Lörrach Fit werden für den Klimaschutz

Britta Staub-Abt präsentiert vor den Teilnehmern des „klimafit“-Kurses. Foto: Nils Straßel Foto: Die Oberbadische

Von Nils Straßel

Lörrach. „Wenn wir jetzt nichts tun, ist es zu spät“, sagt Frank Leichsenring, der Leiter des Lörracher „klimafit“-Kurses. Die erste Veranstaltung der sechsteiligen Kursserie fand am Mittwochabend in der Volkshochschule Lörrach statt. „klimafit“ entstand, als der Helmholtz Verbund für regionale Klimaänderung (REKLIM) und der WWF 2017 ein Pilotprojekt an neun Volkshochschulen starteten. Mittlerweile wird der Kurs an 36 Standorten in Deutschland angeboten.

Ziel ist es, die Teilnehmer detailliert über den Klimawandel zu informieren und ihnen konkrete Maßnahmen aufzuzeigen, wie sie lokal und regional etwas dagegen tun können, erklärt Leichsenring. Damit sollen sie zu „Multiplikatoren“ in der Gesellschaft werden, die ihr direktes Umfeld beeinflussen und sich untereinander vernetzen können.

Die meisten der 20 Kursbesucher sind bereits Mitglied in Klimaschutzorganisationen wie „Fridays for Future“, „Lörracher Klimafreunde“ oder dem „Runden Tisch Lörrach“. In einer Vorstellungsrunde gaben einige an, lernen zu wollen, wie man besser argumentiert, um so genannte Klimafaule von der Dringlichkeit der aktuellen Situation zu überzeugen. Um dabei zu helfen, zeigte Leichsenring auf, wie sehr die Region vom Klimawandel betroffen ist. Mit einer Erwärmung von über einem Grad seit 1980, liegt Baden-Württemberg über dem weltweiten Durchschnitt, so der Kursleiter.

Andere Teilnehmer wie Brigitte Rau aus Lörrach besuchen den Kurs, um Anleitung in Sachen lokalem Klimaschutz zu bekommen: „Das Thema ist zwar in aller Munde, aber was soll man eigentlich tun? Das möchte ich hier erfahren.“ Dazu gab es bereits erste Vorschläge. Mit Berechnungen und Grafiken demonstrierte Leichsenring: Wenn nur zehn Prozent aller Bürger in Deutschland ihren Fleischkonsum halbieren würden, könnten über ein Jahr hinweg 4,15 Millionen Tonnen CO2 Emissionen eingespart werden. Das entspreche den Ausstößen einer Stadt der Größe Bochums.

Lörrach soll bis 2050 klimaneutral werden

Einen Teil des Vortrags übernahm Britta Staub-Abt, Städtische Fachbereichsleiterin für Umwelt und Klimaschutz. Sie präsentierte die klimapolitischen Ziele, die von der Stadt verfolgt werden und was davon bereits verwirklicht wurde. Der Plan sei immer noch, bis 2050 klimaneutral zu werden, also keine Emissionen in die Atmosphäre abzugeben, die von Gewässern und Vegetation nicht aufgefangen werden können.

Um das zu verwirklichen, habe die Stadt unter anderem bereits die Subvention von Solaranlagen in die Wege geleitet und die öffentlichen Verkehrsmittel gestärkt.

Obwohl das Erreichen der Klimaneutralität eine große Aufgabe ist, sei man auf einem guten Weg. Zum Abschluss ihres Vortrags präsentierte Staub-Abt den Zuhörern stolz: „Das vom Bundesministerium für Umwelt gesteckte Ziel von 40 Prozent CO2-Einsparung bis 2020 hat Lörrach bereits 2016 erreicht“.

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