Lörrach Fragen zur Kommunalwahl: Kinder/Jugend

Lörrach - Neben den Europawahlen finden am Sonntag, 26. Mai, auch die Kommunalwahlen statt. In der Stadt Lörrach werden damit die politischen Weichen für die kommenden fünf Jahre gestellt. Für die 32 Sitze  im Lörracher Gemeinderat bewerben sich 168 Kandidaten. Wir haben den Parteien und politischen Gruppierungen zu 17 Themen jeweils zwei Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Wochen.

Wie sehen Sie Lörrach bei den Angeboten für Jugendliche aufgestellt?

Anne Dessenne, CDU: "In Lörrach gibt es ein vielfältiges Angebot für Jugendliche wie das Free Cinema, SAK, Jugendtreffs, Tempus fugit, die gut angenommen und auch finanzierbar sind. Events der Stadt, etwa Poetry Slam am Tag der Demokratie, begeistern viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, was zu einer guten Integration beiträgt. Sport- und Freizeitangebote sind vielseitig, wobei sich die Jugendlichen auch nichtkommerzielle Orte wünschen."

Laura Petralito, SPD: "Insgesamt ist Lörrach eine dafür gut aufgestellte Stadt. Natürlich ist weiterhin Luft nach oben, zum Beispiel bei der Gestaltung eines Treffpunktes im Aichele-Park. Auch die flexiblere Handhabung der Sperrstunden für Kneipen in der Innenstadt muss wieder Thema werden. Die Einführung eines Nachtbeauftragten für die Stadt halte ich für eine zukunftsfähige Maßnahme. Die Jugendtreffs und die mobile Jugendarbeit haben sich bewährt."

Lena Salach, Grüne: "Ab und an gibt es Veranstaltungen, bei denen sich Jugendliche einbringen können. Es fehlt ein Raum in dem sich Jugendliche ungezwungen und kostenfrei treffen können. Jugendliche brauchen Orte jenseits von Schule oder Arbeitswelt, in denen sie ihre eigenen Aktivitäten planen und sich treffen, sowie Partys und Konzerte veranstalten können. Eine Stadt in der Größenordnung von Lörrach braucht einen offenen Jugendtreff."

Matthias Brede, Freie Wähler: "Es gibt in Lörrach ein gutes und breites Spektrum an Angeboten durch Vereine, Stiftungen und Institutionen. In den Ferien gibt es nur eine begrenzte Anzahl Plätze, welche die Nachfrage nicht decken. Die Anzahl von Spiel- und Bolzplätzen ist groß, muss aber zwingend aufgewertet und besser unterhalten werden. Handlungsbedarf besteht auch bei Turnhallen, Räumlichkeiten und Flächen, die für die Angebote erforderlich sind."

Pirmin Gohn, FDP: "Die Stadt Lörrach unterstützt die Jugendarbeit der örtlichen Vereine, dies ist essenziel für ein breites Angebot. Die Jugendlichen werden so auch an das Ehrenamt herangeführt. Die Angebote des SAK, der Kaltenbachstiftung und des Schülerforschungszentrum Phaenovum runden das schulische Angebot ab. Die Neugründung eines Jugendparlamentes ist der dringend notwendig und ein Schritt in die richtige Richtung."

Wolfang Fuhl, AfD: "Es gibt finanzschwache Familien mit wenigen sozialen Kontakten, die ausgegrenzt sind. Ohne Moos, nichts los. Bei den Preisen des ÖPNV nützen dann auch Angebote sozialer Vereine und Stiftungen nicht, wenn die Kinder dieser Familien keine Möglichkeit haben dort hin zu gelangen, sofern sie überhaupt von dem Angebot wissen. Wir haben den Eindruck, dass gute Projekte oftmals als „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ enden."

Sabine Schumacher, Liste Soziales Lörrach: "In der sportlichen und kulturellen Förderung gibt es über Vereine ein vielfältiges Angebot in Lörrach. Beklagt wird aber das Fehlen eines Jugendhauses unter autonomer Verwaltung und es gibt zu wenig Flächen für nichtkommerzielle Open-air-Veranstaltungen. Grundsätzlich sind Orte ohne Konsumzwang wichtig. Junge Menschen wissen aber selbst am besten, was sie wollen und was nicht. Daran müssen wir anknüpfen, in den Austausch gehen und zusammen mit ihn ihnen den Bedarf zu ermitteln – eine bestmögliche Unterstützung wird zugesichert!"

