent. Seiter: „Jeder vierte Euro wurde in den Hausbestand investiert.“ Der Gesamtmittelabfluss betrug im vergangenen Jahr knapp 7,2 Millionen Euro. Beim Blick voraus ist Seiter und seinem Vorstandskollegen klar, dass sich die Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen innerhalb der Genossenschaft wegen der Preissteigerungen verteuern werden.

Fixe Gaspreise

Die Genossenschafts-Wohnungsnutzer mit einer Gas- Zentralheizung können ein Stück weit aufatmen. Der Gasliefervertrag beinhaltet einen festgeschriebenen Preis bis Ende 2023. Danach soll möglichst erneut ein Langfrist-Vertrag abgeschlossen werden, blickte der Geschäftsführer schon voraus.

Im vergangenen Jahr standen 112 Mieterwechsel an, bereinigt 72 (Vorjahr: 64). Die Fluktuationsrate bei 963 Wohneinheiten betrug bereinigt um den Neubau 7,8 Prozent. Die Mitgliederzahl liegt beim Höchststand von 2475.

Da das Geschäftsergebnis auf 1,28 Millionen Euro gesteigert werden konnte und davon knapp 1,2 Millionen in die Rücklagen fließen, soll der restliche Betrag von 82 800 Euro als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet werden. Wie im Vorjahr soll die Dividende bei 1,75 Prozent liegen, was auf der Mitgliederversammlung am 1. Juni Thema sein wird.

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