Lörrach Bunte Effekte statt loderndes Feuer

, aktualisiert am 22.02.2021 - 17:30 Uhr

Lörrach - "In Stette gits kei Fasnachtsfüür, s wird nüt v'rbrennt, kei Schrank, kei Tür, e Füürwerk gits us Tradition, für d'Muetter, Vatter un de Sohn, in Stette..." Mit einem rund fünfminütigen Feuerwerk am Buck hat die Stettemer Fasnachtsfüür-Gemeinschaft am Sonntagabend weite Teile der Bevölkerung überrascht. Statt der sonst üblichen Schiiebe flogen Feuerwerkskörper durch den Nachthimmel, um den Winter auszutreiben.

Menschenansammlungen vermeiden

„Wir durften das Feuerwerk im Vorfeld nicht aktiv im Internet oder über die Zeitungen bewerben, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Das war eine der Auflagen der Stadtverwaltung für die Erlaubnis“, erklärte Joachim Gottschalk von der Fasnachtsfüür-Gemeinschaft im Gespräch mit unserer Zeitung.

Lediglich die direkten Anwohner im Wohngebiet „Auf Eggen“ wurden laut Gottschalk am Freitag auf das Feuerwerk hingewiesen: „Wir haben etwa 50 bis 60 Flugblätter in die Briefkästen geworfen, um sie zu warnen, auch wegen der Tiere.

„Bitte jo nit uffe renne“

Die Nachricht, dass es wenigstens ein Feuerwerk gibt – wenn es schon kein Fasnachtsfüür geben darf – sprach sich indes auch ohne offizielle Bewerbung im Vorfeld herum. Per Smartphone wurde sogar eine auf Alemannisch gedichtete anonyme Ankündigung verbreitet, die explizit darum bat, „diesjohr bitte jo nit uffe renne“.

Normalerweise werden beim Stettemer Fasnachtsfüür nach dem Fackelumzug hinauf zum Buck ebenfalls einige handelsübliche Raketen gezündet, im Corona-Jahr fiel das Feuerwerk deutlich größer aus. Es wurde laut Gottschalk extra ein professioneller Pyrotechniker engagiert, der viele bunte Effekte in den Nachthimmel zeichnete. Gottschalk: „Wir wollten so wenigstens ein bisschen an das Fasnachtsfüür erinnern.“

Knall war bis Hauingen zu hören

Es gab aber auch viele Lörracher, die durch den ersten lauten Knall völlig überrascht wurden, der bis Hauingen zu hören war. Die ganze große Mehrzahl freute sich laut Gottschalk über die Überraschung: „Die Resonanz auf allen Kanälen ist unbeschreiblich. Wir erhalten viele Anrufe, E-Mails und Nachrichten.“

Auch in den sozialen Netzwerken gab es sehr viele positive Reaktionen wie „Danke, e schöne Ersatz fürs Fasnachtsfüür“ oder „Eine tolle Geste, find ich super...“ Insbesondere Tierbesitzer hätten offenbar aber gerne im Vorfeld Bescheid gewusst, um wie an Silvester ihre Tiere auf den Lärm vorbereiten zu können.

Andere sprachen sich dafür aus, in Zukunft doch auch an Silvester auf Profis beim Feuerwerk zurückzugreifen: „Lieber eins für alle und dafür wunderschön.“

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