Lörrach Frischer Blick auf „Fiese Viecher“

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Kleine Gäste auf Entdeckungstour im BurghofArchivfoto: Kristoff Meller Quelle: Unbekannt

„Fiese Viecher“ präsentiert Veronika Mischitz ihren jungen Zuhörern an der Kinderbuchmesse Lörrach. Was es mit ihrem Buch auf sich hat und woher ihr Faible für Insekten rührt, dazu gibt die Biologin, Zeichnerin und Comic-Autorin im Gespräch mit Gabriele Hauger Auskunft.

Frage: Frau Mischitz, „Schleim ist toll“ lautet eines der überraschenden Statements ihres Buches „Fiese Viecher“, das Sie den Kids in Lörrach präsentieren. Wenn Sie das vortragen, geht doch bestimmt ein „Iiiihhh“ durch die Reihen?

Bei Schleim sind die Kinder und ich meistens noch einer Meinung. Die dazugehörigen Nacktschnecken finden viele dann tatsächlich nicht so toll – zumindest am Anfang.

Frage: Warum ekeln sich schon die Kleinsten vor Insekten&Co, wo ihnen doch Matsch und Dreck meist nichts ausmachen?

Ich kenne deutlich mehr Erwachsene, die sich vor Krabbeltieren ekeln, als Kinder. Bei den Kleinsten überwiegt doch oft die Neugierde. Aber Kinder schauen sich ganz viel von uns ab. Das heißt, wir können den entspannten Umgang mit der Tierwelt vorleben.

Frage: Wie schaffen Sie es in Ihrem Buch, dass man die Tiere mit schlechtem Image plötzlich faszinierend findet?

Wir schauen hinter die Vorurteile und lernen die Tiere besser kennen. Das ist eigentlich schon der ganze Trick. Plötzlich verstehen wir, warum sie sich auf die ein oder andere Art verhalten.

Wir erfahren etwas über ihre Superkräfte und ihren Platz in der Natur. Das macht Spaß und gibt den Kindern gleichzeitig auch eine gewisse Sicherheit, weil es den unbegründeten Schrecken nimmt.

Frage: Wie ist das Buch aufgebaut?

Auf 15 Doppelseiten stellen wir jeweils ein „fieses Viech“ vor. Links Könnt ihr euch die gängigen Vorurteile und Klischees durchlesen. Wenn ihr dann aber das Buch einmal auf den Kopf stellt, erfahrt ihr auf der rechten Seite Spannendes über die wahre Natur der Tiere. Und ihr merkt schnell: manchmal lohnt es sich, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Frage: Stellen Sie uns doch eines Ihrer Lieblingstierchen daraus vor.

Ich mag die lustige Schnecke auf den Titelbild sehr gerne und die Stadttaube. Tauben sind sehr kluge, neugierige Vögel und ganz ausgezeichnete Flieger-Asse. Es ist wirklich schade, dass sie so einen schlechten Ruf haben.

Frage: Wäre Ihr Buch nicht auch ein heißer Tipp für Erwachsene mit Phobien?

Ach, dass würde ich lieber den Fachleuten überlassen. Es wäre schön, wenn man den Menschen diese tief sitzenden Ängste mit einem Buch nehmen könnte. Aber ich fürchte, so einfach ist das nicht.

Frage: Sie sind Biologin. Das hilft natürlich bei diesem Thema. Andererseits: Wie viel Wissenschaft vertragen die Kinder?

Kinder wollen verstehen, wie die Welt um sie herum funktioniert. Wir sollten sie nicht unterschätzen. Die Frage ist dann weniger, wie viel wir erzählen, sondern was und in welcher Form. Mit anschaulichen Beispielen aus der Lebenswelt der Kinder können sie eine Menge mitnehmen. Und wenn wir uns bemühen, das Ganze spielerisch und mit ein bisschen Leichtigkeit zu vermitteln, haben alle auch noch richtig Spaß bei der Sache.

Frage: Sie selbst waren schon als Kind interessiert an Käfern und anderem Getier. Wie erklären Sie sich das?

Ich war als Kind viel in der Natur unterwegs und habe mir alles ganz genau angeschaut. Wo dieses Interesse ursprünglich herkam weiß ich nicht. Es gab aber hinter jeder Ecke und unter jedem Stein so viel zu entdecken! Und weil mein Interesse an Tieren anhaltend groß war, durfte ich auch häufig ins Naturkundemuseum gehen. Je mehr ich gelernt habe, desto tiefer wurde meine Neugierde. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Natur mit all ihren vielfältigen Organismen und Netzwerken ist für mich immer noch eine riesengroße Schatztruhe. Und diesen Schatz würde ich gerne bewahren.

Frage: Hand aufs Herz: Vor welchem Tier graust es Sie dennoch?

Ich kann mit kleinem und großem Getier glücklicherweise ganz entspannt umgehen. Was ich nicht unbedingt in meinem Leben brauche, sind Parasiten oder tödlich giftige Tiere. Also versuche ich, mich von denen fern zu halten. Das ist bei uns in Deutschland glücklicherweise noch recht einfach. Leben und leben lassen.

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