Lörrach Friedlicher Protest gegen Mandic

Lörrach - Markige Sprüche gab es zuhauf: Gestern Nachmittag fand auf dem Marktplatz eine AfD-Kundgebung statt. Hauptredner war Dubravko Mandic, AfD-Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis 58. Begleitet wurde die Veranstaltung von lautstarken aber friedlichen Protesten linker Gruppen, die ihrerseits auf den Alten Markt eine Veranstaltung angemeldet hatten.

Unterschiedliche Angaben zur Teilnehmerzahl

Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um die beiden Gruppierungen strikt auseinander zuhalten. Während die AfD-Veranstalter von 200 Teilnehmern sprachen, waren es laut dem Pressesprecher der Polizei etwa 100 Teilnehmer.

Es ging auf beiden Seiten zwar lautstark zu, aber die Veranstaltungen verliefen friedlich. Neben Mandic traten noch Christina Baum (MdL), Heinrich Fiechtner (MdL und ehemaliger AfD-Abgeordneter) sowie Karl Schwarz (Landtagskandidat aus Freiburg) ans Mikrofon.

Angebliche Behinderungen beim Zugang

Die Menge musste lange warten, bis Dubravko Mandic an Mikrofon trat. Die ersten Teilnehmer waren da schon abgewandert. Er beschwerte sich zunächst über angebliche Behinderungen von Menschen, die zu seiner Veranstaltung kommen wollten, aber sich erst durch die Menge der Gegendemonstranten durchdrängen mussten und denen die Polizei nicht ausreichend den Zugang ermöglichte.

Mit ausgebreiteten Armen gestikulierte Mandic zuvor hinter der Polizeikette in Richtung der linken Demonstranten und verlangte, dass sie zurückgedrängt werden. „Wir lassen uns nicht alles sagen. Heute ist Schluss damit“, rief er anschließend seinen Anhängern zu und betonte: „Wir werden es juristisch aufarbeiten und wir haben dazu die besten Juristen Deutschlands.“

Kritik an Presse und Regierung

Kräftig teilte der Landtagskandidat in Richtung Presse aus. Er kritisierte, dass Städte und Kommunen „Geld in die volksfeindlichen Sender stecken. Das sind alles Asoziale, die sich durchfüttern lassen“. Er stehe an vorderster Front, „um euch die Freiheit zu schenken“, rief Mandic seinen Fans zu.

Auch Corona kam nicht zu kurz. Es sei bei weitem nicht so schlimm, wie Merkel und ihre Schergen dem Volk weismachen wollten. Er verglich, wie auch seine Vorredner, Corona mit einer mittelschweren Grippe – „auch daran sterben Menschen“. Zudem gebe es überhaupt keinen belegbaren Beweis für die oft bemühte Übersterblichkeit.

Altbekannte AfD-Rhetorik

Die Redner brachten altbekannte AfD-Rhetorik vor, übten sich dabei auch in kollektiver Presseschelte, während der Ansprachen seiner Vorredner erwies sich Mandic mit ausholenden Gesten als Antreiber von Sprechchören. Karl Schwarz sagte, nach einem Jahr voller Lügen habe es den Anschein, dass man sich seine Grundrechte erst einklagen müsse.

Fiechtner betonte hingegen, die AfD werde Deutschland wieder zu einem souveränen Staat machen. Und er mahnte Einigkeit in der Partei an: „Es kann nicht sein, dass sich diese Partei selbst zerfleischt, es kann nicht sein, dass diese Partei die mit den meisten Parteiausschlussverfahren ist.“

Zu Corona hat er eine ganz spezielle Meinung: „Wir lassen uns das Atmen nicht nehmen“, rief er, und behauptete, die Mund-Nasen-Bedeckung schütze weder den Träger noch sein Gegenüber. Sie sei reine Folter. Auch will er ARD und SWR abschaffen.

Christina Baum freute sich über ihre lieben und mutigen Mitbürger und warnte vor der Bedrohung durch die Hetze der Medien. Corona sei überhaupt keine Pandemie, daher, so forderte sie unter lautstarkem Jubel der AfD-Anhänger, alle Maßnehmen sofort aufzuheben.

Die Gegenkundgebung auf dem Alten Markt mit etwa 100 Teilnehmern hatte hingegen zeitweise den Charakter eines Frühlingsfestes. An den beiden Zugängen zum AfD-Veranstaltungsgelände demonstrierten etwa 100 Anhänger der Antifa.

Weitere Fotos in unserer Galerie

Der Countdown läuft: nur bis zum 22. Mai - Sichern Sie sich Ihre SUPERPRÄMIE! Gleich HIER anfordern.

  • Bewertung
    14

Umfrage

lö-0505-astra

Sollen Genesene, Menschen mit Impfung oder negativem Coronatest mehr Freiheiten erhalten?

Ergebnis anzeigen
loading