Lörrach Ferienkinder im Workshop-Glück

Von kreativ über poetisch bis sportlich: Die verschiedenen Ferienangebote für Kinder sind für viele Eltern unverzichtbar – und für die Kids meist das reine Vergnügen. Trotz Corona und mit entsprechender Testung wird an verschiedenen Orten der Stadt gespielt, geforscht, gebastelt.

Von Gabriele Hauger

Lörrach. Die Königin der Farben beherrscht das Zirkuszelt Kaltebastra, das direkt neben der Kaltenbachstiftung aufgestellt ist. Darinnen können sechs Wochen lang in jeweils zwei Kursen Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren Zirkusluft schnuppern. Je nach ihren individuellen Fähigkeiten dürfen sie sich beim Jonglieren ausprobieren, bei Balance-Übungen auf einem Ball Körperbeherrschung lernen, am Schwebebalken und Trapez Höhenangst überwinden und schließlich in einer kreativen Aufführung am Ende des Kurses ihre Eltern mit artistischen Leistungen erstaunen.

Sebastian Kaltenbach, der das Ferienprogramm betreut, lugt begeistert ins Zelt. „Toll, was die Kinder da in nur einer Woche auf die Beine stellen“, freut er sich. Gerade die bewegungsintensiven und dennoch kreativen Angebote schätzt er. Und aus den Kinderaugen liest man beim Schlussapplaus zur Pyramide reine Begeisterung.

Das coronabedingte Prozedere mit täglichem Fiebermessen und mindestens einem Schnelltest läuft inzwischen reibungslos ab. Die Kinder agieren lässig wie die Profis. Toll – auch für die Eltern – dass es diesen Sommer in den Mittagspausen hier auch wieder warmes Essen gibt statt mitgebrachter Lunchpakete.

Neben den VHS-Sommerkursen, die Angebote wie Töpfern, Seifenkistenbauen oder Schach beinhalten (es gibt nur noch vereinzelt freie Plätze), gibt es zudem das offene Ferienprogramm der Kaltenbachstiftung. Hier werden vielfältige Aktionen angeboten, an denen die Kinder freiwillig teilnehmen können. Je nach Jahreszeit und Wetter sind dies Hüttenbau, Skulpturen gestalten, Schnitzen, Specksteinbearbeitung, Malen oder Knüpfen. Ferner gibt es auf dem Gelände vielfältige Spielmöglichkeiten, wie Ballspiele, Sandkasten, Schaukeln und Klettern.

Jede Menge kreativer Angebote stoßen auch im Werkraum Schöpflin auf Interesse. Die Kurse standen diesen Sommer thematisch unter dem Aspekt Umweltschutz vor Ort, erzählt Meike Müller-Heuss. Das reicht vom hoch aktuellen Thema Insekten schützen über Upcycling Plastik, Spielobjekte bauen aus Pappe bis zur Klimakreativwerkstatt. Auch ein Nistkastenbau war geplant; dieser schnell ausgebuchte Workshop musste indes krankheitshalber auf Herbst verschoben werden. Dieses Jahr seien die Kurse besonders schnell belegt gewesen, so Müller-Heuss. Auch deshalb, weil die Gruppenstärke coronabedingt auf sechs Kinder reduziert wurde. Viele Eltern zeigten sich sehr dankbar, dass es solche Angebote gibt – trotz Corona.

Kindergewusel gibt es auch auf dem Gelände des Alten Wasserwerks, wo ebenso möglichst viel nach draußen an die frische Luft verlegt wird. In Wochenkurse unterteilt konnten und können hier die Kinder Sportarten ausprobieren, das Dreiländereck erforschen, gingen der Natur auf die Spur oder stellten die spannende Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Mit seinen Angeboten will der SAK das soziale Miteinander in der Gruppe fördern. „Wir legen Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander und beziehen die Kinder, Jugendlichen und Familien in die Gestaltung der gemeinsamen Zeit ein“, lautet das Credo. Dabei ist das Hygienekonzept inzwischen bestens eingespielt. Das Gelände dürfen nur die Kinder betreten, die zudem eingangs getestet werden. „Das hat sich gut eingespielt“, bilanziert Bereichsleiter Eric Bintz. Dennoch bringe dies einen höheren Aufwand mit sich, nehme Zeit von den Kursen weg. „Zwischenmenschlich machen das teilweise Maskentragen und die Abstandsregeln natürlich schon etwas mit einem“, sagt er nachdenklich.

Die Kurse sind alle komplett ausgebucht, die Wartelisten waren lang. „Der Run auf die Angebote steigt seit fünf Jahren stetig“, erklärt Bintz. Und werde sich angesichts der gesellschaftlichen Realität meist berufstätiger Eltern sicher noch steigern. Jetzt hofft er erst mal auf gute Perspektiven und darauf, dass das geplante Herbstangebot ebenfalls reibungslos ablaufen kann.

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