Lörrach Fragen zur Kommunalwahl: Wirtschaft

Lörrach - Neben den Europawahlen finden am Sonntag, 26. Mai, auch die Kommunalwahlen statt. In der Stadt Lörrach werden damit die politischen Weichen für die kommenden fünf Jahre gestellt. Für die 32 Sitze im Lörracher Gemeinderat bewerben sich 168 Kandidaten. Wir haben den Parteien und politischen Gruppierungen zu 17 Themen jeweils zwei Fragen gestellt. Die Antworten veröffentlichen wir in den nächsten Wochen.

Wie präsentiert sich Lörrach heute als Einkaufsstadt, und welche Entwicklungsmöglichkeiten sehen Sie?

Markus Hofmann, CDU: "Das reale Einkaufserlebnis übertrifft jeden Onlineshop. Freies WLAN fehlt! Auch Kunden, die auf ökologischen Fußabdruck achten, erwarten angemessene Lösungen. Lörrach kann Vorreiter für autofreien Einkauf werden, zum Beispiel mit einer grenzenlosen Konus-Karte inklusive Lieferservice bis Basel. Zur Klimaanpassung sind Arkaden, schattige Passagen und kühlende Wasserflächen zu planen, die unsere Einkaufsstadt bei 30 Grad lebenswert erhalten."

Christa Rufer, SPD: "Die Kernstadt ist geprägt von Bekleidungsgeschäften. Geschätzt wird die Aufenthaltsqualität auf dem Alten Markt und am Hebelpark. Die Erweiterung der Fußgängerzone in die Untere Wallbrunnstraße, die Freihaltung der neuen Fußgängerzone in der Basler Straße vom Busverkehr und ein Sitzplatzkonzept sind zur Attraktivitätssteigerung notwendig. Dem Trend zum Erlebniseinkauf in der Stadt statt im Internet ist Rechnung zu tragen."

Gabriele Schneider, Grüne: "Gemeinsam mit Pro Lörrach soll ein Konzept für Stadtmarketing erarbeitet werden. Individuelle Angebote, weg von allgegenwärtigen Kettenläden, sollte das Ziel sein. Eine Partnerschaft mit Besitzern von Geschäftsimmobilien sollte ermöglichen, die Mietpreise nicht nur nach der Gewinnmaximierung auszurichten, sondern nach Kundenbindung. Eine stadtnahe Versorgung mit Lebensmitteln über Discounter hinaus sollte sichergestellt
werden."

Arnold Marx, Freie Wähler: "Wir halten die Lörracher Innenstadt für eine sehr attraktive Einkaufstadt. Damit das so bleibt, ist die Fortschreibung des Märkte- und Zentrenkonzeptes ganz wichtig. Warum macht in Lörrach die Digitalisierung beim Einzelhandel halt? 20 Prozent der Händler in Lörrach haben keinen Internetauftritt
oder eigene Homepage. Hier besteht dringender Handlungsbedarf! Die Attraktivität lebt heute im 21. Jahrhundert von gemischten Angebotsformen."

Manuel Karcher, FDP: "Die Lage im Dreiländereck bietet viele Chancen für Lörrach. Diese sollten wir nutzen. Die Fußgängerzone und die Achsen zu den Einkaufszentren, wie das neue LÖ oder der Meraner Markt spielen eine wichtige Rolle im Wettbewerb. Ein guter Mix zwischen traditionsreichen Lörracher Geschäften und Filialisten machen den Reiz für die trinationale Kundschaft aus. Auch Blasiring und Schwarzwaldstraße bieten ein zusätzliches Handelsangebot."

Wolfgang Fuhl, AfD: "Lörrach profitiert vom Einkaufstourismus, der je nach Kursentwicklung des Schweizer Franken stärker oder schwächer ausfällt. Die Verkehrsinfrastruktur ist an der Belastungsgrenze, zu Stoßzeiten stehen die Bürger im Stau. Parkplätze werden verknappt, Parkhäuser sind am Samstag überlastet
und teuer. Eine Weiterentwicklung ohne Investitionen in die Infrastruktur und den Nahverkehr ist nicht möglich."

