Lörrach Fragen, Wünsche und Kritik

Erst etwas verhalten, dann aber sehr interessiert nutzten die Passanten Informationsmaterial und Gesprächsangebote. Foto: Rolf Reißmann

Lörrach - Die Wahlwerbestände von vier Parteien setzten am Samstag im Markttreiben der Innenstadt für besondere Farbtupfer. Während die Grünen ihren Platz an der Kreuzung Tumringer Straße/Teichstraße hatten, bauten CDU, SPD und FDP ihre Stände auf dem Alten Markt auf.

Trotz des Einkaufsbetriebs hielt sich der Zustrom aber zunächst in Grenzen. Doch die zahlreichen Kandidaten gingen auf die Passanten zu und boten ihnen Informationen an. Überwiegend nahmen die Bürger dieses Angebot freundlich an, etliche hatten sehr konkrete Fragen.

Vielfach waren die Kandidaten gut bekannt, schließlich sind unter ihnen etliche langjährige Stadträte, die sich erneut zur Wahl stellen. Grundsätzlich zeichneten sich alle Stände durch Freundlichkeit und Offenheit aus. Einige ältere Lörracher gingen dann auch gleich auf ihnen bekannte Kommunalpolitiker zu und sprachen unumwunden Sorgen und Wünsche aus.

Da gab es Einwände – nicht verwunderlich an einem Samstag – zum starken schweizerischen Einkaufsverkehr. Der sei doch ganz gut und bringe dem ansässigen Handel erheblichen Umsatz und zahle sich somit auch für die Kommunalpolitik aus, meinten die einen. Das Gedränge sei oftmals zu viel, beklagten andere. Die vor kurzem ins Gespräch gebrachte Bagatellgrenze für die Mehrwertsteuererstattung fand ebenso Ablehnung wie Zustimmung. Die Fragen dazu dürften sicherlich auch Auftrag an die künftigen Stadt- und Kreisräte sein, dieses Thema nicht aus den Augen zu verlieren.

Häufiges Thema: die Verkehrspolitik

Fragen zur sogenannten großen Politik gab es auch, aber recht schnell wurden doch alle Gespräche auf die kommunale Ebene heruntergebrochen. Oft angesprochen wurde der Verkehr in der Stadt. Von allen Parteien war gleichermaßen zu hören, dass sie als Teams an den Ständen erschienen waren, gemeinsam auch den gesamten Wahlkampf gestaltet hatten. „Kommunalwahl ist nichts für Einzelkämpfer,“ meinte Hubert Bernnat (SPD).

Überall ließ sich beobachten, dass bei Fragen oftmals andere Partner gerufen wurden, die mehr Sachkunde zu diesem Thema haben. Kazim Ciftdogan (CDU) er kandiert bereits zum dritten Mal, wurde von etlichen Bekannten angesprochen, die in den letzten Jahren nach Lörrach zuwanderten. „Ich gehe auch direkt auf Leute zu, wenn ich sehe, dass sie nicht von hier stammen, und biete ihnen dann Antworten auf ihre zumeist doch recht speziellen Fragen an,“ sagte er.

Eine andere Kandidatin, Lucia Schreiber (CDU), unterhielt sich mehrfach auf italienisch, sie wollte vor allem Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln Mut machen, unbedingt zu wählen. Schön wäre es, meinte sie, wenn viele Lörracher, die ihre Wurzeln in anderen Ländern haben, aber schon lange hier leben, ihr Wahlrecht nicht verfallen ließen. Sie sollten unbedingt an diesem demokratischen Prozess teilnehmen.

Auch Europawahl im Blick

Das war auch das Anliegen von Armin Schuster (CDU), Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises. Er hatte mehr die Europawahl im Blick und meinte, dass er diesmal im Lörracher Stadtzentrum nicht als Parteipolitiker auftrete, sondern, dass es ihm darum gehe, die Wahlbeteiligung zu fördern.

Jonas Hoffmann (SPD) ging rund um den Alten Markt direkt auf Passanten zu. „Ich habe dabei sehr viel Offenheit gespürt, einige platzten gleich mit ihren sehr persönlichen Sorgen heraus, andere waren etwas verhalten,“ meinte er. Auf jeden Fall habe ihm die Mehrheit bestätigt, dass sie wählen gehen werden. „Klar haben Bürger auch persönliche Probleme, die sie von der Kommunalpolitik gelöst haben möchten, aber so richtige Meckerer habe ich heute nicht getroffen.“

An jedem der vier Wahlstände war zu hören, dass viele der von den Bürgern eingebrachten Gedanken nicht vergessen werden sollten, das waren kleine und große Themen der Politik in der Stadt und im Kreis. Die Gespräche vom Samstag sollten weiterhin Anregungen geben. Sicherlich konnten etliche Fragen der Wähler beantwortet werden, vielfach bedankten diese sich für erhaltene Auskünfte. Und vielleicht erhielt auch mancher so den letzten Anstoß, am Sonntag zur Wahl zu gehen.

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