Lörrach Fragen zur Kommunalwahl: Freizeit

Lörrach - Neben den Europawahlen finden am Sonntag, 26. Mai, auch die Kommunalwahlen statt. In der Stadt Lörrach werden damit die politischen Weichen für die kommenden fünf Jahre gestellt. Für die 32 Sitze im Lörracher Gemeinderat bewerben sich 168 Kandidaten. Wir haben den Parteien und politischen Gruppierungen zu 17 Themen jeweils zwei Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Wochen.

Gibt es in Lörrach genügend nichtkommerzielle Möglichkeiten für eine attraktive Freizeitgestaltung?

Kazim Ciftdogan, CDU: "Grüttpark und Rosenfelspark müssten mehr Möglichkeiten bieten für Freizeitgestaltung und Sportangebote. Hier könnte man mehr Sportgeräte für individuelle Fitness aufstellen. Ich finde, die Parks in Lörrach sollten attraktiver gestaltet werden für Veranstaltungen, Sport, Spiel und Spaß, aber auch für Picknick oder Ausflüge, im Sommer Kino, Theater oder Musikkonzerte, die nicht nur auf Kommerz ausgerichtet sind."

Philipp Schließer, SPD: "Nein – im nichtkommerziellen Bereich nicht. Daher wollen wir überdachte offene Treffpunkte im Grütt und im Aichelepark für junge Menschen und weiterhin nichtkommerzielle Konzerte im Freien. Ein persönliches Anliegen, damit Lörrach im Hochsommer auch nach 23 Uhr noch lebt, wäre eine rotierende Bereitschaftskneipe, das heißt eine wechselnde Bar, die länger draußen ausschenken darf, um gemeinsam den Abend ausklingen zu lassen."

Helena Bannwarth, Grüne: "Lörrach bietet viele grüne Naturflächen. Stadtnahe Parks, die Wiese und dem nahen Wald laden ein die Freizeit in der Natur zu genießen. Die Sportgeräte im Grütt, das Nachtsportangebot und das jährliche „Lörrach singt“ Event bieten nichtkommerzielle sportliche und musische Freizeitangebote. Für die Jüngeren ist das SAK mit seinem außerschulischen Angebot wichtig. Der neu gestaltete Hebelpark lädt zum Verweilen ein."

Dirk Hitzfeld, Freie Wähler: "Lörrach hat in der Innenstadt wenige nichtkommerzielle Angebote. Im Prinzip gibt es die Parks – im Dornröschenschlaf. Ihnen fehlen gestalterische Visionen und im Sommer ganz praktische Mittel, um Müll und Lärm zu regeln. Lörrach bietet von allem ein bisschen, ohne als Stadt in einer Urlaubsregion ein klares touristisches Profil zu haben. Davon würden auch die Bürger vor Ort profitieren."

Madlee Disch, FDP: "Bei genauem Hinsehen lässt sich Vieles entdecken und doch fehlt es für Jugendliche an Möglichkeiten sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Es braucht mehr Toleranz und Großzügigkeit und bei Störungen das direkte Gespräch mit den jungen Menschen. Die Aktion des SAK auf dem Bahnhofsvorplatz war klasse!"

Wolfgang Fuhl, AfD: "Die gibt es in der Stadt Lörrach natürlich nicht und nicht für alle Altersgruppen. Das ist auch nicht nötig, es ist entscheidend, was es auch im Umfeld Lörrachs gibt. Es ist demnach auch wieder eine Frage der Infrastruktur und des ÖPNV. Eine anspruchsvolle Mountainbike Strecke wird niemand im Stadtgebiet Lörrachs suchen. Klagen hören wir insbesondere von jungen Menschen, dagegen steht das Ruhebedürfnis der Anwohner."

Dietmar Ferger, Liste Soziales Lörrach: "Die Beantwortung dieser Frage ist individuell und sollte durch eine Bürgerbefragung geschehen. Was „genügend“ ist, kommt auch auf den Anspruch an. Für Erwachsene bietet die vielfältige Natur des Dreilandes in erreichbarer vielfältige kostenlose Möglichkeiten, die städtischen Angebote von Bücherei bis Schwimmbad sind von hoher Qualität, das Kulturangebot ist ebenfalls reichhaltig, aber leider oft teuer."

