Lörrach Rathaus-Bau: Für die Antworten auf die Fragen

Marco Fraune
 Foto: Marco Fraune

Hat das Rathaus-Gebäude-Skelett noch eine Zukunft? Ließe sich der gebundene Zement bei einem Abriss später wiederverwerten? Ist das aktuelle Kreisklinikum auch eine Option, dauerhaft die Rathaus-Mitarbeiter zu beherbergen? Und mit welchen Unsicherheiten ist die Rathaus-Sanierung verbunden?

Von Marco Fraune

Lörrach. Aktuell gibt es beim Projekt Zukunft Rathaus viele Fragen, aber nur wenige definitive Antworten. Das ist in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend deutlich geworden, wo Arbeitsgruppen-Leiterin Annette Buchauer und Fachingenieur Daniel Kleineher vom Saarbrücker Büro Kleineher und Partner die Räte nochmals über den Sanierungsbedarf informierten. Wie berichtet, besteht dieser aus Sicherheitsgründen, aus energetischer Sicht sowie bautechnischen Gesichtspunkten. Einstimmig hat der Gemeinderat das weitere Vorgehen abgesegnet, also den Weg hin zur Variantenprüfung und Finanzierungsplanung. Es soll ergebnisoffen geprüft werden und ein Raumprogramm erstellt werden.

Die Rest-Lebensdauer

Noch sei das Beton-Gerippe intakt und unangegriffen. Eine exakte Rest-Lebensdauer könne nicht benannt werden, so Buchauer auf Nachfrage von Jürgen Exner (CDU). Die Zeitkomponente ist den Räten aber auch in anderer Hinsicht wichtig. Laut Verwaltungs-Zeitplan soll der Gemeinderat im Oktober nächsten Jahres die Szenarioentscheidung, die Zeitplanung und die Investitionskosten-Planung beschließen. Fraktionsübergreifend wurde hier auf Tempo gesetzt. Insgesamt machte OB Jörg Lutz deutlich, dass ergebnisoffen jede Option geprüft wird – vom Abriss bis zur Sanierung, vom temporären bis zum dauerhaften Arbeiten der Rathaus-Kräfte am aktuellen Kreisklinikum-Standort in der Innenstadt. So schnell wie möglich und so lange wie notwendig werde die Grundlagenarbeit erfolgen. Lutz will hier später keine „Bauchlandung“ erleben.

Klar ist, dass im nächsten Jahr Teile der Fassade provisorisch erneut gesichert werden müssen – 1,5 bis 1,7 Millionen Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Das sagen die Fraktionen

In den Fraktionsstellungnahmen wurde erneut deutlich, dass sowohl die Grünen als auch die SPD auf die Rathaus-Sanierung setzen, die CDU ganz besonders den Kostenvergleich zu einer Unterbringung im Kreisklinik-Gebäude in den Blick nimmt und die Freien Wähler alle Varianten ergebnisoffen prüfen lassen wollen. Jörg Müller (FW) äußerte sich schon „irritiert“ ob der kalkulierten Sanierungskosten von grob 75 Millionen Euro, da der 20-stöckige Neubau des Stadthotels vor fünf Jahren nur 30 Millionen gekostet habe.

Margarete Kurfeß (Grüne) blickte vor allem auf die „graue Energie“, also die CO2-Bilanz beim Vergleich Neubau oder Sanierung. „Wir verschließen uns keiner Variante, wenn diese günstiger ist.“ Pro Sanierung ist auch die SPD, so Hubert Bernnat, doch es sei auch richtig, einen Plan B zu verfolgen. Die Politik benötige einen zeitnahen Vergleich der Varianten, betonte Ulrich Lusche (CDU). Man werde aber nicht um eine Übergangszeit und das Ausbessern der Fassade erst einmal umhin kommen. „Das Rathaus muss sich verändern“, erklärte FW-Sprecher Matthias Lindemer. Es solle eine ergebnisoffene Prüfung erfolgen, auch ob nur einmal ein Umzug gestemmt werden müsse, also vom Rathaus ins Kreisklinikum. Bernhard Escher drängte vor allem aufs Tempo, dass so auch Geld gespart werde. Thomas Denzer (FW) zeigte sich „irritiert“, dass sich schon so viele Räte für die Sanierung aussprachen. Ergebnisoffen solle geprüft werden. Über die Nachnutzung einer „Brache“ beim Rathaus-Abriss macht sich auch Thomas Hengelage (Grüne) bereits Gedanken.

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