Dietmar Ferger, Liste Soziales Lörrach: "Internethandel und Einkaufszentren sind starke Konkurrenten, denen nur mit mehrfacher Qualität begegnet werden kann: Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit sind Aufgaben der Stadt, Angebot und Preiswürdigkeit Aufgabe des Handels. Soziales Lörrach fordert, Aufenthaltsqualität
und Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem ÖPNV weiter erhöhen, und kontinuierliche Pflege und Aufwertung statt spektakuläre und teure Neugestaltung."

Welche Möglichkeiten hat Lörrach, das Gewerbe trotz des Flächenmangels zu fördern?

Markus Hofmann, CDU: "Innocel unterstützt Unternehmer und Hochschulen, Innovations-Netzwerke zu schmieden z.B. für das Internet der Dinge. Ein Zukunftsstandort muss Talente qualifizieren und halten. Als Smart City kann Lörrach wachsen und klug verdichten. Vertikal wie digital sehe ich dafür Potenzial. KBC und Lauffenmühle sind Chancen, Wohnen und Arbeiten in nachhaltigen Mischquartieren eng zu verknüpfen. Mittelfristig gehört die
Autoverladung verlegt."

Christa Rufer, SPD: "Wirtschaft, Arbeit und Wohnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bei der Vergabe von Flächen muss auf die Balance geachtet werden. Die Stadt muss Gewerbeflächen vorhalten und bestehendes Gewerbe vor heranrückender Wohnbebauung schützen. In Neubaugebiete und Transformationsareale sind nicht störende Gewerbe einzuplanen. Lebensmittelmärkte sind mit Wohnbebauung zu kombinieren."

Gabriele Schneider, Grüne: "Ziel einer innovativen Wirtschaftsförderung ist die Ansiedlung/Erweiterung zukunftsorientierter Betriebe. Nachhaltigkeit ist Voraussetzung für eine langfristige, ökonomisch erfolgreiche Gewerbeentwicklung. Verdichtung bestehender Gewerbegebiete sollte vor neuen Flächen bevorzugt werden. Mit einem guten ÖPNV, guter Infrastruktur bei Kitas und Schulen sollten Neuansiedlungen /Ausweitungen bestehender Betriebe gefördert werden."

Arnold Marx, Freie Wähler: "Der Grundsatz der Stadt Lörrach: Standort entwickeln, Wirtschaft fördern, Fachkräfte vernetzen ist ja richtig. Dabei wird immer wieder vergessen, „Handwerk hat goldenen Boden“. Das Handwerk hat Tradition und ist einer der stärksten Motoren in Lörrach. Schafft mit dem Gewerbe Hand in Hand. Wir stehen für Abbau der Bürokratie! Das ist die beste Förderung für das Handwerk und das Gewerbe."

Manuel Karcher, FDP: "Hier sind Nachverdichtungen, Folgenutzungen und Neuerschließungen zu priorisieren. Mit dem anhaltenden Rückgang der Textilindustrie bieten sich neue Möglichkeiten. Mit der Anbindung an den trinationalen Hochschulraum sind ideale Voraussetzungen für Start-ups und Filialen namhafter Spezialbetriebe möglich. Hier gilt es, die Standortvorteile für die Zukunft umzusetzen und jungen Handwerkern und Unternehmern
Chancen zu bieten."

Wolfgang Fuhl, AfD: "Mit dem neuen Eigentümer des KBC-Geländes ist eine sinnvolle zukünftige gewerbliche Nutzung zu entwickeln. Auf diesem Gelände gab es einmal 1500 Arbeitsplätze, heute sind es noch 130. Da ist viel Luft nach oben. Auch das Lauffenmühle-Areal muss mit einer Veränderungssperre zukünftig gewerblich nutzbar bleiben. Industrie und Handwerk sichern unseren Wohlstand, der Handel ist nur ein Ergebnis dessen. Senkung der Gewerbesteuer."

Dietmar Ferger, Liste Soziales Lörrach: "Der Verzicht auf das Gewerbegebiet Entenbad Ost sorgt langfristig für geringe
Gewerbesteuereinnahmen. Lörrach soll seine Gewerbebetriebe bestmöglich unterstützen, mit ihnen z.B. in der jetzigen Neumattschule ein Innovations- und Gründerzentrum entwickeln, die Innovationskraft der DHBW stärken, mit dieser und der Sparkasse Zukunftstechnologien fördern und sich für alle Gewerbeflächen Vorkaufsrechte zu Richtpreisen sichern."

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