Lörrach Für den Erhalt der Erde

Lörrach - Weltweit sind am Freitag Menschen beim globalen Klimastreik auf die Straße gegangen, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In Lörrach nahmen rund 1500 Personen aller Generationen – vom Baby bis zum Bundestagsabgeordneten – an der Demo und der Kundgebung teil. Von Kristoff Meller

„Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut...“ Angefangen hat alles Anfang des Jahres mit den Schülerdemos von „Fridays for Future“. Inzwischen haben sich nicht nur gleichnamige Eltern- und Großeltern-Initiativen gebildet, sondern auch zahlreiche andere Gruppen und Vereine unterstützen das Klimaschutz-Engagement. Sie alle mobilisierten am Freitag bei strahlendem Spätsommerwetter viele Unterstützer.

Mehr Teilnehmer als bei Fukushima-Demo

Mit rund 1500 Teilnehmern zogen dieses Mal so viele Menschen für den Klimaschutz durch Lörrachs Innenstadt wie noch nie. Selbst die Anti-Atomkraft-Demo vor knapp acht Jahren nach der Katastrophe von Fukushima hatte weniger Personen auf die Lörracher Straßen gebracht.

„Das ist der Wahnsinn, wir hatten auf 500 Teilnehmer gehofft, jetzt sind es 1500“, sagte Océane Delin, eine der Hauptorganisatorinnen von „Fridays for Future“. Auch ihr Kollege Fritz Kaspar zeigte sich begeistert von der großen Resonanz: „Es ist toll, dass so viele da sind, und es ist auch wichtig, dass wir im Zentrum der Stadt sind, damit die Leute unsere Botschaft sehen.“

Erstmals wurden im Vorfeld auch die politischen Gruppierungen zur Teilnahme eingeladen, Flaggen und Parteisymbole waren allerdings nicht gern gesehen: „Wir sind eine unpolitische Veranstaltung, bitte nehmt die Flaggen runter“, schallte es mehrfach aus den Lautsprechern. Als Redner durften sie ebenfalls nicht auftreten. „Es geht ums Klima, nicht um Wahlkampf“, machte Océane Delin deutlich. Die zahlreichen anwesenden Politiker, darunter Oberbürgermeister Jörg Lutz, Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic, der Bundestagsabgeordnete Gerhard Zickenheiner und einige Vertreter des Gemeinderats hielten sich darum im Hintergrund.

Lutz: Symbolpolitik alleine reicht nicht

Jörg Lutz äußerte sich jedoch anschließend auf seiner Facebook-Seite: „Dass wir alle mehr unternehmen müssen, um die Umwelt zu schützen, weiß eigentlich jeder. Am Donnerstag werde ich auf Antrag der SPD-Fraktion dem Gemeinderat vorschlagen, den Klimanotstand auszurufen. Auch wenn es vielleicht an der ein oder anderen Stelle weh tut. Nur Symbolpolitik alleine reicht nicht.“

Fritz Kaspar freute sich über den „Rückhalt bei den Schulen“. Die Waldorfschule hatte angekündigt, geschlossen mit allen Klassen und Lehrern teilzunehmen. Die Hebelschule unterstützte die Aktion mit Plakaten in den Fenstern. Die Botschaft: „Klimaschutz jetzt – für unsere Schüler und deren Kinder.“

Baustellen werden zum Nadelöhr für Demo

Ein Problem für den großen Demonstrationszug, der sich auf dem Bahnhofsplatz formierte und dann zunächst zum Rathaus zog, waren die vielen Baustellen in der Innenstadt. „Mehrere Routenvorschläge wurden im Vorfeld nicht akzeptiert“, beklagte Océane Delin. So bildete die Baustelle am Übergang zum Rathausplatz schon das erste von mehreren Nadelöhren, und erst nach einer guten halben Stunde waren alle Teilnehmer vor dem „Langen Egon“ für einige Redebeiträge versammelt. Es handle sich „nicht um eine Spaßveranstaltung von Schülern“, betonte Kaspar in einer Ansprache. „Es ist Zeit zu handeln, es ist Fünf nach Zwölf“, sagte er mit Blick auf die Politik.

Klima-Botschaft in lyrischen Versen

Anschließend musste sich der Klimazug wieder durch die Baustelle quetschen, bevor es über die Palmstraße durch die Fußgängerzone zum Alten Marktplatz ging. Dort gab es auf der vom Theater Tempus fugit zur Verfügung gestellten Bühne musikalische Unterhaltung durch ein weibliches Trio sowie mehrere Redebeiträge.

Eine Jugendliche verpackte ihre Klima-Botschaft in lyrische Verse, ein Junge warnte davor, einfach so weiter zu machen wie bisher. Christine Langen als Vertreterin der „Grandparents for Future“ betonte: „Wir sind alle unterschiedlich, aber wir haben ein Ziel – die Erde bewohnbar halten.“

Nach zwei Stunden lichteten sich dann die Reihen. Wer sich noch ausgiebiger mit dem Thema befassen wollte, kam im Anschluss beim „Filme für die Erde“-Festival in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums auf seine Kosten.

 

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