Welche Freizeit- und Sportangebote fehlen in Lörrach?

Kazim Ciftdogan, CDU: "Es muss hauptsächlich für Jugendliche in den Ferien Möglichkeiten geben, dass sie die Freizeit sinnvoll gestalten können. Dazu Angebote für Ausländer, auch Hausfrauen, für Sprachkurse und Schulung. Das könnten staatliche oder private Einrichtungen sein, um die Freizeit zum Lernen zu nutzen. Beim Sport fehlen Bolzplätze zum Fussballspielen für Jugendliche. Alle Vereine in Lörrach müssen unterstützt werden bei der Suche nach ehrenamtlichen Trainern und Lehrern."

Philipp Schließer, SPD: "Weitere Kleinspielfelder und Sportveranstaltungen wie Nachtsport etc. würden das vorhandene Angebot gut ergänzen. Zudem wünschen wir uns die Möglichkeit, ehemalige Industrieanlagen als Kultur- und Eventorte nutzen zu können, um kreative Freizeitideen in Lörrach zu ermöglichen. Auch muss neben der Schaffung weiterer Möglichkeiten stets auch überlegt werden, wie sie danach gepflegt werden – siehe den Bike Pumptrack unter der A 98."

Helena Bannwarth, Grüne: "Es fehlen freie Grillplätze außerhalb vom Grütt. Basketball-, Tischtennis-, Fußballplätze und Skatbahnen in Innenstadtnähe gibt es bisher nur vereinsbezogen und stehen daher nicht zur Verfügung. Generationsübergreifende Begegnungsorte stärken das Zusammenleben von Jung und Alt.  In den Wintermonaten müssen die Angebote für junge Familien verbessert werden, zum Beispiel  durch das Öffnen von Sporthallen und anderen öffentlichen Räumen."

Dirk Hitzfeld, Freie Wähler: "Grundsätzlich gibt es schon ein vielfältiges Angebot. Die vorrangige Aufgabe der Stadt liegt zuerst aber nicht in der Schaffung neuer Möglichkeiten, sondern in der Pflege und Instandhaltung der bereits vorhandenen öffentlichen Spiel- und Sportplätze. Um Lücken zu schließen, benötigt es in erster Linie die Unterstützung der örtlichen Vereine, die ein gutes Gespür auch für kurzfristige Trends haben."

Madlee Disch, FDP: "Schöne Ergänzungen wären: Im Winter eine Natureisbahn im Grütt, Tischtennis und Slackline im Hebelpark, ein Beachfeld, die Erweiterung und Gestaltung des Pumptrack, gut gebaute Grillstellen auf dem Lindenplatz / Wiesionen, am besten mit einer kleinen überdachten Holzlagerung. Und: fragen wir doch die Jugend selbst!"

Wolfgang Fuhl, AfD: "Es fehlen freie Bolz-Plätze und viele Sitzbänke im ganzen Stadtgebiet, die zum Verweilen einladen, oder zu einer kurzen Ruhepause. Selbst in der Innenstadt gibt es zu wenig, in den Stadtteilen sieht es ganz mau aus. In der Zentralstadt fehlt ein Ruheraum ähnlich dem Rosenfelspark, ein Ort der Ruhe, wo man mal 10 Minuten der hektischen Stadt entfliehen kann. Die Neuordnung des Hebelparks war eine teure Fehlplanung."

Dietmar Ferger, Liste Soziales Lörrach: "Soziales Lörrach schlägt eine Bürgerbefragung vor, in der zusätzlicher Bedarf erfragt wird und gleichzeitig die Bereitschaft, sich – eventuell mit Hilfe von Vereinen oder Bauhof - um Anlagen oder Einrichtungen verantwortlich zu kümmern. So könnten bei Bedarf in der Innenstadt, aber auch bei den Grünflächen zum Beispiel Outdoor-Schach, Boule oder Beachvolleyballfelder die Aufenthaltsqualität erhöhen und Begegnungsmöglichkeiten schaffen."

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