Lörrach Für jeden etwas dabei

Lörrach - Mit dem Slogan „Sommerzeit – Open Air Zeit“ startete das Alte Wasserwerk in die Freiluftsaison. Die vierte Auflage des „Open Air Altes Wasserwerk“ in Lörrach hatte musikalisch einiges zu bieten. Ein buntes Rahmenprogramm kam ebenfalls bei den mehr als 500 Besuchern gut an.

Nur der einsetzende Dauerregen zu später Stunde ließ alle während der Umbaupausen unter ein schützendes Dach flüchten. Sobald die ersten Klänge dann wieder auf der Bühne zu hören waren, gab es allerdings kein Halten mehr. Durchnässt oder mit schützendem Regencape ließ sich das Publikum gerne motivieren, tanzte zu den mitreißenden Beats und ließ sich zu Sprechchören animieren.

Die Auswahl der Bands schien ganz nach dem Geschmack der Besucher zu sein. Die Vielfalt reichte von alternativem Rock über Ska und Punk bis zu Reggae. Durch den Abend führte Moderator Thomas Damager, der mit seinen Witzen auf die nächste Band einstimmte und das Publikum in den Pausen bei bester Laune hielt.

Auf Hiphop haben sich die Lörracher Bands „Ape Academy“ und „Melez Records“ spezialisiert. Mit „Don´t kill the Messenger“ aus Schopfheim vertraten sie den regionalen Schwerpunkt und das einigermaßen regenfrei bei bester Stimmung ab 15 Uhr.

Gleich zu Beginn zeigte die jüngste Band „Don´t kill the messenger“, dass sie ihren Weg mit eigenen Kompositionen gefunden hat. In ihren „alternativen Rock“ webt die Schülerband Elemente aus Jazz, Funk und Blues mit ein.

„Melez Records“ setzen sich für eine Gemeinschaft ein, die unabhängig ist von Kultur und Herkunft.

„Ape Academy“ traf ebenso gut den Nerv des Publikums. „Das Affenabriss-Kommando von vier Wahnsinnigen“, wie sich die Band selbst bezeichnet, setzte alles daran, diesem Image gerecht zu werden.

Zeitgleich mit den Topacts des Abends setzte der Regen ein, was die Begeisterung allerdings kaum beeinträchtigte. Der Song „Alles löst sich auf“ der „8 Kids“ passte zur Stimmung, ebenso wie die unglaublich dynamische Gitarrenmusik und die Beats. Die Band entfaltet mit ihrem Post-Hardcore Stil eine Sogwirkung, die einfach mitreißt. Was offenbar besonders gut ankommt, ist die Verarbeitung persönlicher Gefühle wie Trauer, Hoffnung und Liebe. Den Veränderungen im Leben haftet etwas Wehmütiges an wie: „Wir dachten immer, das hier wäre für die Ewigkeit. Fast wie ein Traum, der langsam seine Risse zeigt.“

Mit gut tanzbarem Ska Punk begeisterte anschließend die Band „NH3“, die alles daransetzte, mit der Sonne Italiens gegen den Regen anzuspielen.

In bester Stimmung wurde dann der inzwischen als Solokünstler erfolgreiche Rapper „Mal Élevé“ erwartet. Der ehemalige Frontmann von „Irie Révolté“ bringt einige Jahre Bühnenerfahrung und immer noch genug Rebellionsgeist mit sich, um gegen Teilnahmslosigkeit anzusingen: „Wo bleibt die Revolution“, fragt er mit Leidenschaft und erreicht damit seine Zuhörer ebenso wie mit seiner Mischung aus Reggae, Dancehall, Ska und Punk.

Als Erfolg trotz des Regens verbuchte Sam Klink, Leiter des Fachbereichs Kultur und Organisator des Festivals, den Abend. „Für mich sind alle Bands Highlights“, erklärte er im Gespräch. Die Programmauswahl biete eine große musikalische Vielfalt. „Da ist für jeden etwas dabei.“ Begeistert zeigte er sich auch über die reibungslose und engagierte Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam: „Da steckt viel Herzblut und Energie drin.“

Für das kommende Jahr stellte er ein zweitägiges Festival in Aussicht.

Bei der abschließenden Aftershow-Party konnte noch bis drei Uhr nachts mit Cashmiri und Cahuite gefeiert werden – im Trockenen.

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