Lörrach Fasnacht Oberbürgermeister kontert Kritik an bürokratischen Hürden für Fasnacht

Marco Fraune
Der Ehren-Obergildemeister Jörg Roßkopf. Foto: Marco Fraune

Der Protektor Jörg Roßkopf ruft die Narrengilde-Verantwortlichen auf: „Wehret euch!“

Die mit den Fasnachtsveranstaltungen verbundenen Auflagen sieht der Ehren-Obergildenmeister Jörg Roßkopf teils sehr kritisch an, wie bei seiner Rede im Rahmen des Heringsessens am Dienstag deutlich wurde.

Habe in seinen Anfangsjahren vor gut 20 Jahren als Obergildenmeister noch eine Person für die Kontrolle des Narrendorfs gereicht, würden mittlerweile bis zu zehn Mitarbeiter aus unterschiedlichen Rathaus-Fachbereichen kommen – „eine ganze Prozession“. Vor Ort würden diese teils andere Ansichten vertreten, was ohne Abänderungen so gut bei einem Zunftabend als Sketch für große Erheiterung sorgen würde. Es bestehe offenbar Angst, Verantwortung zu übernehmen.

Die neue Narrengilde-Spitze um den Obergildenmeister Michael Lindemer rief Roßkopf daher zum Widerstand gegen allzu eng gefasste Auflagen auf: „Wehret euch!“. Ansonsten sieht der meinungsstarke Ex-Obergildenmeister die Gefahr, dass die Fasnacht ähnlich an Attraktivität verliert wie der Lörracher Weihnachtsmarkt. In Lindemer sieht Roßkopf aber einen Nachfolger, der die erforderlichen Kämpfe austragen werde.

OB verweist auf Ausgleich

Oberbürgermeister Jörg Lutz nutzte seine kurze Ansprache dafür, eine Lanze für seine Mitarbeiter zu brechen. Für diese sei es extrem schwierig, sich dem „Dauerbombardement“ auszusetzen. Denn nicht nur die Narrengilde verfolge ihre Interessen, gleiches gelte beispielsweise für die heimischen Wirte oder auch nicht närrisch orientierte Lörracher, die in die Innenstadt wollen. „Wir haben aber einen guten Kompromiss gefunden.“ Die Aufgabe der Verwaltung sei, alle Interessenlagen auszutarieren.

Oberbürgermeister Jörg Lutz Foto: Marco Fraune

Beim Thema Sicherheit sei das Problem, dass sich immer Menschen fänden, die bei Nichteinhaltung bestimmter Punkte vor Gericht ziehen. Und klar sei: „Wir leben in einem Rechtsstaat.“ Die Rathaus-Mitarbeiter hätten jedenfalls einen harten Job, doch auch für die Zukunft ist Lutz überzeugt, dass ihnen der Ausgleich der Interessen gelingen werde.

Das sagt Lindemer

Einen Dank für die Unterstützung der Stadt sprach Michael Lindemer aus. Denn zum Ende zähle das Ergebnis, das gut gewesen sei. „Es war ein großes Fest.“ Für die Zukunft setzt der neue Obergildenmeister auch auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit – und darauf, gemeinsam Lösungen zu finden.

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