Wie bewerten Sie das für alle bezahlbare Angebot der musischen Förderung von Kindern in der Stadt?

Anne Dessenne, CDU: "Ein wichtiges, sinnvolles Angebot der Stadt, um Kinder schon früh für ein Instrument zu begeistern. Angebote müssen gut mit den Schulzeiten abgestimmt, vielleicht auch in die Schule verlagert werden. Bezahlbar für Alle ist der richtige Weg!  Ein Zusammenspiel mit den örtlichen Musikvereinen ist wichtig, damit auch dort der Nachwuchs gesichert werden kann."

Laura Petralito, SPD: "Das Angebot der musischen Förderung ist breit gefächert, jedoch nutzen zu wenige Kinder das Angebot, beispielsweise in den Musikvereinen. Hier muss Lörrach langfristig das bezahlbare Angebot zu einem kostenlosen Angebot für alle Kinder machen. Denn auch, wenn es bezahlbar scheint, wird es immer Kinder geben, die nicht daran teilnehmen können, zum Beispiel weil der bürokratische Aufwand für die Eltern sehr hoch ist."

Lena Salach, Grüne: "Einige Angebote im musisch-künstlerischen Bereich sind wegen den hohen Kosten nicht für alle zugänglich. Angebote mit kleineren Beiträgen wie zum Beispeil den Kinderchor Lörrach, die Kaltenbach-Stiftung, die Musikschule, Tempus fugit und Kooperationen mit dem Burghof bei denen die Kinder gefördert werden, sollten gestärkt werden. Teilhabe für alle Kinder am kulturellen Leben ist als ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur zu fördern."

Matthias Brede, Freie Wähler: "Die musische Förderung erfolgt überwiegend über Vereine, Institutionen und durch die städtische Musikschule sowie weiterführende Schulen. Die Förderung in den Grundschulen funktioniert nur bedingt über vereinzelte AG’s. Das Angebot ist fast ausschließlich mit Kosten verbunden, die nicht jeder tragen kann. Hier wäre eine stärkere und gezielte finanzielle Unterstützung im Einzelfall durch die Stadt sinnvoll investiertes Kapital."

Pirmin Gohn, FDP: "Die Stadt Lörrach hat ein breites Angebot und viele Großprojekte, aber vor allem kleinere Vereine wie Tempus fugit bieten ein vielseitiges Programm für Interessierte. Die Musikvereine und die Musikschule bieten eine fundierte Ausbildung am Instrument an. Gerade die Vereinsarbeit sollte jedoch noch besser gefördert werden. Diese ist das Rückgrat der musischen Förderung und bietet ein bezahlbares Angebot."

Wolfang Fuhl, AfD: "Das Angebot ist ausreichend. Wem etwas in Lörrach fehlt, findet es in Weil am Rhein oder in Basel. Auch hier bestimmt Angebot und Nachfrage den Markt. Die Begeisterung zu wecken, das eigene Talent zu entdecken, diese Anstöße müssen aus der Schule und der Familie kommen, und oftmals aus dem Bekannten und Freundeskreis. Aber auch hier gilt, wer aus einer finanzschwachen Familie kommt, der hat es schwer. Viele Talente gehen verloren."

Sabine Schumacher, Liste Soziales Lörrach: "Musikalische Früherziehung ist selten, die Musikschulen bieten etwas Grund- und Breitenförderung, aber wenig für fortgeschrittene Schüler. Soziales Lörrach fordert in Lörracher Grundschulen den Aufbau des Konzepts „Jedem Kind ein Instrument“ und auf Kreisebene ein Kunst-, Kultur- und Sportreferat, das für den gesamten Landkreis Förderung auf großstädtischem Niveau ermöglicht oder die Mehrkosten der Musikschule Basel übernimmt."

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