Lörrach Fit am Verteiler und Schlauch

Von Peter Ade

Wissensdurstig hat er beim Feuerwehrfest in Hauingen die moderne Kamera unseres Reporters bestaunt. Dann war dem elfjährigen Florian klar: „Ich will Fotograf werden.“ Der Schwur war aber nur von kurzer Dauer. Als plötzlich Drehleiter und Löschfahrzeuge mit TaTüTaTa und Blaulicht zur Übung heranbrausten, wurde alsbald der „alte“ Wunsch des Buben wieder wach: „Ich werde Feuerwehrmann!“

Jetzt geht Florian erst einmal zur Jugendfeuerwehr. Die trifft sich zum Beispiel in Hauingen immer montags um 18.30 Uhr im Gerätehaus an der Steinenstraße. Dort befinden sich die Löschfahrzeuge, ein Mannschaftstransporter und natürlich jede Menge gut sortiertes Material – alles top-gepflegt, entweder in den Autos verstaut oder an einem festen Platz in Schränken und Regalen. Bei Alarm darf keine Zeit durch langes Suchen vertrödelt werden. Im Ernstfall zählt jede Minute.

Kreisjugendwart Markus Hassler sagt zum Selbstverständnis der Organisation, die im Landkreis 29 Jugendfeuerwehren mit 745 Kindern und Jugendlichen vertritt: „Wir versuchen, die einzelnen Gruppen zu verbinden und eine gemeinsame Plattform zu schaffen. Wir sind Bindeglied zum Landesverband und bieten Veranstaltungen, etwa Wettkämpfe oder das Kreiszeltlager an.“

Obendrein organisiert die Kreisjugendfeuerwehr Lehrgänge und Fortbildungen für Betreuer. Sie sorgt für Erfahrungsaustausch und unterstützt die Gruppen in Fragen der Theorie und der praktischen Arbeit.

Um die Jahrtausendwende hatten die Jugendfeuerwehren im Landkreis noch rund 1100 Jugendliche, aktuell sind es 765. Hassler führt den Rückgang auf ein breiter gewordenes allgemeines Freizeitangebot und gestiegene schulische Anforderungen zurück.

„Da ist es für uns nicht einfach, junge Menschen in die Jugendfeuerwehr zu bekommen und sie bis zum Übertritt als 17-Jährige in die aktive Wehr bei Laune zu halten.“ Gleichzeitig machten es die Ganztagsschulen nicht einfacher, da Jugendliche weniger freie Zeit zur Verfügung hätten.

Als erfreulich wertet der Kreisjugendwart den Trend, dass die Zahl der Mädchen zunimmt und diese heute sowohl bei der Jugend als auch bei den Aktiven zu wichtigen Mitstreiterinnen geworden sind.

765 Jugendfeuerwehrler im Landkreis

Die 765 Mitglieder – 619 Jungen und 146 Mädchen – sind in der Kreisjugendfeuerwehr Lörrach organisiert, die im Oktober 2018 ihr 50-jähriges Bestehen mit zentralen Veranstaltungen in Steinen-Höllstein, Lörrach und Kandern feierte (wir berichteten).

„Förderung von gegenseitigem Verständnis, Zivilcourage und demokratische Verhaltensweisen stehen im Vordergrund unserer Arbeit“, unterstreicht Hassler und betont: „Sich für andere Menschen einzusetzen, ist ein Kernziel.“

„Obwohl wir im eigentlichen Sinn kein Verein sind, kommt das Vereinsleben nicht zu kurz“, verweist der Jugendleiter auf umfangreiche Freizeitangebote. Höhepunkt im vergangenen Jahr war ein Besuch im Europa-Park.

Die Jugendfeuerwehr im Lörracher Ortsteil Hauingen wurde vor genau 30 Jahren gegründet. Die derzeit zwölf Mitglieder, darunter ein Mädchen, werden vom stellvertretenden Stadtjugendwart Eric Höfer und von Andreas Wechlin angeleitet und betreut. Übungsstunden sind immer am Montag von 19 bis 20.30 im Gerätehaus.

Vielerorts sind die Jugendfeuerwehren die größte Nachwuchsquelle an Einsatzkräften. Von den rund 80 bisherigen Mitgliedern konnten in Hauingen etwa 30 in die Reihen der Aktiven übernommen werden. Weitere interessierte Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren sind jederzeit willkommen.

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