Lörrach Es gilt: „Haugemer Grußpflicht“

Hauinger Aktionsteam „Besseres Miteinander“ mit (v.l.) Gerd Turowski, Peter Kunz und Georg Ticks. Foto: Peter Ade

Lörrach-Hauingen - Drei beherzte Haugemer Urgesteine haben eine außergewöhnliche Höflichkeits-Initiative buchstäblich auf den Weg gebracht, und zwar konkret: auf den Wald- und Wanderweg. „Besseres Miteinander“ nennen Gerd Turowski, Peter Kunz und Georg Ticks ihr „Aktionsteam vom Dorf an de Sunne“ (wir berichteten).

„Mit dem Hut in der Hand kommt man weit durchs ganze Land“, so heißt es in einem alten Lied. Wenn man sich allerdings das Umfeld genau ansieht, fällt auf, dass Manieren, Kleiderordnungen und gutes Benehmen vielfach nicht mehr selbstverständlich sind.

Gerd Turowski – Hauinger Ortschaftsrat und Vorsitzender des Holzsteigerigskomitees – und der Unternehmer Peter Kunz bedauern diese Entwicklung seit langem und haben sich deshalb entschlossen „wirksam gegenzusteuern“. Sie tun dies humorvoll und fordern mit einem „Solli“ kurzerhand zur „Haugemer Grußpflicht“ auf.

Dies geschieht mit Hilfe von Din A 4-Plakaten – eingelegt in eine Schutzfolie und sorgsam angeheftet an bis jetzt zwölf Baumstämme im heimischen Forst. Darauf ist jeweils zu lesen: „Wir Hauinger sind eine freundliche und sonnige Gemeinschaft! Darum besteht hier im Wald die Haugemer Grußpflicht.“

Ein Ignorieren der Aufforderung darf natürlich nicht geahndet werden. Trotzdem der deutliche Hinweis auf den Plakaten: „Können Sie sich nicht zu einem freundlichen Nicken oder Winken oder einem netten ,Hallo‘ hinreißen, dann sind Sie hier falsch!“

Bei ihrer Aktion unterstützt werden Gerd Turowski und Peter Kunz von Georg Ticks, dem langjährigen Inhaber der Hauinger Jagd. Er kennt in der Soormatt – rund um das Schützenhaus und zwischen Gendarmenwegli und Hexenbrünnli – so gut wie jeden Baum. Er weiß genau, welche Wanderwege am stärksten frequentiert sind und vor allem an Wochenenden gerne auf Schusters Rappen begangen werden. Also gab Ticks dem Aktionsteam wertvolle Tipps, an welchen Bäumen die Zettel zu befestigen sind.

Turowski ist Ur-Alemanne. Er formuliert seine Meinung zum Thema „Grußpflicht“ ganz im heimischen Dialekt: „Fründlichkeit isch e uraldi Eigeschaft – sie stäubd nid, choschdet nüd un duet nid weh!“

Die außergewöhnliche Höflichkeits-Initiative ist mittlerweile in vieler Munde. Dutzendfach findet sie sich in sozialen Netzwerken – überwiegend mit positiven Kommentaren und Anmerkungen. Aus den Reihen des Ortschaftsrates sind ebenfalls befürwortende Stimmen zu hören. Ortsvorsteher Günter Schlecht lobt die Initiative von Turowski, Kunz und Ticks: „Ich hoffe sehr, dass viele Wanderer, Spaziergänger und Radler die Plakate lesen und ihnen dann ein ,Solli‘ leichter über die Lippen geht.“

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