Lörrach Fahrradstraße als Leuchtturm

„Keine Sperrung der Innenstadtbereiche für Radfahrer“, fordert die IG Velo. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Mit großer Freude hat die IG Velo den Beschluss des Gemeinderats, die Trasse Spital-/Weinbrennerstraße als Fahrradstraße auszuweisen, aufgenommen. Die erste richtige Fahrradstraße im Landkreis Lörrach könne wie ein Leuchtturm ausstrahlen. Sie sei ein wichtiger Schritt, um die Fahrradstrategie 2025+ anzugehen und umzusetzen, schreiben Madlee Disch und Wolfram Uhl von der Interessengemeinschaft.

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung haben sich das ambitionierte Ziel gesetzt, in neun Jahren den Radverkehrsanteil von geschätzt 17 Prozent zu verdoppeln. Dies gehe nicht ohne massive Investitionen in eine radverkehrsfreundliche Infrastruktur und nur mit positiver Begleitung von Seiten der Verwaltung und der Politik, heißt es weiter.

Eine wochenlange Diskussion um eine Sperrung der zentralen Innenstadtbereiche sei kein geeignetes Mittel, dem Bürger auf den Sattel zu helfen. Umso erfreulicher sei der Beschluss zur Fahrradstraße. „Aus unserer Sicht ein überfälliger Baustein für den Radverkehr in der Innenstadt Lörrachs. Sie erlaubt Radfahrern, das Zentrum zügig und sicher zu durchqueren.“

Fahrradfahrer, die mit ihrem Rad im Zentrum einkaufen und dort verweilen wollen, benötigten weiterhin einen freien und direkten Zugang zu Geschäften und Kultureinrichtungen. Radfahrer seien gute Kunden, die lokal einkauften und durch ihre hohe Besuchsfrequenz mehr Geld in den Geschäften der Innenstadt ließen als Autofahrer, die ihren Großeinkauf in den Einkaufsmärkten außerhalb erledigten.

Mit Befremden habe die IG Velo die Ankündigung der SPD zur Kenntnis genommen, einen Antrag zur Teilsperrung der Innenstadt für den Radverkehr einbringen zu wollen. „Das halten wir für völlig kontraproduktiv. Jetzt gilt es aus unserer Sicht, die Entwicklung des Radverkehrs infolge der Velostraße zu beobachten. Die Position der IG Velo ist: Keine Sperrung der Innenstadtbereiche für Radfahrer!“

Schon die jetzige Regelung erlaube es Radfahrern, die zu schnell durchs Zentrum fahren und dabei Fußgänger gefährden, mit einem entsprechenden Bußgeld zur Ordnung zu rufen. „Hier halten wir die Durchführung der von der Stadtverwaltung angekündigten Kampagne für einen wichtigen Schritt, der zum Verständnis der Verkehrsteilnehmer untereinander führt und einem Ausspielen von Fuß- und Radverkehr vorbeugt.“ Auch die IG Velo sei in Vorbereitung einer Aktion für mehr Akzeptanz und Miteinander aller Verkehrsteilnehmer in der Innenstadt.

Die IG Velo möchte keine Verbote, die in der Praxis vor allem dazu führten, dass Schüler, Alltagsradler und Kunden zu Regelbrechern würden. Gerade die Corona-Krise zeige, dass die Bereitschaft der Bürger, sich an Regeln zu halten, groß sei. Vorausgesetzt, die Regeln machten Sinn, würden gut kommuniziert, begründet und Verstöße angemessen sanktioniert. Durchfahrtsverbote seien sicherlich nicht zielführend.

Es gelte vielmehr zu überlegen, wie schnellstmöglich weitere Fahrradstraßen und Radverkehrsachsen vorangebracht werden könnten. „Aus unserer Sicht könnte das eine Fahrradstraße auf der Trasse Hartmattenstraße und Bergstraße (Kreuzstraße) sein. Sie zählt zur Pendlerroute Ost, die nach Stand der Dinge Teil der Radschnellverbindung Wiesental werden wird.“ Das wiederum bedeute, dass die Stadt hohe Zuschüsse erhalten könnte.

Eine velotaugliche Unterführung am Rathaus, die den Radweg auf die Ostroute führt, könnte die Schülerströme zum Campus Rosenfeld lenken, so die IG Velo.

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