Lörrach „Es geht nicht um schnellen Erfolg“

Das Dreiländermuseum hatte 2017 ein gutes Jahr. Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Das Dreiländermuseum hat in seinem Jahresrückblick 2017 die ursprünglich gegenüber den Medien kommunizierten Besucherzahlen nach unten korrigiert. Gleichwohl freut sich Museumsleiter Markus Moehring über ein sehr gutes Jahr.

Lörrach. Bereits zum Jahresbeginn informierte der Museumsleiter über wesentliche Ergebnisse des Museumsjahres 2017 (wir berichteten). Jetzt liegt eine ausführliche 15-seitige Auswertung vor, die Interessierte im Museum erhalten oder online einsehen können.

„2017 war eines der besucherstärksten Jahre in der Geschichte des Dreiländermuseums, doch zeigt die tiefergehende Analyse jetzt, dass es sich dabei doch nicht um den gemeldeten Allzeitrekord handelte“, so Moehring.

Der Jahresrückblick dokumentiere, wie erfolgreich das Dreiländermuseum im bundesdeutschen Vergleich dastehe. Er zähle acht Sonderausstellungen, viermal mehr als ein deutsches Museum im Schnitt pro Jahr.

Laut Deutschland-Statistik, die Museen auf Grund ihrer Sammlung in neun Kategorien einteile, rangiere das Dreiländermuseum mit mehr als 50 000 Sammlungsstücken sogar in der Spitzengruppe der 270 größten deutschen Museen. „Erstaunlich, dass Lörrach in dieser Hinsicht vor manchem Haus einer Großstadt liegt“, so Moehring. Weit über dem Durchschnitt liege auch die Qualität der Forschung an der Sammlung. Inzwischen sind in Lörrach mehr als 40 000 Objekte in der digitalen Sammlungsdatenbank erfasst, rund 80 Prozent der Sammlung. Der Schnitt liege in Deutschland deutlich unter 30 Prozent.

„Erstmals wurden die Besucher des Dreiländermuseums 2017 über ein ganzes Jahr hinweg mit der neuen Registrierkasse am Empfang erfasst. Von Vorteil ist, dass dies eine differenzierte Auswertung der Besuchszahlen ermöglicht. Insgesamt verzeichnet die Registrierkasse 29 138 Besuche in 2017, diese Zahl wurde bereits öffentlich gemacht. Eine genaue Analyse der Zahl ergab nun, dass die Programmierung der Kasse bei 6563 Besuchern zu Doppelzählungen führte: So erfasste das Programm Personen zunächst beim Besuch eines Vortrags im Hebelsaal und anschließend nochmals beim Betreten der Ausstellungen. Bei der händischen Zählung der Vorjahre war dies nicht der Fall“, erläutert Moehring den Vorgang.

Zwar komme es mit der Zunahme digitaler Registrierkassen in immer mehr Museen zu automatischen Doppelerfassungen. Das Dreiländermuseum wolle sich aber an dieser Entwicklung nicht beteiligen. „Wir haben auch das Angebot der programmierenden Firma abgelehnt, den Zugang zur Dauer- und Sonderausstellung getrennt zu programmieren und so höhere Besuchszahlen zu generieren – obwohl dieselbe Firma die in anderen Museen genauso programmiert‘“, sagt der Museumsleiter. „Dem fragwürdigen Wettlauf nach immer mehr Besuchern wollen wir mit besonderer Seriosität begegnen. Entscheidend für die Museen ist, dass sie nachhaltig arbeiten – gerade bei uns darf es nicht in erster Linie um schnellen Erfolg gehen.“

Das Dreiländermuseum rechne deshalb aus der offiziell angezeigten Gesamtbesuchszahl der Registrierkasse 6563 Besuche wieder heraus und nenne im offiziellen Jahresrückblick 2017 die Zahl von insgesamt 22 575 Besuchern.

Auch bei dieser Zahl handele es sich um einen großen Erfolg und eines der besten Ergebnisse in der Lörracher Museumsgeschichte. Nur 2013 und 2014, als das Projekt zum Ersten Weltkrieg von der EU massiv finanziell gefördert wurde, sei die Besuchszahl geringfügig höher gewesen.   Rechenschaftsberichte können im Museum angefordert werden oder sind online zu finden unter www.dreilaendermuseum.eu/ Dreiländermuseum

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