Lörrach Esel füttern und Hütten bauen

Nach den Hausaufgaben spielen die Kinder mit den Eseln auf dem Hortgelände. Foto: Nils Straßel Foto: Die Oberbadische

Von Nils Straßel

Lörrach. „Die Kinder sollen in Bewegung kommen“, sagt Iris Teulière, Geschäftsführerin der Dieter-Kaltenbach-Stiftung beim Presserundgang zum Schülerhort auf dem Stiftungsgelände in Stetten. Seit 30 Jahren werden hier von Montag bis Freitag Schüler von der ersten bis zur achten Klasse betreut.

Die zwei Gruppen à 20 Schüler essen zusammen zu Mittag, bekommen Hilfe bei den Hausaufgaben und können sich den Rest des Nachmittages mit einer Vielzahl an Aktivitäten beschäftigen: Esel füttern, Vogelhäuschen bauen oder Lagerfeuer machen sind nur einige Beispiele.

Das alles geschieht unter Aufsicht der vier Betreuer und ohne Ablenkungen durch Handys – die sind nämlich während der Betreuungszeit verboten. „Ein Leitziel unserer Stiftung ist die Persönlichkeitsbildung, besonders im kreativen, künstlerischen Bereich. Da sind Handys nur im Weg“, erklärt Teulière.

Tiergestützte Pädagogik mit Hasen und Eseln auf dem Hortgelände soll den Kindern Verantwortung vermitteln, und der Hüttenbauplatz sei perfekt, um „nach Herzenslust zu hämmern und zu nageln“, sagt Hortleiter Falk Miersch. An Regentagen werden in den Gemeinschaftsräumen oft Karten- oder Gesellschaftsspiele ausgepackt. Miersch verrät jedoch, dass es selbst bei den schlimmsten Wetterverhältnissen schwer sei, die Kinder im Haus zu halten: „Bei Regen macht es eben viel mehr Spaß, im Bach oder auf dem Wasserspielplatz zu sein.“

Zusätzlich befinden sich mehrere offene Werkstätten auf dem Stiftungsgrundstück, die auch von der Lörracher Volkshochschule für Workshops verwendet werden. Neben einer Holz- und einer Metallwerkstatt können die Schüler auch eine Töpferwerkstatt nutzen, um sich gestalterisch zu verwirklichen.

Finanziert wird der Hort mit Beiträgen der Eltern und dem sonstigen Stiftungskapital, das sich aus Spenden, anderen Stiftungsprojekten und der Unterstützung der Stadt Lörrach zusammensetzt. Außerdem gibt es ehrenamtliche Helfer und Freiwilligendienstler, die die Festangestellten bei der Betreuung unterstützen. „Das ist auch eine gute Möglichkeit für Menschen mit dem Berufswunsch Erzieher, erste Erfahrungen mit der Arbeit mit Kindern zu sammeln“, sagt Teulière.

Aktuell seien noch zwei Hortplätze frei und die Vereter der Dieter-Kaltenbach-Stiftung würden sich freuen, neue Kinder in ihre nachmittagliche Gemeinschaft aufzunehmen.

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