Von Markus Greiß Lörrach. Wenn das Dreiländermuseum Lörrach am Karsamstag und am Ostersonntag schon geöffnet hat, müsste sich doch dort etwas Österliches finden, oder" Museumsleiter Markus Moeh­ring erwischt die kurzfristige Anfrage unserer Zeitung keineswegs auf dem falschen Fuß. Flugs bittet er seine Mitarbeiter, in dem 50 000 Exponate umfassenden Depot nachzuforschen. Währenddessen macht sich Moehring mit dem Autor dieses Artikels auf den Weg durch die Ausstellungsräume. Es ist ein wenig wie Eiersuchen am Ostersonntag – nur, dass wir uns noch in der Karwoche befinden. „Eine spezielle Abteilung zum Thema Ostern gibt es im Dreiländermuseum nicht“, schränkt der Museumsleiter schon einmal ein. Aber: Das Thema Schoggi wird in der Wirtschaftsabteilung durch eine Vitrine voller historischer Exponate aus der Milka-Schokoladenfabrik an der Brombacher Straße abgehandelt. Und da steht er in der Ecke: ein riesiger silberglänzender Osterhase – beziehungsweise eine 60 Zentimeter große metallische Gussform, mit der im Lörrach des beginnenden 20. Jahrhunderts riesige Schokohasen gefertigt wurden. Den nächsten Bezug zum Osterfest stellt ein wunderschön verzierter Sederteller aus dem Jahr 1775 her. Derartige Teller dienen dazu, zum Auftakt des jüdischen Pessachfests Speisen von symbolischer Bedeutung zu reichen. Und Pessach, das an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten erinnert, ist terminlich und inhaltlich eng mit Ostern verbunden – nicht nur durch das Pessach-Lamm, das als Osterlamm im Christentum Einzug hielt. In der Sonderausstellung „Paradiesische Pflanzen im Judentum, Christentum und Islam“ bleibt Markus Moehring dann vor einer Bilderreihe von Pflanzen stehen, auf denen Krappwurzeln, Waidpflanzen, Reseden und das besonders wertvolle Safran abgebildet sind. Sie dienten vor der Entwicklung chemischer Farben zum Färben von Geweben und Lebensmitteln – und gaben auch dem einen oder anderen Osterei sein buntes Aussehen. Am Ende der Runde wartet das Recherche-Ergebnis aus dem Museumsdepot in einer großen Metallkiste. Moehring lüftet den Deckel und findet dort unter anderem einen in einer Kriegsgefangenenzeitschrift abgedruckten Osterbrief aus dem Jahr 1917, eine handgemalte Osterkarte von 1929, Heiligenbildchen von Osterkommunionfeiern aus den 1930er Jahren, die Preisliste aller Suchard-Osterschokoladenspezialitäten aus dem Jahr 1931 und – endlich – eine Sammlung von 25 handgeschmückten Ostereiern jüngeren Datums zum Aufhängen. Die etwas andere Ostereiersuche im Museum war erfolgreich. Und sie muss noch nicht zu Ende sein. Wer das voraussichtlich wechselhafte Osterwetter nutzen möchte, um sich im Museum auf die Suche zu begeben, hat dafür am heutigen Karsamstag von 14 bis 17 Uhr und am Ostersonntag von 11 bis 17 Uhr die Möglichkeit. Zu diesen Zeiten ist das Dreiländermuseum an den Feiertagen geöffnet. Dann besteht die letzte Möglichkeit, sich die sehenswerte Sonderausstellung „Paradiesische Pflanzen“ anzuschauen. Denn mit dem Osterfest geht auch sie nach gut vier Monaten zu Ende.

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