Lörrach Flüchtlinge drängen noch nicht in Tafelladen

Noch gibt es genügend Lebensmittel im Tafelladen. Engpässe sind eher selten. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Von Kristoff Meller

Lörrach-Brombach Über knapp werdende Lebensmittelspenden hat der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln in Baden-Württemberg, Rolf Göttner, im Interview mit unserer Zeitung (Ausgabe vom Donnerstag) geklagt. Einen Hauptgrund sieht Göttner in der steigenden Zahl an Flüchtlingen, die ebenso zum Bezug der stark reduzierten Lebensmittel berechtigt sind wie andere Bedürftige.

Auch in Lörrach steigt die Zahl der Asylbewerber und der Kunden für den Tafelladen in Brombach. So dramatisch wie in Filderstadt wo zu den bisherigen 150 Kunden plötzlich 100 Flüchtlinge hinzukamen, ist die Situation in Lörrach aber nicht.

„Das ist natürlich auch bei uns ein Thema, aber im Moment ist es nicht so, dass die Ware knapp wird“, erklärte Reinhard Ihl, Vorsitzender des Tafelvereins, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Rund zehn Prozent der derzeit etwa 100 täglichen Kunden seien Flüchtlinge. Einige kommen laut Ihl sogar einmal pro Woche aus der Unterkunft in Efringen-Kirchen zum Einkaufen, weil die Lörracher Tafel die nächstgelegene ist.

Auch Asylbewerber    sind berechtigt

Berechtigt seien grundsätzlich alle Asylbewerber, bislang habe sich das jedoch noch nicht herumgesprochen, oder es gebe eine „Hemmschwelle“ zum Einkaufen. Wobei der Brombacher Tafelladen mit dem öffentlichen Nahverkehr relativ gut erreichbar ist.

Sollte sich die Situation ändern, beispielsweise nach der Inbetriebnahme der geplanten Gemeinschaftsunterkunft in Haagen im kommenden Jahr oder wenn mehr Bewohner der Unterkunft in der Gretherstraße das Angebot nutzen, könnte es laut Ihl aber schon zu Lebensmittelknappheiten kommen.

Mangelware seien beispielsweise schon jetzt gelegentlich Molkereiprodukte. „Fleisch und Wurst bekommen wir generell sehr wenig, Backwaren haben wir hingegen meistens sehr viel“, sagt Ihl. Auch beim Gemüse gebe es „in der Regel ein gutes Angebot“.

Aussagen des Landesvorsitzenden wie „der Neid ums tägliche Brot wird deutlicher“ oder „wir sind an unsere Grenzen gelangt“, stuft Reinhard Ihl als „Säbelrasseln“ ein, um für weitere Lebensmittelspenden zu werben. „Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt, derzeit gibt es aber keinen riesigen Ansturm.“

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