Lörrach Für maximal 260 Geflüchtete

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Lieferten die Informationen (v.l.): OB Jörg Lutz, Landrätin Marion Dammann, Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella und Fachbereichsleiter Florian Kröncke. Foto: gnu

In Brombach in der Hugenmatt, wo schon einmal eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete stand, baut der Landkreis Lörrach derzeit wieder eine neue auf. Noch vor Weihnachten sollen die ersten Geflüchteten einziehen. Maximal 260 Personen können hier unterkommen. Weil nach wie vor sehr viele Geflüchtete, vor allem aus der Ukraine, nach Deutschland kommen, hat man die Anzahl der Quadratmeter pro Person von sieben auf viereinhalb verringert.

Lörrach-Brombach (gnu). Bei einer Bürgerinformation in der Hellbergschule informierten Stadt und Landkreis über die neue Gemeinschaftsunterkunft. Weil jede Woche im Durchschnitt 20 Personen aus der Ukraine in den Landkreis kommen und außerdem etwa 100 Asylbewerber pro Monat aus Syrien, Afghanistan, Iran und anderen Ländern, ist diese Unterkunft dringend erforderlich. „Es bleibt nicht unbemerkt, wenn plötzlich 200 neue Nachbarn einziehen“, stellte Oberbürgermeister Jörg Lutz fest. Aber bei der jüngsten GU an diesem Standort habe es kaum Beschwerden gegeben, nicht mehr jedenfalls als aus anderen Teilen der Stadt. Daher war auch das Interesse an der Informationsveranstaltung deutlich geringer als 2016. Kritische oder ablehnende Nachfragen gab es keine. Landrätin Marion Dammann sprach davon, man habe in der Vergangenheit offenbar Vertrauen aufbauen können.

Die Infrastruktur

„Wir werden alles dafür tun, dass die Menschen gut versorgt und gut betreut sind“, versprach Marion Dammann. Die Heimleitung sorgt für reibungslose Abläufe, die Caritas wird drei Sozialbetreuer einsetzen, außerdem werden Security-Mitarbeiter rund um die Uhr vor Ort sein.

In Brombach entstehen sechs Containerblocks mit Unterkünften und Gemeinschaftsräumen sowie separater Küche, Waschküche und Räumen für Heimleitung, Hausmeister und Sozialbetreuung, erklärte Florian Kröncke, Leiter des Fachbereichs Aufnahme und Integration im Landratsamt. Bei der Belegung achtet man darauf, welche Personen zueinander passen und wer geschützt werden muss, etwa alleinstehende Frauen mit Kindern, sagte er.

Ehrenamtliche Unterstützung sei sehr hilfreich. Die Helfer sollten ihr Engagement aber mit der Heimleitung abstimmen, sagte Kröncke. „Wir schaffen das nicht alleine, wir brauchen das Ehrenamt“, sagte Dammann.

Reinhard Zahn von der Caritas wies auf zusätzliche Hilfen durch den Fachdienst Integrationsmanagement, Traumanetzwerk und Krisenmanagement für auffällige Flüchtlinge hin.

Was ist mit den Kindern?

Petra Sauer, Leiterin der Hellbergschule in Brombach, fragte, wo Flüchtlingskinder zur Schule gehen sollen. Die Hellbergschule hat weder räumlich noch personell weitere Kapazitäten. Zwei Vorbereitungsklassen, je eine in der Grundschule und in der Sekundarstufe, sind bereits voll belegt.

„Dieses Problem haben wir überall im Landkreis, und wir werden wohl nicht für alle einen Kindergarten- oder Schulplatz zur Verfügung stellen können“, antwortete Florian Kröncke. Auch beim Deutsch lernen setzt der Landkreis auf ehrenamtliche Hilfe. Erfahrungsgemäß organisieren die Geflüchteten Vieles aber auch selbst, sagte er.

Unbegleitete Jugendliche werden nicht in Brombach untergebracht, sagte Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella auf Nachfrage. Sie werden gesondert betreut und in einer Halle in Schönau und einem ehemaligen Hotel untergebracht.

Die Perspektive

Wie viele Geflüchtete in den Landkreis Lörrach kommen, lässt sich nicht sagen, die Zahlen schwanken von Woche zu Woche sehr stark. Da die Fluchtursachen aber nicht beseitigt sind, rechnet man mit weiterem Zustrom. Mit dem Bau einer Container-Unterkunft könne man günstigere Verhältnisse schaffen als in einer Halle, sagte Dammann. Diese möchte man auch nicht belegen, um das Vereinsleben nicht zu stören.

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