Lörrach Wo brennt's denn?

Gleich zwei Mal haben Brandmeldeanlagen zwischen Dienstagabend und Mittwochmittag die Lörracher Feuerwehr alarmiert. Gebrannt hat es aber weder im Steigenberger Hotel noch in der Galleria Mendini. Kein Einzelfall: 2017 gab es 99 Fehlalarme im Stadtgebiet – 56 Mal waren Brandmeldeanlagen die Ursache. Dennoch sind sie laut Experten wichtig, denn sie retten im Ernstfall Leben.

Von Kristoff Meller

Lörrach. „Brandmeldeanlagen machen grundsätzlich Sinn“, erklärte Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und Sicherheit, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerade bei größeren Gebäuden wie der Galleria Mendini oder dem Steigenberger Hotel Stadt Lörrach mit seiner aufwendigen Gebäudestruktur seien die Geräte mit direkter Verbindung zur Leitstelle im Brandfall sehr wertvoll: „Die Feuerwehr muss möglichst frühzeitig informiert werden, um Menschenleben retten zu können. Da kann man nicht abwarten, bis der Rauch von draußen zu sehen ist, sonst verliert man wichtige Minuten“, betonte Dullisch.

Die Lebensrettung stehe stets an erster Stelle: „Lieber rückt die Feuerwehr drei Mal umsonst aus, anstatt ein Mal zu spät zu kommen.“ Zumal man zwischen einem klassischen Fehlalarm durch einen technischen Defekt und einer „unwissenden Alarmierung“, beispielsweise wenn durch Handwerker Staub aufgewirbelt wird, den die Anlage als Rauch interpretiert, unterscheiden müsse.

Belastung für die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner

Die Einsätze am späten Dienstagabend im Steigenberger und am Mittwochvormittag in der Galleria Mendini, die komplett evakuiert wurde, waren jedoch nicht die einzigen Fehlalarmierungen in den vergangenen Wochen. So sind im Einsatzprotokoll auf der Homepage der Feuerwehr alleine für das Steigenberger-Hotel Alarmierungen am 26. und 30. Mai vermerkt.

Beide Male löste die Brandmeldeanlage aus, beide Male waren 23 Feuerwehrleute und vier Fahrzeuge vor Ort. Weitere Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen gab es laut der Einsatzübersicht zuletzt in der Teichstraße (20. Mai, 23.52 Uhr), der Feldbergstraße (19. Mai, 18.03 Uhr), sowie der Schopfheimer Straße (16. Mai, 22.48 Uhr).

Natürlich sei das eine physische und psychische Belastung für die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner, die bei Alarmierung am Arbeitsplatz oder Zuhause alles stehen und liegen lassen. Dullisch: „Sie müssen sich immer auf den Ernstfall einstellen und sind entsprechend angespannt.“ Entpuppt sich der Einsatz dann als Fehlalarm, könne das fast schon frustrierend sein.

Allein 2017 wurden laut dem Jahresbericht der Lörracher Feuerwehr insgesamt 99 Fehlalarme registriert – davon war 56 Mal eine Brandmeldeanlage der Auslöser. Die Zahl der Fehlalarme ist zudem im Vergleich zu 2016 (96) und 2015 (93) leicht gestiegen. Doch wer bezahlt diese Einsätze? Die Feuerwehr-Kostenersatz- Satzung (FWKS) der Stadt Lörrach hat laut Dullisch bis September 2016 eine Pauschale in Höhe von 975 Euro pro Stunde für jeden Einsatz berechnet. Meistens sind Fehlalarme laut Dullisch auch nach einer Stunde beendet.

Ende September 2016 wurde die FWKS jedoch geändert und beschlossen, dass künftig „je nach Aufwand und damit differenzierter abgerechnet“ werde. Entscheidend für die Kosten, die der Betreiber der Brandmeldeanlage respektive der Eigentümer oder Mieter zu tragen habe, sei seither beispielsweise Anzahl und der Art der alarmierten Einsatzkräfte und Fahrzeuge.

„Fehlalarme werden sich nie ganz vermeiden lassen“, so Dullisch. Gleichwohl seien die Feuerwehr und die Stadtverwaltung aber natürlich daran interessiert, die Anzahl möglichst zu minimieren. Bei mehrfachem Fehlalarm oder wenn „organisatorische Schwächen“ festgestellt werden, versuche man „im konstruktiven Gespräch“ mit dem Inhaber eine Verbesserung herbeizuführen.

Siehe auch "Fehlalarm am Chesterplatz"

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