Lörrach Die Narrengilde plant um

Marco Fraune
Beim Narrenbaumstellen dürfen in diesem Jahr bis zu 500 Teilnehmer dabei sein. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Entwicklung der Corona-Pandemie zwingt die Lörracher Narrengilde schon jetzt, die Planungen neu zu justieren und zu verändern. Das Narrenbaumstellen wird von Samstag, 5. Februar, auf den Folgetag verschoben. Die Laufabende der Schnitzelbangg-Gruppen durch die Lokalitäten der Stadt im Februar werden ebenso wie die Vernissage der Bängg im Burghof abgesagt. Es gibt dafür zwei neue Veranstaltungen in größeren Sälen.

Narrengilde überrascht von Gegenwind des VON

Die Lörracher Narren haben mit ihrer Bekanntgabe, in den Pfingstferien ein „Confetti-Sommerfestival“ auf die Beine stellen zu wollen, für kräftig verbalen Wirbel in der Stadt, in der Region und darüber hinaus gesorgt. „Gegenwind haben wir erwartet, die Stärke des Gegenwinds war überraschend“, blickt Obergildenmeister Jörg Roßkopf im Gespräch mit unserer Zeit auf außergewöhnliche Wochen zurück.

Eine Sommer-Fasnacht löse offenbar einen Reflex aus. Klaus-Peter Klein, Narrenmeister des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON), betonte sogar, dass die Teilnahme am Lörracher Umzug im Sommer einen Satzungsverstoß von Mitgliedern darstelle. Dabei soll es kein Fasnachtsumzug sein, so Roßkopf.

„Wer will, kann kommen“

Eigentlich reiche es doch, wenn man den Mitgliedern sage, dass sie nicht im eigenen Häs teilnehmen sollen. So will es der Obergildenmeister für sich persönlich händeln. Daher spricht er nochmals die Einladung aus: „Wer will, kann kommen.“

Von den 42 Lörracher Cliquen haben drei ihre Ablehnung kund getan, bis Anfang Februar sollen alle Rückmeldungen einlaufen, wobei schon jetzt auch Anfragen von Auswärtigen vorliegen. Die Vor-Corona-Zahl von 3500 Teilnehmern beim Umzug und 2500 Musikern zur Gugge-Explosion würden aber wohl nicht zu Pfingsten erreicht – auch aufgrund zahlreicher Urlaubsvakanzen, schildert der Obergildenmeister.

Einzige Gelegenheit zum Tragen des Häs

Für das Narrenbaumstellen rechnet Roßkopf auch mit maximal 500 Teilnehmern, wobei es sich überwiegend wohl um Aktive handele und nur um 200 Zaungäste. Diesen biete sich dann wohl erst- und letztmals die Möglichkeit, im Jahr 2022 das Häs offiziell zu tragen.

Wichtig ist der Narrengilder, dass nicht zu viele Interessierte vor Ort sind, weshalb auf den Sonntag ausgewichen wird. „Mit dieser Verlegung weichen wir auf eine Zeit aus, in der die Geschäfte der Innenstadt geschlossen sind und vermeiden auf diese Weise unnötig Menschenansammlungen“, hat Roßkopf nun die Cliquen und Musiken über den neuen Termin informiert (siehe auch nebenstehender Bericht).

Große Säle bevorzugt

Hinsichtlich der Absage der Schnitzelbangg-Laufabende reagiert die Narrengilde Lörrach auf Verunsicherungen in den Reihen der Narren. „Es ist momentan einfach nicht denkbar, dass in engen Räumlichkeiten von Gaststätten und Vereinsheimen gesungen und Geselligkeit gepflegt wird“, wurden die Veranstaltungen daher abgesagt. Die Sänger würden sich in den engen Räumen nicht wohl fühlen. „Man möchte nichts riskieren.“

Da die meisten Bängg der Fasnacht 2022 aber schon gedichtet und die Helge gemalt sind, will die Narrengilde diese im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten dennoch präsentieren. „Wir sehen aus diesem Grund zwei Veranstaltungen in größeren Sälen vor.“ Am Fasnachtsfreitag sind die Bängg im Gemeindehaus St. Fridolin Stetten zu hören, am Fasnachtssamstag im großen Saal des Burghofs (siehe Info-Kasten).

Narrenbaumstellen unter 2G plus

Für das Narrenbaumstellen, das auf Sonntag, 6. Februar, verschoben wird, gelten die Vorgaben der aktuellen Corona-Verordnung. Diese sieht einen abgesperrten 2G+-Sicherheitsbereich vor und das Tragen einer Hygienemaske.

Das Team, welches den Baum stellt, trifft sich am 6. Februar am Lagerplatz des Narrenbaums im Grütt und wird dort vor Ort auf Corona getestet. Die Hästräger-Delegationen und die Musiker treffen sich ab 13.45 Uhr auf dem Hof der Hebelschule zur Zertifikatskontrolle. „Die erfolgte Kontrolle wird durch ein Kontrollband für den Arm dokumentiert“, schildert Obergildenmeister Jörg Roßkopf das Verfahren.

Alter Markt wird Sicherheitsbereich

Der Alte Markt soll mit Gittern und Bauzaun-Elementen zum Sicherheitsbereich werden. Der Zutritt Bereich mit Zertifikatskontrolle wird laut aktuellem Plan durch ein Security-Unternehmen überwacht. Gäste, die zum Narrenbaumstellen wollen, müssen dort nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder 2fach-geimpft und getestet sind.

Die Anmeldung für die Cliquen und Musiker läuft nun, wobei diese Anzahl maßgebend ist, wie viele Zuschauer noch auf den Alten Markt gelassen werden können – insgesamt maximal 500 Personen. Kurz vor 15 Uhr geht es vom Hebelpark aus durch die Turmstraße zum Alten Markt, um dort den Baum zu stellen.

Anmeldungen

Anmeldungen für den Abend in Stetten können unter E-Mail funkgabi@gmx.de (Tel. 07621/47586) abgegeben werden. Anmeldungen für den Burghof unter tickets @narrengilde-loerrach.de. Tickets werden jeweils am Abend an den Eingängen bei der Zertifikatskontrolle hinterlegt. Die Vorträge im Burghof werden zudem gefilmt und stehen später online zur Verfügung.

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