Lörrach Für mutige Ideen

SB-Import-Eidos
Ort der Kreativität und Bildung: der Werkraum Foto: Lucia Hofmeier

Lörrach (hau). Seit zwanzig Jahren setzt sich die Schöpflin Stiftung für kritische Bewusstseinsbildung, eine lebendige Demokratie und eine vielfältige Gesellschaft ein. Zeit zu feiern, Zeit zurückzublicken.

Open House

Gefeiert wird am Samstag beim „Open House“, wenn ab 11 Uhr Talkrunden, Workshops, Mitmach-Angebote und Kinderprogramm auf die Besucher warten, darunter auch der Soziologe und Autor Harald Welzer.

Geschichte

2001 von den Geschwistern Hans und Albert Schöpflin und Heidi Junghanss gegründet, begann die operative Arbeit 2002 mit der Villa Schöpflin – dem Zentrum für Suchtprävention. Hier zeigte sich bereits die Arbeitsweise der Stiftung: Angebote sollen direkt den Menschen zugutekommen – mit einem Schwerpunkt auf Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig geht es der Stiftung um die größere systemische Wirkung. Heute setzt die Villa Schöpflin Präventionsmaßnahmen für Jugendliche und Eltern im Landkreis um und unterhält bundesweite Netzwerke für das Alkoholpräventionsprogramm „HaLT – Hart am Limit“, für das Programm „Cannabis – quo vadis?“ und weitere Präventionsprogramme.

2021 fanden rund 850 Beratungsgespräche mit Jugendlichen und deren Bezugspersonen statt, war beim gestrigen Pressegespräch zu erfahren.

Schwerpunkt Bildung

Neben der Prävention bildete sich schnell ein Schwerpunkt im Bereich Bildung heraus: 2004 öffnete eine Kleinkind- und Hort-Betreuung. 2011 wurde das neue Kinderhaus eingeweiht. Zehn Jahre später eröffnete die Stiftung die Schöpflin Schule.

Hans Schöpflin schwebt eine Ausweitung der Grundschule vor, hingegen wurden Ideen für eine weiterführende Schule wieder verworfen. „Wir wollen uns auf die Ein- bis Zehnjährigen fokussieren“, sagt Geschäftsführender Vorstand Tim Göbel. Vorstellen kann sich der Stiftungsgründer indes ein Angebot für alle Lörracher Schulen, um Angebotslücken zu schließen, zum Beispiel im Bereich Berufsorientierung – natürlich in Kooperation mit den Schulen, betont Hans Schöpflin.

Werkraum Schöpflin

Seit 2011, seit über zehn Jahren, bereichert der Werkraum das Lörracher Kulturleben mit jährlichen Themenreihen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen, kooperiert mit Stimmen Festival, Kinderbuchmesse und neu dem Theater Basel. Der Werkraum gehört auch zu den größten Anbietern von Ferienworkshops.

Förderstiftung

Inzwischen steht die Stiftung auf zwei Beinen: Deutschlandweit operiert sie als Förderstiftung, die finanzielle Mittel an andere gemeinnützige Organisationen wie Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), Sozialunternehmen und Vereine gibt. Thematisch geht es auch hier um Gesellschaftspolitik.

Sechs Millionen Euro an Fördergeldern wurden dieses Jahr neben dem operativen Geschäft vergeben. „Damit gehören wir zu den Großen in Deutschland“, so Schöpflin. „Wir haben uns als Förderstiftung vor allem einen Namen gemacht, weil wir Organisationen nicht nur Geld geben, sondern sie auch dabei unterstützen, sich zu professionalisieren.“

Fabric

In Brombach plant die Stiftung basierend auf einem partizipativen Planungsprozess („FABRIC“) ein neues Quartier mit verschiedenen Wohnformen, öffentlichen Workshopräumen und Werkstätten, einem Bistro, Stiftungssitz, Bildungsangeboten sowie öffentlichem Freiraum mit Bewegungs- und Spielmöglichkeiten. „Hier erreichen wir niederschwellig weitere Bevölkerungsschichten“, erklärt Göbel. Als Pionierprojekt soll der Planungsprozess zeigen, wie das lokale Wissen richtungsweisend für eine zukunftsgewandte Stadtentwicklung sein kann – für die Region, mit Strahlkraft auch über diese hinaus. Aktuell läuft das Bebauungsplan-Verfahren für den städtebaulichen Entwurf, bei dem insgesamt sieben Baukörper auf dem Areal entstehen werden.

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